Netzwerk für Nachhaltigkeit Klimabotschafter aus der Region Osnabrück treffen sich

Von Johanna Kollorz


Bissendorf. Auf Hof Nemden trafen sich jetzt die Klimabotschafter aus Stadt und Landkreis Osnabrück. In Ideenwerkstätten verschafften sich die Vorreiter kleiner Veränderungen in der alltäglichen Routine einen Überblick über bereits bestehende Projekte und Aktionen und vernetzten sich für zukunftsfähige Lebensweisen.

Begrüßt wurden die circa 30 Teilnehmer von Sophie Rotter, Klimaschutzmanagerin beim Landkreis Osnabrück. Komplettiert wurde das Organisatorenteam durch ihre Kollegin Silviya Staneva und Birgit Rademacher seitens der Stadt Osnabrück. Im Gespräch informieren die Projektmanagerinnen über vielfältige Aktivitäten und Themenfelder der Klimabotschafter.

130 Akteure geben Klimaschutz in der Region vielfältige Gesichter

Gestartet wurde die gemeinsame Kampagne von Stadt und Landkreis Osnabrück, die derzeit 130 Akteure vereint, im Jahr 2015. Einzelpersonen und Institutionen können und sollen dem Klimaschutz in der Region auf der gemeinsamen Plattform seitdem ganz unterschiedliche Gesichter geben. Einem ersten Netzwerktreffen im Zoo Osnabrück folgte das zweite auf dem Aktiv-Hof. Eingangs stellte Christiane Wiebens-Kessener, Vorsitzende des Trägervereins „Leben und Lernen“, das Verständnis von der Arbeit des Lernstandorts vor: „Es ist uns ein Anliegen, dass sich hier Menschen begegnen, ihre Erfahrungen, ihr praktisches Wissen miteinander austauschen und gemeinsam neue Schritte üben“.

Ideenwerkstätten zu Themenfeldern: Konsum, Ernährung, Bildung und Mobilität

In Ideenwerkstätten wurden kurz darauf vier verschiedene Themenfelder „beackert“. Angeregt wurde in den Gruppen über bereits Bestehendes berichtet, darunter die Marktschwärmer und der Zero-Waste Stammtisch in Osnabrück, verkehrspolitische Radwege des ADFC oder die Onlinedatenbank „Klima.lernen“ für regionale Umweltbildungsangebote. Beim Diskutieren, wo gemeinsam noch mehr bewirkt werden kann oder Unterstützung seitens der Kommunen und des Landkreises benötigt werden, entstanden neue Ideen: Aktionen zum „Parkingday“, ein sogenanntes „Felgenfest“ oder ein „Coffee to Stay“.

Lea Hilling moderierte den Thementisch „Konsum“. Christiane Wiebens-Kessener wandte sich mit Ökotrophologin Sabine Adamaschek und weiteren Mitstreitern dem Bereich „Ernährung“ zu. Einen möglichen Weg Ressourcen zu erschließen, sah die Gruppe darin, Menschen für die Nutzung von Gärten zu gewinnen, die sonst aufgegeben würden. Auch bei der Unterstützung und Wissensvermittlung zum Thema Gemüseanbau herrschte nach Ansicht der Beteiligten großes Interesse. Über Bildungsangebote verschiedener Klimaschutzaspekte tauschten sich Timo Kluttig und seine Gesprächspartner aus.

„Als ersten von acht Abschnitten haben wir gerade eine Fahrradstraße eingeweiht, die Teil des Radschnellweges von Osnabrück nach Wallenhorst werden soll“, berichtete Stefan Sprenger. Außerdem wies der Moderator des Bereichs „Mobilität“ darauf hin, dass beide Kommunen vom 3. bis 23. September an der bundesweiten Kampagne „Stadtradeln“ teilnehmen.

Plattform mit Vorbildfunktion und Gruppengefühl

„Ganz unabhängig vom jeweiligen Gebiet: Den Klimabotschaftern in Stadt und Land geht es um das Vorleben – um das Ermutigen jedes Einzelnen, initiativ zu werden, sich kompetent zu machen und neue Pfade zu betreten. Durch den Austausch auf einer gemeinsamen Plattform finden sich weitere Multiplikatoren, können Interessenbekundungen gesammelt und die beachtliche Anzahl bestehender Projekte und Aktivitäten weiterentwickelt werden“, so die Organisatoren.

So stand zum Ausklang des aktuellen Treffens beispielsweise die Forderung im Raum, ein gemeinsames Statement als Klimabotschafter zu entwickeln. Weitere Information zur Kampagne erhalten Interessierte unter www.klimabotschafter-os.de.