Neue Unterkunft in Bissendorf Holter Burg macht sich bereit für Flüchtlinge

Von Sandra Dorn

Sie freuen sich auf die Flüchtlinge: Die Sozialarbeiter Matthias Zimmermann und Andrea Atkin. Foto: Swaantje HehmannSie freuen sich auf die Flüchtlinge: Die Sozialarbeiter Matthias Zimmermann und Andrea Atkin. Foto: Swaantje Hehmann

Bissendorf. Die Betten sind bezogen, die Wohnzimmer mit Sofas und Teppichen ausgestattet. Ab der kommenden Woche werden in der Holter Burg Flüchtlinge einziehen. Die Gemeinde Bissendorf hat die ehemalige Bildungsstätte zu diesem Zweck im März für rund 280000 Euro gekauft.

Bissendorf. Es werden überwiegend Familien aus Syrien und Afghanistan sein, die im idyllischen Holte ein Zuhause auf Zeit finden werden – 35 Personen erwartet die Gemeinde bis Ende Mai. Seit vergangener Woche sind die Sozialarbeiter Andrea Atkin und Matthias Zimmermann damit beschäftigt, es den Schutzsuchenden so wohnlich wie möglich zu machen. Beide sind angestellt bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo), mit der die Gemeinde einen Kooperationsvertrag geschlossen hat.

Flüchtlinge sollen mithelfen

Mit dem Streichen der Wände und der Herrichtung des Grillplatzes hinter dem Haus warten sie noch – dabei sollen die neuen Bewohner helfen, damit sie erstens etwas zu tun haben und sich zweitens mit ihrer Unterkunft identifizieren, erläutert Andrea Atkin. „Vielleicht können wir noch einen Fahrradkeller einrichten“, sagt Matthias Zimmermann. Auf jeden Fall wollen die beiden Sozialarbeiter dafür sorgen, dass sich die Schutzsuchenden nicht langweilen. Wenn dabei außerdem der Kontakt zu Deutschen hergestellt werden kann – umso besser. Unterstützung bekommen die beiden Sozialarbeiter von den Holteranern. Viele hätten bereits angeboten, bei der Kinderbetreuung zu helfen oder Deutschkurse für die Eltern anzubieten. „Wir haben auch schon die Idee, Patenfamilien zu finden“, sagt Atkin. (Weiterlesen: Ehrenamtliche in Bissendorf sind Stützen der Flüchtlingshilfe)

Außer vier alleinreisenden Syrern sind nur Familien für Holte angekündigt, die meisten hätten Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren, erläutert Zimmermann.

In der Küche wird es voll

In der Küche werden sie acht Kühlschränke vorfinden – für jede Familie einen –, dazu mehrere Herde zum Kochen. Da die Zimmer allesamt malerische Ausblicke auf Holte bieten, aber sehr klein sind, haben Atkin und Zimmermann im Erdgeschoss zwei Wohnzimmer eingerichtet und sich dabei gespendeter Möbel bedient. Im Obergeschoss wollen sie noch ein Spielzimmer für die Kinder herrichten. Dafür bräuchten sie noch geeignete Teppiche und kleine Regale, „und bloß keine Plüschtiere!“, sagt Atkin, davon hätten sie längst genug.

Erfahrung mit Flüchtlingen

Die Sozialarbeiterin bringt viel Erfahrung mit der Betreuung von Flüchtlingen mit, zuletzt war sie im Containerdorf in Melle-Riemsloh tätig. Nach dem Abitur in Aachen zog sie nach England, studierte dort soziale Arbeit und kehrte 20 Jahre später nach Deutschland zurück. „Da musste ich mich selbst integrieren“, sagt sie grinsend. Für die Flüchtlingsunterbringung in der Holter Burg hat sie ein Konzept entwickelt, das aber alles andere als starr ist. „Das Ganze muss wachsen und gedeihen“, sagt Atkin.

Ambulante Hilfen

Sie und Matthias Zimmermann teilen sich die Stelle und werden den Flüchtlingen tagsüber als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Beide sind nebenher weiter im Team Ambulante Erzieherische Hilfen der Awo Osnabrück tätig. Zimmermann, der ursprünglich eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht hatte, betreut dort mehrere Familien, viele davon mit Migrationshintergrund. Er kommt ursprünglich aus dem Bereich der offenen Jugendarbeit, hat in Oesede den offenen Jugendtreff aufgebaut.

Bis zu 40 Schutzsuchende

Bis zu 40 Personen können in dem ehemaligen Bildungshaus leben, das die Gemeinde Bissendorf den evangelischen Kirchenkreisen Georgsmarienhütte und Osnabrück abgekauft hat.


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