Arbeitskreis setzt Zeichen Bissendorfer hissen Fahne gegen Gewalt an Frauen

Am internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde in Bissendorf die Fahne mit Vertretern aus Politik, Kirche und Vereinen gehisst. Foto: Stefanie PreuinAm internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde in Bissendorf die Fahne mit Vertretern aus Politik, Kirche und Vereinen gehisst. Foto: Stefanie Preuin

Bissendorf. Häusliche Gewalt trifft vor allem Frauen – quer durch die Gesellschaft und unabhängig von Nationalität und Religion. Am internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde in Bissendorf die Fahne für ein gewaltfreies Leben gehisst.

An einem der drei Masten vor dem Bissendorfer Rathaus weht die Fahne für ein gewaltfreies Leben. Die Fahnenaktion geht von „Terre des femmes“ aus und findet bundesweit Unterstützung. Auch in Wissingen und Schledehausen wurde die Fahne gehisst. Die Beteiligung an der Aktion zeigte, dass das Thema „Gewalt an Frauen“ nicht an Aktualität verliert.

Postkarten mit Hilfsangeboten

Unter dem Motto „Wir bringen Licht ins Dunkel – Nein zu häuslicher Gewalt“ verteilte der Arbeitskreis Familienbündnis Schlüsselanhänger mit LED-Lampen und Informationspostkarten mit Hilfsangeboten. Im Jahr 1981 organisierten Menschenrechtsorganisationen die erste Veranstaltung, bei der es um die Stärkung der Frauenrechte, Gleichstellung und die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen ging. In den Folgejahren wurde die Aktion ausgeweitet, in Bissendorf wurde die Fahne jetzt zum dritten Mal gehisst.

Diskussionsrunde

In einer anschließenden Diskussionsrunde im Bissendorfer Rathaus wurden Hilfsmöglichkeiten diskutiert, aber auch die Berührungsängste thematisiert. „Gewalt gegen Frauen wird ungern angesprochen, es ist ein sensibles Thema auf das aufmerksam gemacht werden muss“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin und Gleichstellungsbeauftragte Angelika Rothe. Dabei wurde in der Gesprächsrunde deutlich, dass auch Fälle in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis vorkommen, die Thematik also sehr nah ist. Durch die Abhängigkeit einiger Frauen sei es aber schwierig, diese aus einer gewalttätigen Beziehung zu holen.

„Strafmaß zu niedrig„

Zudem sei das Strafmaß zu niedrig, so die Gesprächsteilnehmer. „Das Thema ist von Scham besetzt und schwer greifbar. Außerdem gibt es nicht nur körperliche Gewalt gegen Frauen, sondern auch psychische Gewalt in der ganzen Familie“, erzählte Silvia Reiner, Leiterin der Kindertagesstätte Schelenburg. Eine genaue Beobachtung der Situation, ohne in eine Überrektion zu verfallen, Hilfsangebote und Weitervermittlung an die richtigen Stellen, wie den Kinderschutzbund, psychosoziale Beratungsstellen oder Pro Familia sieht der Arbeitskreis Familienbündnis als gute erste Unterstützung.


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