Organist Ernst Schürmann Seit sechs Jahrzehnten an der Bissendorfer Kirchenorgel

Von Stefan Buchholz

60 Jahre Organist in den katholischen Kirchengemeinden Bissendorf: Dafür ehrte man jetzt Ernst Schürmann. Foto: Stefan Buchholz60 Jahre Organist in den katholischen Kirchengemeinden Bissendorf: Dafür ehrte man jetzt Ernst Schürmann. Foto: Stefan Buchholz

Bissendorf. Für seine 60-jährige Tätigkeit als Organist ist Ernst Schürmann geehrt worden. Im Pfarrsaal von St. Dionysius dankte die Gemeinde Schürmann mit einem Empfang.

Bereits im Gottesdienst war Pfarrer Joby Thomas auf Schürmanns musikalisches Wirken eingegangen. „Egal zu welchem kirchlichen Anlass ich ihn fragte, ob er die Orgel spielen könnte: Ernst Schürmann hat nie Nein gesagt.“ Das betonte auch der Kirchenvorstandsvorsitzende Karl-Heinz Pesch. Er dankte Schürmann für die lange Zeit und verband das mit dem Wunsch, er möge weiterhin Organist bleiben.

Zunächst Aushilfe

Zu Beginn seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker war Schürmann nur als Aushilfe vorgesehen. Er sprang 1957 für einen Schüler aus Osnabrück ein, der Woche für Woche extra aus der Stadt nach Wissingen zu kommen hatte. Nach nur wenigen Wochen war klar: Ernst Schürmann wird neuer Organist. Seine erste eigenständig begleitete Messe war am 1. November 1957. Schürmann war zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt. Vier Jahre zuvor hatte er erst mit dem Klavierspielen begonnen.

Wissingen hatte 1957 noch keine eigene katholische Kirche. In einer Gaststätte fanden die Gottesdienste damals statt. Die Musik kam nicht von einer Orgel, sondern von einem Harmonium, erinnerte sich der 75-Jährige. Erst 1959 wurde die Wissinger Herz-Jesu-Kirche gebaut – und sie erhielt dann auch eine richtige Orgel.

Kirchenvorstand

Eingebracht hat sich der langjährige Prokurist für Steuern und Finanzen ebenso im Kirchenvorstand. Als Vorsitzender leitete er dieses Gremium insgesamt 18 Jahre.

Als „außerordentliches Erlebnis“ verbuchte Schürmann ein Erlebnis während einer Romreise, das wohl nur wenigen Organisten auf der Welt vergönnt sei. Wie er in seiner Dankesrede beim Empfang erzählte, nutzte er im Petersdom einen günstigen Moment, um sich kurz an den Spieltisch der Dom-Orgel zu setzen. „Ein Foto wurde davon geschossen, um diesen, für mich, besonderen Moment fest zuhalten“, sagte Schürmann.

Auf die Frage, weil lange er noch als Organist tätig sein werde, antwortete Schürmann: „Die längste Zeit habe ich gespielt.“

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