Aktiver Naturschutz Bissendorfer Schüler erforschen Rosenmühlenbach

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Bissendorf. Im Unterricht die Umwelt erforschen durften jetzt Siebtklässler der Bissendorfer Oberschule am Sonnensee. Einen Tag lang erlebten sie die natürliche Vielfalt des Rosenmühlenbachs hautnah und packten für den Natur- und Artenschutz selbst mit an.

„Ihhhhhh, was ist das denn?“, ruft eine junge Schülerin. Sie steht mit Gummistiefeln mitten im Rosenmühlenbach und keschert gemeinsam mit einigen Klassenkameradinnen. „Das ist eine Wasserassel“, erklärt Ilka Krug nach einem kurzen Blick in den Kescher. Sie ist Umwelt- und Wildnispädagogin und betreut an diesem Projekttag gemeinsam mit Björk Dewert von „Natur unterwegs“ die Jugendlichen der Oberschule. Neben Wasserasseln, Minimuscheln und kleinen Wasserskorpionen haben die jungen Mädchen der 7c noch einen toten Egel aus dem Bach gefischt. „Der ist ja voll ekelig“, sagt die zwölfjährige Nele. „Ach, so ein Quatsch. Das ist ein voll cooles Tier“, ruft Neno (14 Jahre alt) ihrer Mitschülerin zu. Bewaffnet mit feinen Pinseln werden Tiere und Pflanzen von Sand und Schlamm befreit. Dann kommen sie zur genaueren Betrachtung in verschiedene Plastikgefäße.

Lebendiger Naturschutz

„Wir wollen nicht nur theoretisch mit Bleistift und Papier arbeiten, sondern den Schülern zeigen, wie aktiver Naturschutz funktioniert“, sagt Biologielehrer Daniel Niggemann. Es sei eben wirklich etwas anderes, Dinge live zu erleben. So wird an diesem Vormittag nicht nur untersucht: Die Schüler müssen richtig mit anpacken. „Wir bauen hier gerade ein Wohnzimmer für Fische“, sagen die beiden 13-jährigen Jungs Justin und Germaen. Dazu haben sie Hölzer im Bauchlauf versenkt und mit Stämmen gesichert. „Das lenkt den Bachlauf um, das Wasser fließt in Wellen und die Fische können sich zwischen und unter den Stöcken verstecken“, erklären sie. Etwas weiter Bach aufwärts ist eine Gruppe damit beschäftigt Bäume entlang des Ufers zu pflanzen. „Sie halten mit ihren Wurzeln das Ufer fest, bieten den Tieren Unterschlupf und beschatten den Bach“, weiß Dewert. Der 12-jährige Lucas wühlt währendessen emsig im Bachbett. „Hier müssen noch Pfähle gut 1,20 tief in den Boden“, sagt er, während er einen dicken Hammer schwingt. Begeistert erzählt er: „Es ist total spannend hier und macht echt Spaß.“

Bessere Umweltbildung kaum möglich

Bürgermeister Guido Halfter und Ulrich Schierhold vom Unterhaltungsverband 96 Hase-Bever machen sie vor Ort ein Bild von der Aktion. „Ich freue mich, dass die Schüler sich so praktisch mit dem Umweltschutz beschäftigen können“, sagt Halfter. Eine bessere Umweltbildung könne es kaum geben, als direkt vor der Haustür etwas für die Tier- und Pflanzenwelt zu tun. Besonders freue er sich, dass sowohl der Unterhaltungverband 96 als auch Björk Dewert vom Schulnetzwerk „Lebendige Hase“diesen Projekttag ermöglichen.


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