Früherer Bürgermeister geehrt Bissendorf: Kurt Schwarzmann hat jetzt eine Straße

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Ehrung eines langjährigen Kommunalpolitikers: Bürgermeister Guido Halfter enthüllt das Straßenschild der Kurt-Schwarzmann-Straße. Mit dabei: Schwarzmanns Witwe Irma (Dritte von rechts) zwischen ihren Töchtern Sabine und Lucille. Foto: Gert WestdörpEhrung eines langjährigen Kommunalpolitikers: Bürgermeister Guido Halfter enthüllt das Straßenschild der Kurt-Schwarzmann-Straße. Mit dabei: Schwarzmanns Witwe Irma (Dritte von rechts) zwischen ihren Töchtern Sabine und Lucille. Foto: Gert Westdörp

Bissendorf. Zweieinhalb Jahre nach seinem Tod ehrt die Gemeinde Bissendorf ihren ehemaligen Bissendorfer Bürgermeister Kurt Schwarzmann mit einer eigenen Straße. Im Beisein der Familie enthüllte Bürgermeister Guido Halfter jetzt offiziell das Straßenschild.

In Bebauungsplänen war sie zwar schon seit Längerem ausgewiesen, nun weist ein Straßenschild auch ganz offiziell auf sie hin: Die Kurt-Schwarzmann-Straße führt ringförmig durch das Neubaugebiet „Oberhasesche Mark“ im Bissendorfer Ortsteil Natbergen – nur wenige Hundert Meter entfernt von jedem Haus in Jeggen, in dem Kurt Schwarzmanns Witwe Irma noch heute lebt. Die war gemeinsam mit ihren Töchtern Sabine Fietz und Lucille Wischmeier sowie Enkel Jorit Wischmeier und dessen Freundin Julia Heinze zur feierlichen Enthüllung des Schildes gekommen, das den Namen ihres Mannes trägt. Dies sei eine „ganz wichtige Würdigung seines Lebenswerks“, sagte Bürgermeister Guido Halfter, als er – begleitet von mehreren Vertretern von Rat und Verwaltung sowie der beiden Ortsvorsteher Andreas Mons aus Natbergen und Lothar Niekamp aus Jeggen – das rote Tuch vom Schild gezogen hatte.

Fast 25 Jahre im Rat

Am 19. Februar 2015 war Kurt Schwarzmann im Alter von 88 Jahren verstorben, bald darauf entschied der Rat, zu seinen Ehren eine Straße nach ihm zu benennen. Denn der Sozialdemokrat war in der Gemeinde eine echte Größe: Geboren am 10. März 1926 in Osnabrück, lebte der Bahn-Mitarbeiter Schwarzmann seit 1952 in Jeggen, dessen Bürgermeister er von 1961 bis 1972 war. Nach der Gebietsreform 1972 übernahm er auch das Amt des Bürgermeisters der neu gebildeten Gemeinde Bissendorf, das er ebenso wie den Ratsvorsitz zunächst bis 1981 und dann noch einmal von 1991 bis 1996 bekleidete – seinerzeit noch ehrenamtlich. In der gesamten Zeit, von 1972 bis 1996, saß Schwarzmann für die Bissendorfer SPD im Rat, wo er in nahezu allen wichtigen Gremien der Gemeinde mitwirkte: im Verwaltungs-, Finanz-, Personal-, Schul-, Bauplanungs - und im Feuerwehrausschuss.

Spatenstich fürs neue Rathaus

Wichtig waren ihm in den 1970er-Jahren der Bau der Sportstätten in Schledehausen, Wissingen und Bissendorf, die Ansiedlung der Werkstatt der Heilpädagogischen Hilfe in Schledehausen sowie der Bau der Feuerwehrgerätehäuser in Jeggen und in Bissendorf. In den 1990er-Jahren setzte er sich für neue Kindergärten und das Gewerbegebiet an der Autobahn ein, ebenso begann er mit den Planungen für einen Rathausneubau. Den ersten Spatenstich im Frühjahr 2014 erlebte Schwarzmann als Ehrengast noch mit, die Einweihung im Herbst 2015 nicht mehr. Er sei stets ein großer Verfechter eines „richtigen“ Rathauses mit Sitzungssaal gewesen, erinnert sich seine Frau. Kritik an den Baukosten habe er zurückgewiesen: „Er sagte dann immer, ‚Wenn die Leute ordentlich arbeiten sollen, dann müssen die Leute auch ordentlich sitzen‘“, blickt Irma Schwarzmann zurück.

18. Geburtstag bei der Ratssitzung

Bis zur Einweihung des neuen Rathauses tagte der Rat in wechselnden Sälen im Gemeindegebiet; daran erinnert sich auch Schwarzmanns Tochter Sabine. Ihren 18. Geburtstag wollte der Vater eigentlich mit ihr feiern, dann nahm er sie kurzfristig zu einer dringenden Sitzung ins Gasthaus Gösling mit. Sie malte ihm darauf ein Bild, das noch Jahre später über seinem Bett hängen sollte: „Hier ruhte mein Vater, bevor er Kommunalpolitiker geworden ist.“

„Ich kenne Kurt aus meiner Kindheit, er hat mich eingestellt“, erinnerte sich Halfter nach der Enthüllung des Straßenschildes, als die kleine Festgesellschaft von der verregneten Straßenkreuzung in eben jenes Gasthaus Gösling umgezogen war. „Er war für mich ein Vorbild, ein ganz besonderer Kommunalpolitiker.“ Er freue sich für die Familie – und darüber, dass Schwarzmanns Witwe der Straßenbenennung zugestimmt habe, sagte Halfter. Ja, sie freue sich auch, erwiderte die 86-Jährige. Umziehen werde sie allerdings nicht in die Kurt-Schwarzmann-Straße.


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