Klangvoller Chorgeburtstag Shine singt zum 20-Jährigen in Achelrieder Kirche

Von Frank Muscheid


Bissendorf. Die voll besetzte Achelrieder Kirche leuchtete am Samstag in Orange. Mit einem rauschenden Konzert und großen, satten Melodien hat der Gospelchor Shine sein 20-jähriges Bestehen gefeiert.

„Wir haben einen sehr schönen Abend gehabt mit Ihnen, bedanken uns, dass Sie unsere Geschichte freundlich begleitet haben, uns immer wieder Mut machen, uns zuhören und applaudieren – ein großes Geschenk“, zeigte sich Chorleiterin Dorothee Steinkamp gegen Ende bescheiden. Dabei machte der Chor ein ebenso großes Geschenk, ein mitreißendes Konzert, das stehende Ovationen der mehr als 500 Zuschauer auslöste.

Shine ist inzwischen auf rund 60 Mitglieder angewachsen, das spricht für sich. Unter Steinkamps Leitung gründeten zwölf Sänger vor 20 Jahren das Ensemble „Haste Töne“ in Achelriede, das sich 2002 nach seiner ersten CD „Shine“ umbenannte. (Weiterlesen: Bissendorfer Gospelchor Shine feiert Gründungstag)

Verneigung vorm Gospelchor

Bürgermeister Guido Halfter nutzte die Bühne, um sich im Chor-Shirt als Fan zu bekennen: „Bei dieser Musik wird mir warm ums Herz.“ Er verneige sich vorm Gospelchor, der eine besondere Bedeutung für die Kirche, die Kultur und das musikalische Leben in der Gemeinde habe. „Gratulation, Gospelchor Shine, für 20 Jahre!“ Dazu gratulierte auch der Posaunenchor Achelriede. Unter anderem harmonieren beide bei den Adventskonzerten prächtig. Es gab jeweils Geldspenden. (Weiterlesen: Erlös aus Adventskonzert – 1000 Euro für das Bissendorfer Flüchtlingspaket)

Auf Eintritt oder Getränkepreise verzichtete der Chor bei seiner Party – was die Gäste für CD oder Getränk freiwillig gaben, soll dem Projekt „Happy Home“ für 30 Jungen und Mädchen in Bangladesch zugute kommen. 1996 hatte neben dem „Golden Goal“ von Oliver Bierhoff auch den neuen „Singkreis“ zu bieten, so Pastor Christoph Schnare. „Haste Töne“ sei mit Begeisterung für neues christliches Liedgut erstmals im Gottesdienst aufgetreten und brach gleich ein Tabu: „Es wurde laut geklatscht, heute ganz selbstverständlich“, so Schnare. „Für Kirchenmusik begann ein neues Zeitalter.“

(Weiterlesen: Sie singen, wo sie gehen und stehen)

Chor- und Solisten-Energie

Musikalisch überzeugte der Chor auch am Ehrentag durch sein minutiöses, harmonisches Zusammenwirken und die vielen Instrumentalisten und Solisten. Während der erste Teil sich oft ruhigen, aber energetischen Gospels widmete – perfekt vereint im Meilenstein „I will follow him“ – drehte der Chor im zweiten Teil mit Pop richtig auf, wie dem epischen „Hymn“ oder „I still haven’t found“ von U2, wo Chorleiterin und Marion Herkenhoff solo glänzten. Und Shine legte noch eine Schippe Selbstsicherheit drauf als ganz mächtiger, ausgefeilter und souveräner Klangkörper. Einen musikalischen Rahmen fand der Posaunenchor mit „Glory Halleluja“ oder „Just a Closer Walk with Thee“, im Vergleich zu den hellen, manchmal stürmischen Chorsätzen eher gravitätisch-feierlich, aber auch beswingt-lässig. (Weiterlesen: Gospels im Schledehauser Gottesdienst)

Kevin Mackay überzeugte mit Reibeisenstimme in „Wonderful World“, während Claudia Schumann und Heidi Gehrs in „Deep River of Love“ ein Gänsehautduett ablieferten. Gitarrist Hans van Eijsden überzeugte auch als Solist in „Going Down to Jordan“, gesanglich gut aufgelegt waren auch Marion Herkenhoff, Ingrid Ochterbeck, Silke Witte und Jochen Gläser in „I almost let go“. An der Gitarre spielte außerdem Norbert Oevermann ganz stark, am Piano Ulrike Schnare, Groove erzeugten am Cajon Tanja Riemann und an der Trommel Peter Kalus. Mit den Zugaben „Don’t stop“ und „Oh Happy Day“, bei dem Mackay und Beate Weith solistisch glänzten, endete ein großer Chorgeburtstag.