Schelenburg wird zur Galerie Kubiss-Ausstellung in Bissendorf gibt vielseitiger Kunst neuen Rahmen


Bissendorf. „Schrill, schräg, skurril … und schön“ lautete das Motto der Ausstellung, die jetzt in der Schelenburg stattfand. Zwei Tage lang füllten die Mitglieder des Kulturvereins Bissendorf (Kubiss) mit Beiträgen der bildenden Kunst, Musik und Lesungen verschiedene Räume.

Auf dem Flur im ersten Stock zog ein großflächiges Acrylbild von Karin Bergmann die Blicke der Besucher auf sich. Neben dem Werk namens „Silbenrausch“ stand eine blau-goldene Nana. Rechts davon leitete die Malerei „Sternenstaub“ von Karin Lenser zu weiteren Werken beider Künstlerinnen im Rittersaal über.

Vielseitige Bilder und Skulpturen

Hier wurden Holzstelen mit kraftvoll wirkenden, farbreich gestalteten Natursteinen ausgestellt. Da symbolisierte eine Skulptur namens „Schritte Wagen“ Zuversicht auf dem Weg vom Schatten ins Licht. Skurrile Skulpturen wie das „Spiegel-Ei“ trafen auf bunte Collagen wie „Den Bock zum Gärtner machen“.

Renate Berger von der Gruppe „Schriftrolle“ wandelte im goldenen Kleid, samt Besen und blinkenden Schuhen durch das Kreuzgewölbe. „Das sind mystische Strahlen“ sagte sie augenzwinkernd. Zwischen einem Infostand und ein paar Plätzen zum Verweilen stellte auch Ingrid Eberhard aus. Eines ihrer Acrylbilder trug die gelernte Industriekauffrau als T-Shirt-Druck am Körper.

Skurrile Lied- und Wortbeiträge

Johannes Eidt und Anne Koch-Gosejacob gaben Lied- und Wortbeiträge über Menschen, die man gerne loswerden würde zum Besten. Im Hintergrund ein Bild von Angelika Rothe. Foto: Johanna Kollorz

Im vorderen Tonnengewölbe, zwischen Bild gewordenen Farben, Formen und Ideen der Kubiss-Vorsitzenden Angelika Rothe, gab Johannes Eidt skurrile Songs zum Besten. „Mutter komm nie wieder“ war einer davon, an dessen unsanftes Ende Anne Koch-Gosejacob einen weiteren Beitrag über Menschen anknüpfte, die man gern loswerden würde.

Auf dem Weg zur Fotoaufnahme mit den anwesenden Künstlern drückte mir ein Akteur ein Blatt mit einem an „Die Reporterin für N, O, Zett“ gerichteten Limerick in die Hand. Auch Bürgermeister Guido Halfter, der zur Eröffnung des Ausstellungswochenendes viele anerkennende Worte fand, bekam solch einen scherzhaften Fünfzeiler überreicht.

Halfter und Hausherr zollen Akteuren Respekt

„Wir haben Spaß daran für zwei Tage eine Galerie im Haus zu haben, welche die Vielseitigkeit aller Kunstgattungen, die sich in Bissendorf organisiert haben, abbilden kann. Sicherlich geschieht dies nicht auf Salzburger Niveau, aber ich habe großen Respekt vor den Akteuren“, betonte auch Hausherr Joachim Kellermann von Schele.

Neben dem Abwechslungsreichtum des Dargebotenen war den Künstlern auch an der Beweglichkeit ihrer Kunst innerhalb der stimmungsvoll in Szene gesetzten Räume gelegen. Im hinteren Tonnengewölbe herrschte beruhigende Snoozel-Atmosphäre bei Kerzenschein und wabernden Wandprojektion.

Tierische Motive im Tonnengewölbe

Inmitten überwiegend tierischer Motive von Kerstin Willing trug Dirk Bardelmeier dem interessierten Publikum ein paar kurze Verse vor. In diesen widmete sich der krankheitsbedingt verrentete Wortkünstler und Vater dreier Kinder mit ungeschminkter Sprache Elternsorgen von Sammelmappe bis Babyklappe und Hundescheiße am Strand.

Für sein Kurzgedicht „Hände, so jung oder so alt. Hände ganz warm oder ganz kalt. Hände so zärtlich oder bringen Gewalt. Hände zerstören oder geben Gestalt. Hände zerstoßen oder geben uns Halt“, erntete er lauten Applaus. „Ich finde alles sehr schön und vielseitig“, betonte Besucherin Brigitte Unterbusch.


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