Neue Bank-Verbindungen Mitfahrgelegenheiten für mehr Mobilität in Bissendorf

Von Bärbel Recker-Preuin

Diese Mitfahrerbank steht in Wissingen, sie wurde getestet von Guido Halfter, Wolfgang Driehaus, Gerd Hündorf, Rolf Schwager, Cornelia Holthaus und Sabine Driehaus (von links). Foto: Bärbel Recker-PreuinDiese Mitfahrerbank steht in Wissingen, sie wurde getestet von Guido Halfter, Wolfgang Driehaus, Gerd Hündorf, Rolf Schwager, Cornelia Holthaus und Sabine Driehaus (von links). Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Eine Bank ist gut zum Ausruhen – auch zum Weiterkommen. Für letzteren Zweck wurden in Bissendorf sechs Mitfahrerbänke aufgestellt. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie stehen für mehr Mobilität, Entlastung der Umwelt und für neue Verbindungen der Ortsteile und Menschen.

Die Bänke sind stabil und wetterfest, sie fallen auf und sind sogar ziemlich bequem. Die Bequemlichkeit stand bei ihrer Fertigung allerdings nicht an erster Stelle, denn lange sollte niemand darauf sitzen bleiben. Das ist jedenfalls der Wunsch der Aktiven im Verein für Saubere Energie für Bissendorf. Die Bänke stehen deutlich erkennbar als Mitfahrstation an der Hauptverkehrsachse zwischen Bissendorf, Wissingen, Schledehausen, außerdem an der Querverbindung Jeggen in beide Fahrtrichtungen.

Mitfahrerbänke erstmals umgesetzt

Warum es Mitfahrerbänke geben sollte, liegt für Initiator Wolfgang Driehaus auf der Hand: „Die Wege auf dem Land sind weit, es fehlt an Busverbindungen, Mobilität wird leicht zu einem Problem. Auf der anderen Seite sitzt häufig nur der Fahrer im Auto. Kapazitäten zum Mitfahren wären also reichlich vorhanden“.

In vielen Gemeinden sind Mitfahrerbänke im Gespräch, in Bissendorf werden sie nun erstmals als Projekt umgesetzt. Dank der Initiative des Vereins für Saubere Energie, so Bürgermeister Guido Halfter.

Mobil bleiben – auch auf dem Land

Wolfgang Driehaus gewann mit seiner Idee der Mitfahrerbänke schnell seine Vorstandsmitglieder, auch ILE-Regionalmanagerin Cornelia Holthaus stieg gern mit ein. „ILE“ heißt Integrierte Ländliche Entwicklung“. Bessere Wegestrukturen, Verkehrskonzepte und Mobilität auf dem Lande sind die wichtigsten Ziele des Förderprojektes. Der Verein Saubere Energie fand weitere Unterstützer: Die Gemeinde, die einen Teil der Kosten und die fachgerechte Aufstellung übernahm, außerdem zahlreiche Sponsoren, z.B. Falk Wichmann, der das Metallgerüst fertigte, und Uwe Brethold, der die Eichenbretter besorgte. Dank der Eigenleistung der Vereinsmitglieder kostet eine Bank 355 Euro. Ein Schnäppchenpreis, für den die Umwelt entlastet wird und Menschen mobil bleiben, stellt Vorsitzender Gerd Hündorf fest.

Wie funktioniert nun die Mitfahrerbank:

Die Bänke sind deutlich als „Mitfahrerbank“ gekennzeichnet. Sie stehen in Bissendorf, Wissingen, Schledehausen, Ober- und Unterjeggen. An Klappschildern kann zudem die gewünschte Fahrtrichtung angegeben werden. Autofahrer, die in ihrem Fahrzeug Platz haben und bereit sind, Beifahrer aufzunehmen, halten an und lassen zusteigen. In diesen spontanen Fahrgemeinschaften der gegenseitigen Hilfe werden die Wege in der Gemeinde in jedem Falle kürzer. Denn Mitfahrerbänke verbinden nicht nur die Ortsteile, sondern sicherlich auch Menschen, versichern die Mitglieder „Saubere Energie“. „Jetzt hoffen wir auf die Aufgeschlossenheit der Bürger“, so Sabine Driehaus.

Wenn die Bänke besetzt und angesteuert werden, lässt sich das Konzept mit wenig Aufwand auch auf weiteren Strecken umsetzen und damit zu mehr Mobilität zwischen allen Ortsteilen führen.