Fest der Kulturen Thema Afrika bei Projektwoche der OBS Bissendorf

Läutete nach der Info-Veranstaltung den Trommelworkshop mit den Oberschülern ein: Wolfgang Lieberknecht von der „Initiative Black&White“. Foto: Horst TroizaLäutete nach der Info-Veranstaltung den Trommelworkshop mit den Oberschülern ein: Wolfgang Lieberknecht von der „Initiative Black&White“. Foto: Horst Troiza

Bissendorf. Armes Afrika, reiches Europa. Die „Initiative Black&White“ war zu einem Workshop in der Oberschule am Sonnensee (OBS), wo sie mit einer Informationsveranstaltung über den schwarzen Kontinent und einem Trommelkurs die Projektwoche „Fest der Kulturen“ einleitete.

Fremde Menschen sind ins Land gekommen, geflüchtet vor Krieg oder Not, oder beidem. Trotzdem werden sie nicht von jedem hier willkommen geheißen, oft aus Unwissenheit über jene Probleme, die in ihren Heimatländern herrschen. Und viele wissen nicht einmal, dass in den meisten Fällen der Kolonialismus die Ursache für dieses Elend ist.

Einzelschicksale

„Eine Frau arbeitet für umgerechnet 30 Euro im Monat. Ein Mann muss außer Landes fliehen, weil er sich für mehr Demokratie eingesetzt hat.“ Wolfgang Lieberknecht personalisiert gern, breitet Einzelschicksale aus, um das Große zu erklären. Nämlich die Ungerechtigkeit der Ersten Welt gegenüber den Ländern, die zumeist als Dritte Welt bezeichnet werden. Der Grad der Armut der Bewohner wird meist nur noch von der Perspektivlosigkeit übertroffen, die dort herrscht.

„Der Schulbesuch kostet Geld, die Schuluniform auch. In einer Klasse sitzen 60 Schüler“, klärt der Leiter der „Initiative Black&White“ seine Zuhörer in der Aula der OBS auf. Einen Tag lang ist er mit vier schwarzafrikanischen Kollegen hier als Gast spricht über die Verhältnisse auf dem Kontinent, der nur 14 Kilometer entfernt von Gibraltar beginnt und trotzdem manchem nicht näher ist als die Rückseite des Mondes.

Hintergründe erklären

„Die Schüler sind konzentriert und hören gebannt zu“, hat Lehrerin Holle Brandolini den Eindruck. Anke Schröder, Konrektorin und Projektleiterin von „Fest der Kulturen“, hat ebenfalls zugehört und bemerkt: „Die Schüler nehmen etwas mit.“ Die Mitwirkung der seit 20 Jahren in Schulen tätigen Bildungsinitiative soll dazu beitragen, den Schülern die Hintergründe dafür zu erklären, warum Menschen ihre Heimat verlassen und zu uns kommen. „Auch hier an der Schule haben wir Kinder aus Flüchtlingsfamilien“, erklärt Schulleiterin Gisela Kascha.

In den kommenden Tagen der Projektwoche werden die Schüler aller Klassen in rund zwei Dutzend unterschiedlichen Workshops mit Titeln wie „So leben Kinder anderswo“, „World News“, „Sport aus aller Welt“ oder „Kreatives Indien“ intensiven Kontakt mit dem Leben und den Problemen anderswo erhalten. Zum Auftakt geht es allerdings laut zu: Die Gäste von „Black&White“ lehren ihr Publikum, mit welcher Freude in Afrika getrommelt wird.


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