Von Wissingen bis Natbergen CDU Bissendorf kritisiert Sanierungsplan ohne Radweg

Von Stefanie Preuin

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Bissendorf. Die Landesstraße 90 wird 2018 von Wissingen bis zur Stadtgrenze in Natbergen saniert — allerdings ohne Radweg. Diesen Plan kritisiert die CDU Bissendorf.

Die Grasnarbe zieht sich weit über den Asphalt, zwei Fahrräder sollten sich besser nicht begegnen, der Straßenverkehr zieht gefährlich nah vorbei — der Radweg entlang der Landesstraße 90 ist schlecht in Schuss. Eine Lösung scheint absehbar, denn für 2018 plant die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Sanierung der Fahrbahndecke auf der L90 und zwar von Wissingen bis zur Stadtgrenze Osnabrück, Höhe Brinkhege in Natbergen. Allerdings nicht die Instandsetzung des direkt anliegenden Radweges. Hier liegt das Dilemma. Die CDU Bissendorf wandte sich mit diesem Anliegen an Landtagsabgebordnete Gerda Hövel.

Schmaler Radweg

Im Zuge der Beratungen mit der Landesbehörde war offensichtlich geworden, dass der Radweg an der L90 gar nicht auf der Liste der offiziellen Radwege vermerkt ist. Der jetzige Radweg/Fußgängerweg gehört quasi zur Fahrbahn, es gibt keine bauliche Trennung, und hält die Mindestbreite eines Radweges nicht ein. Die vorgeschriebene Breite beträgt 2,50 Meter, dieser Weg ist etwa 1,50 Meter breit. Die geplante Fahrbahnsanierung soll nur bis zu den Straßenbegrenzungspfosten erfolgen. Für den Radweg sieht die Behörde (NLSTBV) keinen Handlungsbedarf.

Verständlicherweise — weil Landesstraße — möchte die Gemeinde die Kosten für eine Radwegsanierung nicht übernehmen. „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde für das Land baut. Es sind keine Fördermittel vorhanden“, sagte Bürgermeister Guido Halfter.

Ein weiteres Problem: Aufgrund des Wegfalls der Radwegebenutzungspflicht gibt es für die Beschilderung im Bereich Wissingen/Jeggen keine rechtliche Grundlage mehr. Es ist also absehbar, dass die Schilder demontiert werden. „Es ist kein einfaches Unterfangen — es ist ein Radweg, der keiner ist, aber ausgeschildert ist“, sagte Gerda Hövel beim Ortstermin.

Unklare Sachlage

Aus Richtung Melle ist die L90, Mindener Straße, als Radweg beschildert. Auf Höhe Firma Vellekoop endet der Radweg, hinter dem Kreisel ist er erneut ausgeschildert. Zwischen Wissingen und Jeggen dient er als Schulweg und bietet Schutz für die Radfahrer vor dem Verkehr. „Zudem ist er als Radwanderweg ausgezeichnet“, sagte Volker Buch, CDU-Vorsitzender.

Der Gemeinde ist es wichtig, früh genug zu kommunizieren, was an der Straße gebraucht wird und an der Planung teilzuhaben. Gleichzeitig mit den Baumaßnahmen an der L90 könnte auch eine neue Verrohrung und der barrierfreie Ausbau von Bushaltestellen umgesetzt werden. Die Ausschreibung für die Sanierungsmaßnahme erfolgt im Winter 2017. Die Entwurfsplanung liegt in Händen der Gemeinde, bevor aber ein Antrag formuliert werden kann, muss die Sachlage klar sein.

Querungshilfe abgelehnt

Die Ratsmitglieder Kerstin Willing und Simone Hartung sehen die Sicherheit auf dem Weg stark gefährdet. „Was ist, wenn der Weg rechtlich kein Radweg ist. Gibt es Probleme, eine Teilschuld bei Fahrradunfällen?“, fragte sich Simone Hartung, CDU-Ratsmitglied. Eine von dem Arbeitskreis Dorfentwicklung und der Gemeinde gewünschte Querungshilfe in Höhe der Turmstraße/Gartenstraße erachtete die Landesbehörde allerdings nicht als notwendig.

Die Länge des Radweges beträgt rund 4,3 Kilometer. In der Radwegeprioritätenliste ist der Radweg nicht vorhanden. „Auf der Prioritätenliste kann der Radweg nicht stehen, weil es ja eigentlich schon einen gibt“, erklärte Gerda Hövel, „fraktionsübergreifende Maßnahmen auf Landesebene müssen eingeleitet werden.“ Höwel geht damit der Anfrage der CDU Bissendorf nach, die den Plan der Behörde kritisiert.


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