Thema Hochwasserschutz Umweltminister Wenzel besucht Bissendorf

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) informierte sich an der Wierau über den Hochwasserschutz der Gemeinde Bissendorf. Foto: Michael GründelNiedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) informierte sich an der Wierau über den Hochwasserschutz der Gemeinde Bissendorf. Foto: Michael Gründel

Bissendorf. Starke Regenfälle können dem Ortsteil Wissingen kaum etwas anhaben. Der Ort bleibt zwar nicht trocken, aber überschwemmungsfrei. Dafür sorgen drei Hochwasserschutzmaßnahmen. Diese Bauwerke wurden jetzt von Stefan Wenzel, niedersächsischer Umweltminister, begutachtet.

Es war ein rundum guter Nachmittag. Die Wierau floss sanft durch ihr idyllisches und sicheres Bett und an ihrem Ufer gab es nur zufriedene Gesichter. Bürgermeister Guido Halfter zeigte Umweltminister Stefan Wenzel das schöne Gemeindefleckchen, das vor genau sechs Jahren in den Fluten unterging, Hydroingenieur Michael Kipsieker erläuterte dem Minister und seiner Begleitung die umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen und Stefan Wenzel lobte die Initiative der Gemeinde und die Ingenieurleistung.

Insgesamt kostete der Hochwasserschutz in Wissingen 832.000 Euro, für die Gemeinde finanziell nur realisierbar durch die üppige Förderung von 582.000 Euro durch Bundes- und Landesmittel des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Dieses Geld sei gut angelegt und hier perfekt eingesetzt worden, lobte Stefan Wenzel. Denn Starkregenfälle, wie die, die im August 2010 zur weiten Überflutung Wissingens geführt hatten, werde es immer häufiger geben, sagte der Umweltminister.

Ein Jahrhundertereignis

„Hochwasser sind nicht abwendbar, deshalb haben wir hundertjährig gebaut“, so Michael Kipsieker. Die Überschwemmung im Jahr 2010 gilt als hundertjähriges, also statistisch äußerst seltenes, Ereignis. Sollte der Pegel der Wierau wieder in diesem Maße ansteigen, bleibt der Fluss dank des umgesetzten Hochwasserschutzes jetzt in seinem Bett. Zwar lassen sich Hochwasserschäden nicht genau definieren, dennoch geht Kipsieker von einem Schadenspotenzial bis zu 3 Millionen Euro an dieser Stelle aus, ein Wert, der wichtiges Kriterium für die Förderung durch das NLWKN wurde.

Drei Schutzmaßnahmen

Michael Kipsieker führte den Umweltminister zunächst zur 1,75 Meter hohen Spundwand an der Engstelle der Wierau, von wo sich das meiste Wasser in den Ort ergossen hatte. Kleiner Wermutstropfen: Das idyllische Flüsschen ist jetzt nicht mehr zu sehen. Allerdings überwiegt bei weitem der Nutzen. Weiterlesen: Hochwasseralarmplan für Bissendorf entwickelt.

Etwa dreihundert Meter flussaufwärts zeigte Kipsieker das aufwendigste Bauwerk, eine zwanzig Meter breite und lange Verbindung zwischen Wierau und Linner See. Steigt der Pegel der Wierau, entweicht das Wasser durch eine Flutmulde und ergießt sich in den See. 150.000 Kubikmeter Wasser kann der See zusätzlich fassen. Die Wierau wird schon vor der Engstelle im Ort entlastet.

Als dritte Maßnahme nannte Michael Kipsieker zwei erhöhte Wege, die als Wall dienen. „Selbst bei einem ‚fünfhundertjährigen Ereignis‘ sind wir sicher, dass der Linner See nur langsam überfließt und kaum Schaden anrichtet“, versicherte Kipsieker.

Dank für gelungenes Projekt

Für Stefan Wenzel und Guido Halfter war die Besichtigung des gelungenen Hochwasserschutzes ein guter Grund, um den Anliegern, den Hydroingenieuren der Planungsgesellschaft für Siedlungswasserwirtschaft mbH und dem NLWKN für ihre Arbeit zu danken.


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