„Immer schön bunt bleiben“ Inklusives Musical auf dem Ellernhof in Bissendorf

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Bissendorf. Inklusive Musicalprojekte haben auf dem Ellernhof in den Sommerferien inzwischen eine kleine Tradition. In diesem Jahr lautete das fröhliche Motto, unter dem Menschen mit und ohne Behinderung Jung und Alt verzauberten „1000 Farben hat die Welt“.

Auf dem Ellernhof im Bissendorfer Ortsteil Ellerbeck herrschte buntes Treiben. Die Bänke in der Scheune der angegliederten Reittherapie waren dicht besetzt, als Einrichtungsleiter Martin Bergmeyer das vielfach einstudierte Musical aus der Feder von Reinhard Horn ankündigte.

Musikgruppe des Ellernhofs liefert starke Rhythmen

Unterstützt von der Musikgruppe unter der Leitung von Sabine Krems-Schäfer stimmten die Darsteller das Lied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ an. Diese Steilvorlage nutzte Birgit Jaeger (Inklusionsbeauftragte des evangelischen Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte) um sich und das Projekt kurz vorzustellen.

„Wir wollen euch bezaubern alle Farben dieser Welt zu entdecken“, wandte sie sich mit Anastasia (Grün), Manon (Rot), Janina (Blau) und Alea (Gelb) ins Publikum. Doch dann ließen düstere Trommelklänge nichts Gutes ahnen. Unter der Parole „Alles egal, alles egal. Farben sind uns eine Qual. Bunt gemischt, das war einmal“ machten die Egalos (Sarah und abermals Alea) die Vielfalt zu tristem Einheitsgrau.

Reisen mit Kraft der Fantasie retten Farben

Als Ausweg unternahmen ihre bunten Gegenspieler Reisen mit der Kraft der Fantasie, und zwar in die Länder, in denen es noch Farben gibt. Den großen Atlas in der Hand ging es zuerst nach China: „Ganz fest daran denken, Augen schließen und los geht´s“, sagte Clownesse Adriane, während das nächste stimmungsvolle Lied erklang.

„Es hat geklappt. Wir sind in Asien!“, rief Mitstreiterin Gaby, um sich kurze Zeit später mit einem kunterbunten Dank für die erste zurückgewonnene Farbe zu verabschieden. Auf dem Weg nach Australien, das so blau ist wie der Himmel und das Meer, zogen Bewohner Tobias und seine Handpuppe „Kokabara“ (ein schwarzer Rabe mit Strohhut) die Blicke auf sich.

Auch dorthin gelang die Fantasiereise – ebenso nach Ghana, das gelb wie die Sonne und die Sahara ist. Zum Lied „Komm mit, die Trommeln rufen“ lieferte die Musikgruppe heiße Rhythmen mit Trommeln, Bechern, Rasseln und Schellen. Als letztes Ziel wurde Brasilien angesteuert und das Grün vom Regenwald abgeholt.

Um auch die Farben Schwarz und Weiß wieder zu bekommen (auch daraus war tristes Grau geworden), ging es schließlich zurück nach Deutschland. Unter wütenden Donner- und Gewitterrufen der Egalos ließen die Darsteller die bunten Luftballone wieder frei und feierten eine laut beklatschte farbenfrohe Party.

Inklusionsprojekt soll Barrieren abbauen

„Musik verbindet. Es geht uns um Vielfalt – darum mit allen, die Lust haben, zu singen, mitzuspielen und Barrieren abzubauen. Nach drei Tagen Proben hatten wir schon einen tollen generationsübergreifenden Auftritt im Haus am Lechtenbrink“, berichtete Birgit Jaeger.

Mit einem bunt getupften Regenschirm bedankte sich die Inklusionsbeauftragte bei Sabine Krems-Schäfer für ihren engagierten musikalischen Einsatz im Ellernhof. Ein zweites Exemplar überreichte sie Elisabeth Grünbergs, die das Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Kürze nach 18 Jahren Tätigkeit in der Tagesbetreuung verlässt.

„Und immer schön bunt bleiben“, rief die Projektleiterin ins Publikum. Ein Appell, den die Angehörigen des Ellernhofs und weiterer Wohnheime der Heilpädagogischen Hilfe in der Region direkt beim anschließenden Hofcafé umsetzten.


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