Politik – kein Thema für Frauen?! Politikerinnen diskutieren in Bissendorf

Von Silke Bicker

Diskussion im Atrium des Technologie Centrums Bissendorf: (von links) Gabriela König, Annette Niermann, Susanne Breiwe, Doris Beinker und Magdalene Heuvelmann mit Moderatorin Almut Detert. Foto: Silke BickerDiskussion im Atrium des Technologie Centrums Bissendorf: (von links) Gabriela König, Annette Niermann, Susanne Breiwe, Doris Beinker und Magdalene Heuvelmann mit Moderatorin Almut Detert. Foto: Silke Bicker

Bissendorf. Fünf Politikerinnen aus dem Landkreis Osnabrück trafen sich jetzt im Atrium des Technologie Centrums zu einer Podiumsdiskussion des Landfrauenverbandes Osnabrück. Die Vorsitzende des hiesigen Kreisverbandes, Almut Detert, moderierte die Veranstaltung.

Politik fände weder im Elfenbeinturm noch in einem Kämmerlein vor Ort statt. Sondern mit direktem Kontakt zu Mitmenschen, so leitete Detert die Podiumsdiskussion ein. Sie drehte sich im Prinzip um die Fragen, was Frauen motivieren kann, in die Politik zu gehen und sollte auch an Frauen appellieren, Politikerinnen unterstützend zu wählen. Denn nur so könnten diese etwas bewirken. „Meckern ist ja einfach. Aber wer nicht wählt, darf nicht meckern“, sagte Detert.

Weiterlesen: „Männerdomäne“ Kommunalpolitik – Frauen durch Frauen vertreten

Familie und Beruf

Einige der fünf Politikerinnen waren zwischenzeitlich alleinerziehend, einige, wie zum Beispiel Annette Niermann, unabhängige Bürgermeisterin Bad Iburgs, sind verheiratet und müssen dennoch zusehen, wie sie Beruf und Familie unter einen Hut bekämen. Eine Situation, die viele der knapp 30 anwesenden Landfrauen kennen dürften.

„Meine Mutter hatte zehn Kinder und ist 1968 in den Landrat gewählt worden“, teilte Magdalene Heuvelmann, parteilose Bürgermeisterin in Glandorf, leichthin mit. Dabei schnappten einige Zuhörerinnen hörbar nach Luft.

Weiterlesen: Kein Teil männlicher Machtstruktur sein

Hilfe von den Mitarbeitern

Als Historikerin macht sich Heuvelmann nach eigener Auskunft Sorgen um die Demokratie. Für den Entschluss, sich zur Wahl zu stellen, sei zentral gewesen zu gucken, wo sie Einfluss geltend machen könne. „Ich hatte zuvor keinerlei bürokratische Erfahrung, aber man kann Seminare besuchen. Und meine Mitarbeiter bringen die nötige Verwaltungskompetenz mit“, so Heuvelmann zur Frage, ob es Unterstützung gebe.

„Man muss sehen, wie man klar kommt und wirft sich in das sprichwörtliche kalte Wasser, lernt schwimmen. Mir hilft es immer, den gesunden Menschenverstand einzusetzen, situationsbedingt mit gutem Gewissen zu handeln und daraus zu lernen“, sagte die Landtagsabgeordnete Gabriela König (FDP) engagiert. Solidarität gebe es oft auch über Parteigrenzen hinaus. Man könne sich treffen.

Weiterlesen: Frauen interessieren sich erheblich weniger für Politik als Männer

Breiwe: „Zickentheater statt Solidarität“

Die stellvertretende Landrätin Susanne Breiwe (CDU) meinte zu diesen überparteilichen Kontakten: „Das hänge immer von den handelnden Persönlichkeiten ab. Allerdings ist meine Erfahrung, dass Frauen vieles persönlicher nehmen als Männer. Bei Frauen gibt es leider immer noch mehr Zickentheater als solidarisches Verhalten.“

Frauen würden im Gegensatz zu den meisten männlichen Politikern der älteren Generationen mit offenem Visier kämpfen. „Auch darum hätten sie oft Schwierigkeiten sich zu behaupten. Bei der nachkommenden, jüngeren Generation sei das schon anders“, führte Doris Beinker (SPD), Ratsfrau in Bissendorf, aus.


0 Kommentare