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Bettler, Blumen, Bäume und mehr Bissendorfer Gruppe eröffnet Ausstellung „Am Wegesrand“

Von Johanna Kollorz | 23.02.2016, 13:04 Uhr

Im Haus am Lechtenbrink lud jetzt die Gruppe „fotopart“ im Kulturverein Bissendorf (Kubiss) zur Eröffnung ihrer aktuellen Jahresausstellung. Mit Aufnahmen unter dem Motto „Am Wegesrand“ wollen die Fotofreunde bewusst hinsehen und Randgeschehnisse in die Mitte der Aufmerksamkeit rücken.

„Wie leicht übersehen wir das Naheliegende am Rand der Wege, der Gesellschaft. Weg ist hier im weitesten Sinn gemeint, es kann Rand, Weg, Straße, Schienenweg oder auch Reiseweg sein. Lassen Sie sich überraschen!“, forderte „fotopart“-Aktivist Siegmund Täuber die Anwesenden in seiner Begrüßung auf. Die Worte stammten aus der Feder seines stimmlich angeschlagenen Kubiss-Kollegen Gernot Wolfram.

Zeitlose Dokumente

In der aktuellen Fotoausstellung werden Augenblicke unterschiedlichster Art zu zeitlosen Dokumenten. Täubers Schwarz-Weiß-Bilder etwa entstanden alle auf Reisen. Sie zeigen Bettler und Straßenmaler, ein in der Sonne dösendes Pärchen, eine lustige Szene im Jardin de Luxembourg in Paris. Gleich mehrere Aufnahmen stammen aus der australischen Hauptstadt Sydney.

Frauke Menke präsentiert unter dem aktuellen Motto ein privates und ein politisch motiviertes Bild: Während das Foto eines mitten im sattgrünen Feld geparkten Motorrads mit Beiwagen während ihres 70. Geburtstags entstand, sollen in Hitzhausen fotografierte Stelen mit Varusmasken zu Frieden mahnen.

Alte Frau mit Kinderrucksack

Christa Schröder fotografierte in Berlin Kreuzberg eine am Spielplatzrand wartende alte Frau mit Kinderrucksack und eine Punkerin. In zwei Fotos hält sie das Fahrrad-Chaos vor dem Osnabrücker Hauptbahnhof fest. Im Kontrast dazu stehen Eicheln und Pilze, die ihr bei Spaziergängen in Schledehausen begegneten.

Stattliche Königskerzen

Ein paar uralte knorrige Linden, die eine Allee bei Alt-Barenaue säumen und ihre knochigen „Finger“ gen Himmel strecken, faszinierten Melanie Otte. Gernot Wolfram stellt dem ein paar stattliche, am Straßenrand gewachsene Königskerzen entgegen. Schwarz-weiß-Aufnahmen zweier Kinder und einer Jugendlichen gesellen sich hinzu.

Milchiger Blick

„fotopart“-Mitglied Ulrich Greiten war zur Ausstellungseröffnung nicht vor Ort. Im Seitenflur sind seine Aufnahmen zum Thema zu sehen, welches er als die Beobachtung von Menschen am Wegesrand einer von Wissingen ausgehenden Regionalbahnfahrt interpretierte. Mal direkt auf dem Bahnsteig, mal mit dem milchigen Blick durch das Abteilglas hielt er Ein- und Aussteigende, Wartende, Schienenarbeiter und eine Bahnbegleiterin fest.

Die Kubiss-Gruppe dankte der Leitung im Haus am Lechtenbrink, für die Möglichkeit erneut vor Ort ausstellen zu können. Zur Krönung des künstlerisch anregenden Vormittags verwöhnte Antonia Oberwalleney, Enkelin von Frauke Menke, die Anwesenden mit Klängen am Klavier (Weiterlesen: Weitere Berichte aus Bissendof im Ortsportal ).