Batnight in Bissendorf Mit Taschenlampen auf der Suche nach der Fledermaus

Batnight in Bissendorf: Wilhelm Bruns erklärte, was es mit Fledermäusen auf sich hat. Foto: Stefan BuchholzBatnight in Bissendorf: Wilhelm Bruns erklärte, was es mit Fledermäusen auf sich hat. Foto: Stefan Buchholz

Bissendorf. Zur 20. Internationalen Nacht der Fledermaus am Wochenende bot sich am Sonnensee die Gelegenheit, den pfeilschnellen Vögeln nachzuschauen – und nachzulauschen. Mehr über die hübsch-hässlichen Tiere wusste Naturschützer Wilhelm Bruns zu berichten.

Er hatte die Bissendorfer Batnight (Fledermausnacht) organisiert. Wobei keiner der 20 kleinen und großen Teilnehmer eine ganze Nacht am Sonnensee verbringen musste. Denn schnell hatte Bruns sein umfangreiches Wissen komprimiert vorgetragen.

So war zu erfahren, dass die Fledermäuse so heißen wie sie heißen, weil sie erstens flattern (fleder) und zweitens aussähen wie Mäuse. Die menschengemachte Vorstellung, den Tieren vampirhafte Züge anzudichten, komme aus den USA. Dort würde erzählt, die Nachtjäger nagten auch schon mal an den Beinen von Rindern um an ihr Blut zu kommen, so Bruns.

Von Windrädern geschreddert

Tatsächlich aber seien Fledermäuse in ihrer Existenz bedroht. Nicht nur, dass ihnen eine immer dichter werdende Bebauung kaum noch ruhige Rückzugsoasen lasse. Auch Windräder forderten hohe Opferzahlen unter den Fledermäusen. „Man hat hochgerechnet, dass bis zu 300000 Tiere jährlich von den Anlangen geschreddert werden“, teilte Bruns mit.

Waren Fledermäuse am dämmernden Abendhimmel nur für geübte Augen auszumachen, konnten die Kinder mithilfe starker Taschenlampe der Wasserfledermaus nachspüren. Bruns zeigte, wie man die schnellen Insektenjägern mit dem Leuchtstrahl verfolgen kann.

Mit dem Bat-Detektor

Übrigens nicht nur optisch. Auch akustisch ließ sich den Tieren nachspüren. Dazu brauchte es einen sogenannten Bat-Detektor: „Kriegt man schon für 20 Euro“. Je nach Frequenz drangen so via Kopfhörer die Echolotpeilsignale der chronisch schlecht sehenden Fledermäuse ans Ohr.

Einen Vorsatz fasste Bruns schon für die Batnight im nächsten Jahr: Dann fange man schon um 20 Uhr an, um auch mehr Fledermäuse in der Luft beobachten zu können.


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