Wie transportiere ich einen Findling In Bissendorf steigt das Steinzeitfest „Moving Stones“

Stolz präsentierten die Schüler der Oberschule am Sonnensee ihren Modellversuch. Beim Steinzeitfest „Moving Stones“ in Jeggen gilt es für die Akteure am 30. April einen echten großen Findling mithilfe eines Holzschlittens zu bewegen. Foto: Egmont SeilerStolz präsentierten die Schüler der Oberschule am Sonnensee ihren Modellversuch. Beim Steinzeitfest „Moving Stones“ in Jeggen gilt es für die Akteure am 30. April einen echten großen Findling mithilfe eines Holzschlittens zu bewegen. Foto: Egmont Seiler

Bissendorf. Im Bissendorfer Ortsteil Jeggen kommt am Sonntag, 30. April, einiges ins Rollen. Unter dem Titel „Moving Stones“ stellen der Landkreis Osnabrück, die Gemeinde Bissendorf, die Interessengemeinschaft „Jeggen lebt 07“ und die Oberschule am Sonnensee ein Steinzeitfest für Familien auf die Beine, das Geschichte erlebbar macht.

Mit dem über 5000 Jahre alten Hünengrab in Ober-Jeggen ist der Region ein beeindruckendes Monument aus der Jungsteinzeit erhalten geblieben. An genau diesem geschichtsträchtigen Ort kamen Kreisrat Matthias Selle, Bürgermeister Guido Halfter, Burkhard Fromme, Leiter des Kulturbüros des Landkreises Osnabrück, Stadt- und Kreisarchäologie Bodo Zehm und Hermann Huser von der IG „Jeggen lebt 07“ auf die Idee, das Kooperationsprojekt „Moving Stones“ zu initiieren.

Lebensweltorientierter Unterricht als Intention

„Unsere Intention ist es, Geschichte im Sinne eines lebensweltorientierten Unterrichts für Schüler selbst erlebbar zu machen. Ursprünglich hatten wir die Idee, einen Findling von der Schule nach Ober-Jeggen zu rollen“, berichteten Kreisrat und Bürgermeister bei einem Vorabtermin. 

Alleine aus Sicherheitsgründen entschied man sich schließlich jedoch dafür, eine ebene Fläche für die Durchführung des als archäologisches Experiment geplanten Findlingstransports zu wählen. So soll am 30. April auf dem Steinzeitfest „Moving Stones“ am Bolzplatz Jeggen (Wüstenweg) ein zwei Tonnen schwerer Findling per Holzschlitten über eine anvisierte Strecke von rund 100 Metern bewegt werden.

Archäologisches Experiment einzigartig für die Region

Für die Region ist der Versuch, beim Steinzeitfest in Jeggen buchstäblich an einem Strang zu ziehen, ein Novum. Vergleichbares wurde im Landkreis Osnabrück noch nicht angegangen. Involviert in die bewegende Aktion sind sowohl Schüler des 5. und 6. Jahrgangs als auch „zugkräftige“ Zehntklässler.

Vor den Osterferien stellten die Kooperationspartner ihr Projekt anhand eines kleinen Modellversuchs im Bioraum der Oberschule vor und probierten, einen „kleinen Findling“ über Rollen zu transportieren. „Obwohl der Europäische Tag der Megalithkultur diesmal auf einen Sonntag fällt, haben sich viele helfende Hände gemeldet. Auch im Vorfeld verlief die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure reibungslos“, schilderte Bodo Zehm.

Begleitet wurde der Fachdienstleiter der Stadt- und Kreisarchäologie von seiner Kollegin Judith Franzen und FSJlerin Hannah Sennhenn.

Nach den beiden theoretischen Teilen, dem Schauspiel „Die Horde“ zum Jubiläum der Ortschaft Jeggen und der Skulptureninstallation im zurückliegenden Jahr, folgt nun mit „Moving Stones“ die Praxis. Es ist die dritte Zusammenarbeit von Landkreis, Gemeinde und „Jeggen lebt 07“.

Steinzeitfest bietet attraktives Programm

Rund 30 freiwillige Schüler haben sich zur Teilnahme an der Aktion gemeldet. Die Megalithkultur ist für sie dank des beeindruckenden Großsteingrabes in Ober-Jeggen sowie Regelunterricht und Projekten kein unbekanntes Feld. „In einer kleinen vorbereitenden Unterrichtsstunde haben die Schüler gelernt, das eben nicht Hexen, Zauberer und andere sagenhafte Wesen ihre Finger im Spiel hatten, sondern es vielmehr auf die richtige Technik ankam, um die tonnenschweren Steine zu bewegen“, schilderten Holle Brandolini, didaktische Leiterin, und Lehrer Jens Schomburg.

Alle Hauptakteure erhalten am 30. April ein offizielles Crew-T-Shirt. Vor dem Höhepunkt (geplant ist der Findlingstransport ab 13 Uhr) lockt das Steinzeitfest ab 10 Uhr mit einem bunten Rahmenprogramm für die ganze Familie. Darbietungen versierter Steinzeitakteure werden ebenso geboten wie Mitmachaktionen (darunter eine Feuerstelle, Bogenschießen und Steinzeitmalerei) sowie Spiele, Musik, Speis und Trank (zum Beispiel eine Steinzeitsuppe).


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