Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

CDU-FDP-Mehrheit im Bissendorfer Rat ist Vergangenheit – SPD stärkste Partei – Liberale Wahlverlierer Grüne profitieren vom Streit um Natbergen

Von Sandra Dorn | 11.09.2011, 22:34 Uhr

Historisches Hoch für die Grünen und ein gutes Ergebnis für die Unabhängigen Wähler Bissendorf (UWB): Die Unzufriedenheit der Bürger mit der Politik von CDU und FDP hat ihnen viele Stimmen beschert. Großer Wahlverlierer sind die Liberalen. Sie haben von nun an nur noch einen Sitz im Gemeinderat. Die Wahlbeteilung in Bissendorf betrug 60,72 Prozent.

„Ein tolles Ergebnis“, freut sich Grünen-Chef Claus Kanke über die neuen fünf Sitze im Rat (bislang waren es zwei). 14,7 Prozent der Wähler stimmten für die Grünen. „Und unsere Freunde von der UWB haben auch einen Erfolg zu verbuchen“, so Kanke weiter. Beide Gruppen sind Gegner der Gewerbeansiedlung in Natbergen. In ihren Reihen versammeln sich zahlreiche Mitglieder der Bürgerinitiative „Schönes Natbergen.“

Zwei Sitze hat die neue UWB künftig im Gemeinderat (7,88 Prozent). Sie ist aus der UWG hervorgegangen. „Wir sind definitiv keine Protestpartei“, betont UWB-Chef Thomas Goertz. „Wir wollen jetzt mitgestalten.“

Sowohl CDU als auch SPD haben jetzt je einen Sitz mehr als vorher. Die CDU kommt mit 33,54 Prozent der Stimmen auf 10 Sitze, sie SPD mit 39,33 Prozent auf 12 Sitze. 2006 hatte die CDU zusammen mit der WfB noch 13 Sitze erreicht – unter den WfB-Ratsmitgliedern war auch Friedrich Meinker, der nun wieder für die CDU im Rat sitzen wird. Als Gewinn ist das CDU-Ergebnis daher nicht zu werten. Zufrieden zeigte sich ihr Vorsitzender Volker Buch dennoch – auch wenn die bisherige Mehrheit aus CDU und FDP Vergangenheit ist. „Ich hoffe jetzt auf eine sachbezogene Politik“, so Buch.

Die SPD hingegen ist als stärkste Fraktion durchweg zufrieden. „Wir haben damit unser Wahlziel erreicht“, so Fraktionschef Helmut Ellermann (SPD).

Gefasst reagierte FDP-Chefin Monika Feil. „Der bundespolitische Trend hat uns heruntergezogen.“ Hatten 2006 noch 10,27 Prozent der Bissendorfer Wähler für die Liberalen gestimmt, waren es jetzt nur noch 4,55 Prozent.

Welche Rolle der Streit um die Gewerbeansiedlung im Ortsteil Natbergen tatsächlich spielte, zeigt ein Blick auf die einzelnen Wahlbezirke: Ginge es allein nach Natbergen-Süd, dem Bezirk, der am meisten von der Gewerbeansiedlung betroffen wäre, hätten Grüne mit 22,6 und UWB mit 23,3 Prozent zusammen die Mehrheit.