Kapelle zwischen Polka und Pop Frühjahrskonzert begeisterte mit Kontrastprogramm

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Bissendorf. Eine musikalische Reise von Böhmen bis in die Baker Street unternahm am Samstag die Blaskapelle Bissendorf-Holte mit ihren Gästen: Beim Frühjahrskonzert überzeugten die Bläser mit Vielseitigkeit und ansteckender Musikbegeisterung.

Wenn die Blaskapelle zu den Notenblättern greift, lassen sich die Fans nicht lange bitten. Schließlich garantieren die Konzerte der über 30 Bläser kurzweilige Unterhaltung und ein Programm, in dem für jeden Musikgeschmack etwas dabei ist. Dabei haben gerade ihre Frühjahrskonzerte eine lange und klangvolle Tradition: Bereits zum 40. Mal verwandelte die Blaskapelle – unterstützt von vielen engagierten Helfern – die Aula der Oberschule in einen frühlingshaft dekorierten Konzertsaal.

Grani zum zehnten Mal am Dirigentenpult

Zum zehnten Mal führte dabei Dirigent Leonardo Grani mit Elan und temperamentvoller Gestik seine Bläser durch eine Werksauswahl, die von romantischen Balladen über die schwungvolle Polka bis zum rockigen Sound keine Wünsche offenließ. Schon der Auftakt ließ dabei aufmerken. Denn mit der „Fanfare for the common man“ stellte die Blaskapelle gleich zu Beginn ihr musikalisches Niveau unter Beweis: Eindringliche Trommelschläge und präzise artikulierte Bläserphrasen steigerten sich bei dem bekannten Stück zum festlichen Fanal.

Freunde internationaler Marschmusik kamen bei „Unter dem Sternenbanner“ voll auf ihre Kosten. Denn die Blaskapelle setzte die inoffizielle Hymne der USA spritzig, eingängig und mit strahlendem Klangbild um. Den weich geblasenen Kontrast bot in böhmischer Behaglichkeit die Dorfmusik-Polka. Ohnehin ist die Polka aus dem Repertoire einer Blaskapelle kaum wegzudenken. Ihrem langjährigen Dirigenten Heinz Holtgreve widmeten die Bläser deshalb die „Polka Nr. 37“ von Siegfried Rundel, die im anregenden Wechsel der Stimmen für heitere Frühjahrslaune sorgte.

Filmmusik und rockiger Sound

Doch die Blaskapelle Bissendorf-Holte beherrscht nicht nur den traditionellen Bläserklang. Sie fühlt sich auch in Filmmusik, Rock und Pop merklich wohl. Die Zuhörer wippen mit den Füßen, der Schlagzeuger nickt im Takt: Der Kultsong „Maniac“ aus dem Film „Flashdance“ hat in der Interpretation der Blaskapelle auch nach über 30 Jahren nichts von seiner Wirkung verloren.

Doch das bestens gelaunte Ensemble unter der Leitung von Leonardo Grani kann auch anders. Sanft und voller Gefühl präsentierten die Bläser etwa die bekannte Ballade „The Rose“, die sich aus empfindsamem Piano im sanften Crescendo zu strahlend ausgespielter Hoffnung auf den Frühling steigerte. Und sie zeigten sich - etwa mit „Proud Mary“ und Joe Cocker - auch von ihrer rockigen Seite. Immer wieder setzte die Blaskapelle dabei mit außergewöhnlichen Besetzungen besondere klangliche Akzente.

Unverwechselbares Klangbild

Dann mischte sich zu Akkordeon und Klarinette, die längst ihren festen Platz im Ensemble gewonnen haben, kurzerhand noch ein Cello in die Reihen der Bläser. Die Jugendkapelle punktet ohnehin mit einer Besetzung, die ihr ein unverwechselbares Klangbild verleiht – und mit einer musikalischen Leistung, die in der barocken Gavotte von Arcangelo Corelli ebenso überzeugte wie im bluesigen „Mercy, Mercy“ oder mit „Skyfall“ auf den Spuren von James Bond. Dirigent Leonardo Grani zeigte zu Recht den erhobenen Daumen. Und mit ihm freute sich auch der Vorsitzende der Blaskapelle, Frank Knäuper, über die Musikbegeisterung des Bläsernachwuchses.

Auf ihn wartete unterdessen noch eine besondere Überraschung. Denn für 20 Jahre engagierter Vorstandsarbeit dankten die Bläser Frank Knäuper mit seinem Lieblingsstück und hielten zu „Schiff ahoi“ auch gleich noch das passende Holzschiff bereit.


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