Offener Brief an Firma Solarlux Bissendorf verabschiedet wichtigsten Gewerbesteuerzahler

Im September feiert Solarlux die große Eröffnung des neuen Standorts in Melle-Drantum. Foto: David EbenerIm September feiert Solarlux die große Eröffnung des neuen Standorts in Melle-Drantum. Foto: David Ebener

Bissendorf. Was wird aus dem alten Standort der Firma Solarlux in Bissendorf? Das ist laut Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) immer noch ungeklärt. Mit einem offenen Brief hat er sich jetzt erst einmal von dem Wintergartenhersteller verabschiedet, der nach Melle gezogen ist.

Schmerzhaft für Bissendorf ist vor allem der Wegfall der Gewerbesteuern, die Solarlux bislang dort gezahlt hat. Ab dem kommenden Jahr geht die Gemeinde leer aus; in diesem Jahr fließt noch etwas Geld in die Gemeindekasse, da Solarlux Teile der Produktion in der Bissendorf gelassen hatte. Am 10. und 11. September feiert das Unternehmen groß die Eröffnung des Solarlux-Campus im Industriepark im Meller Ortsteil Drantum an der Autobahn 30. Halfter: „Die Stadt Melle und meinen Bürgermeisterkollegen Reinhard Scholz kann ich zu dieser großartigen Firmenansiedlung nur beglückwünschen.“

Mehr als 20 Jahre in Bissendorf

Eine „unternehmerische Ära“ gehe in Bissendorf mit dem Wegzug von Solarlux zu Ende, schreibt Halfter in seinem offenen Brief an die Solarlux-Chefs Herbert und Stefan Holtgreife. Mehr als 20 Jahre sei Solarlux in Bissendorf zu Hause gewesen. „In dieser Zeit war Solarlux ein Gewinn für die Menschen, die bei Euch arbeiten und sich für Eure Ideen und Visionen einsetzen. Solarlux war aber auch ein Gewinn für unzählige Bissendorfer, die von Eurem sozialen, sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Engagement profitiert haben“, so Halfter. „Wir alle haben profitiert von dem wirtschaftlichen Erfolg einer simplen wie genialen Idee, nämlich Fenster einfach ins Nichts zu falten.“ Die Steuereinnahmen seien in Bildung, Betreuung, soziale Projekte und die örtliche Infrastruktur geflossen.

Natberger Feld

Dann kam der Streit ums Natberger Feld. Zur Erinnerung: 21,5 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche im Bissendorfer Ortsteil Natbergen waren reserviert als Erweiterungsfläche für Solarlux – die Firma platzte am alten Standort im Gewerbepark an der A30 aus allen Nähten. Gegen die Nutzung des Areals als Gewerbegebiet kämpfte jedoch die von den Bissendorfer Grünen unterstützte Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“. „Wir haben alles nur Erdenkliche getan, um auch gegen unsägliche wie unsachliche Widerstände Solarlux weiterhin in Bissendorf ein Zuhause bieten zu können“, schreibt Halfter. Solarlux entschloss sich vor drei Jahren schließlich gegen den Standort Bissendorf und für Melle. (Weiterlesen: Wieder Diskussionen um Natberger Feld in Bissendorf)

Folgenutzung erwünscht

Zum alten Solarlux-Standort im Bissendorfer Gewerbepark sagt Halfter auf Nachfrage: „Wir werden alles tun, um dort eine Folgenutzung herstellen zu können.“


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