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Merkmale der Konfessionsgeschichte Ausstellung „Miteinander leben? macht Station in Schledehausen

In der Schledehausener Kirche wird am Sonntag die Ausstellung „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700“ eröffnet. Foto: Elvira PartonIn der Schledehausener Kirche wird am Sonntag die Ausstellung „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700“ eröffnet. Foto: Elvira Parton

Bissendorf. Die Wanderausstellung „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700“ wird am Sonntag, 3. September, 10.30 Uhr, in der evangelische Kirche St. Laurentius in Schledehausen eröffnet.

Der Landschaftsverband Osnabrücker Land (LVO) nimmt das Reformationsgedenken 2017 zum Anlass, nach den Auswirkungen der Reformation im Osnabrücker Land zu fragen. Denn der Westfälische Friede legte 1648 eine ganz besondere Form des konfessionellen Miteinanders im alten Hochstift fest: den Wechsel katholischer und evangelischer Bischöfe. Dies blieb bis 1802 im gesamten Alten Reich einmalig. Zudem wurde bestimmt, welcher Konfession die einzelnen Kirchspiele zuzuordnen seien. Ausschlaggebend war hierfür der Glaube, dem der am 1. Januar 1624 amtierende Pfarrer anhing. Das hieß für die Andersgläubigen häufig sich zu arrangieren, so auch in Schledehausen.

Auf umliegende Gotteshäuser ausweichen

Trotz einer überwältigenden Mehrheit von Protestanten von geschätzten 95 Prozent wurde Schledehausen in der Capitulatio perpetua, die 1650 die konfessionelle Zugehörigkeit der einzelnen Kirchspiele im Osnabrücker Land festlegte, den Katholiken zugesprochen. Die Evangelischen mussten daraufhin in umliegende Gotteshäuser ausweichen und konnten erst ab 1803 in der bestehenden Kirche ihren Gottesdienst feiern. Seit 1898 stehen die katholische (damals neu errichtete) und die evangelische Kirche, beide mit Laurentius-Patrozinium, unmittelbar nebeneinander.

Bebilderte Broschüre

Diese und viele weitere aufschlussreiche Merkmale der Konfessionsgeschichte im Osnabrücker Land erläutert die Wanderausstellung „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Osnabrücker Land 1500-1700“ an insgesamt zehn Orten in Landkreis und Stadt Osnabrück. Zum Nachlesen ist zur Ausstellung ferner eine reich bebilderte Broschüre erschienen.

Die Eröffnung erfolgt im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes. Für die Kirchengemeinde begrüßt Pastor Tobias Patzwald, für den Landschaftsverband Osnabrücker Land der Vorstandsvorsitzende Stefan Muhle.