Investitionen geplant Investoren retten Alva Naturkosmetik aus Bissendorf

Von Jörg Sanders

Alva Naturkosmetik aus Bissendorf ist gerettet: Investoren übernahmen das Unternehmen. Foto: David EbenerAlva Naturkosmetik aus Bissendorf ist gerettet: Investoren übernahmen das Unternehmen. Foto: David Ebener

Bissendorf. Nun ist es offiziell: Investoren haben das Bissendorfer Unternehmen Alva Naturkosmetik am Dienstag übernommen und die Insolvenz abgewendet. Was bleibt, was ändert sich?

Insolvenzverwalter Klaus Niemeyer bestätigte die Übernahme auf Nachfrage unserer Redaktion. Zwei natürliche Personen sowie der Körperpflegeprodukthersteller Alpenkräuter Warengesellschaft (Alwag) aus dem Allgäu gründeten eine neue Gesellschaft, übernahmen das Bissendorfer Unternehmen und sicherten sich die Markenrechte.

Über die konkrete Kaufsumme schweigen sich die Beteiligten aus. Nur so viel: „Die Summe ist sechsstellig“, sagt Thorsten Möllmann, geschäftsführender Gesellschafter der neuen Alva Naturkosmetik GmbH & Co. KG, im Gespräch mit unserer Redaktion. Bislang firmierte das Unternehmen unter Alva Naturkosmetik GmbH.

Insolvenz im November beantragt

Im November vergangenen Jahres hatte Alva die Insolvenz beantragt. Anfang Februar wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zwischenzeitlich führte sie zu Lieferschwierigkeiten. Das Unternehmen produziert hauptsächlich dekorative Kosmetik und Körperpflegeprodukte.

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Investoren retten Alva Naturkosmetik aus Bissendorf: Das Bild zeigt den geschäftsführenden Gesellschafter Thorsten Möllmann sowie die leitende Angestellte Carola Palm. Foto: Alva

Standort bleibt erhalten

Der Standort in Bissendorf bleibe erhalten, versichert Möllmann. Auch das Personal werde weiter beschäftigt. Lediglich im Verwaltungsbereich könnten Synergieeffekte genutzt werden, sagt Rechtsanwalt Niemeyer. „Wir werden aber investieren und künftig Personal aufstocken“, verspricht Möllmann. Zuletzt waren bei Alva neun Personen beschäftigt.

Gemeinde glücklich über Neustart

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter äußert sich glücklich über die Rettung des Unternehmens und die Sicherung der Arbeitsplätze. „Wir freuen uns, das Unternehmen in Bissendorf zu halten“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Produkte waren schon immer gut, und was Alva herstellt, ist zukunftsweisend.“

Möllmann: Alva ist eine Perle

Alva-Produkte sollen auch künftig im Fachhandel und nicht bei Discountern zu finden sein. Denn Alva ist „eine Perle mit hochwertigen Produkten, die bei Öko-Test immer sehr gut abgeschnitten haben“, sagt Möllmann. „Wir wollen die Produkte voranbringen, den Namen bekannter machen und breiter aufstellen.“ Bislang ist das Bissendorfer Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von – Möllmann zufolge – zuletzt rund zwei Millionen Euro ein eher kleiner Spieler auf dem Naturkosmetikmarkt. In den kommenden Jahren will Möllmann den Umsatz verdoppeln und Anteile im boomenden Naturkosmetikmarkt durch neue Vertriebskanäle deutlich steigern. Hierzu sollen Investitionen in neue Produktlinien und effektivere Produktionsbedingungen erfolgen.

Gesellschafter Alwag aus dem Allgäu

Gesellschafter Alwag als juristische Person ist eigener Angabe zufolge ein mittelständisches Unternehmen, das zahlreiche Körperpflegeprodukte herstellt. Das Unternehmen aus Weiler-Simmerberg im schwäbischen Landkreis Lindau beliefert Großabnehmer in Deutschland und umliegenden EU-Ländern. Daher passe Alva ins Gesamtkonzept, sagt Möllmann. Der Kauf sei „ein logischer Schritt gewesen, wenn man die Kosmetikbranche kennt.“ Auch Rechtsanwalt Niemeyer verspricht sich von der Übernahme „einen Erfolg“.

1988 in Wallenhorst gestartet

Mit dem Verkauf von Öko-Waschmitteln auf Wochenmärkten war Alva 1988 in Wallenhorst gestartet. Heute produziert Alva Körperpflegeprodukte und dekorative Kosmetik für Bio-Supermärkte, Apotheken, Naturkostläden und Reformhäuser. Eigener Angabe zufolge werden die Produkte in rund 30 Ländern auf vier Kontinenten vertrieben. 2011 zog die Firma nach Bissendorf. Damals betrug der Jahresumsatz rund zwei Millionen Euro – Tendenz steigend, wie in der gesamten Branche.

Die Gründe für die Alva-Insolvenz waren hausgemacht, hatte die ehemalige Geschäftsführerin, Carola Palm, unserer Redaktion berichtet – ohne diese konkret zu benennen.

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