Kunst und Archäologie Stoffinstallation zeigt Hünengrab Jeggen in neuem Gewand


Bissendorf. Jeggen, ein kleiner Ort mit großer Vergangenheit, macht wieder von sich reden: Am Europäischen Tag der Megalithkultur wird am Hünengrab von Vertretern des Landkreises, der Stadt- und Kreisarchäologie und Künstler Reinhart Dasenbrock die Installation „Zeitenkorrespondenz“ eröffnet.

Mit dem Land-Art-Projekt wollen der Landkreis Osnabrück, die Stadt- und Kreisarchäologie und der Rauminstallationskünstler die Aufmerksamkeit auf ungewöhnliche Weise auf das beeindruckende Bauwerk der Jungsteinzeit lenken. Das Hünengrab Jeggen liegt an der 330 Kilometer langen „Straße der Megalithkultur“, einer seit 2009 beschilderten Ferienstraße mit 33 Einzelstationen, die von Osnabrück durch das Emsland nach Oldenburg führt.

Besondere Aktionen in Nachbarländern

„2013 ist uns der Versuch gelungen, das Projekt auf internationale Ebene zu heben“, betont Archäologe Bodo Zehm und verweist darauf, dass am letzten Sonntag im April auch in den Nachbarländern besondere Aktionen an den ältesten Monumenten Europas stattfinden. Den Auftakt der Feierlichkeiten im Landkreis Osnabrück bildete 2013 die „Nacht der Mythen und Legenden“ in Jeggen. Ihr folgte ein „Grünes Klassenzimmer“ am Großsteingrab Giersfeld in Westerholte (Ankum), an dem Reinhard Dasenbrock im Auftrag der Stadt- und Kreisarchäologie eine ähnliche Stoffinstallation schuf.

Pflege des Kulturerbes

Dass die Bauerschaft Jeggen jetzt abermals zum Schauplatz des eingespielten Teams wurde, hat einen guten Grund: So hoben neben den Archäologen Bodo Zehm und Axel Friederichs auch Kreisrat Matthias Selle und Bürgermeister Guido Halfter das Engagement der Interessengemeinschaft „Jeggen lebt ´07“ um Lothar Niekamp und Hermann Huser hervor, die sich seit vielen Jahren vorbildlich um die Pflege des zu bewahrenden Kulturerbes kümmert. ( Weiterlesen: Großsteingrab soll aufgewertet werden )

Industriell gefertigter Stoff

„Bei meinen Installationen und Objekten spielt der Raum eine wesentliche Rolle. Je nach seiner Beschaffenheit treffe ich die Auswahl der häufig gegensätzlichen Materialien. Am Hünengrab Jeggen möchte ich den Antagonismus der verwitterten Steine und des weichen roten Inlettstoffs aufzeigen. Es geht um das Zusammentreffen von Früh(Ur)zeit und dem Jetzt, von Menschenhand geschaffenen Hügelgräbern und industriell gefertigtem Stoff“, so Dasenbrock.

Ästhetische Hervorhebung des Monuments

Absicht des in Alfhausen geborenen Künstlers ist es stets, eine ästhetische Hervorhebung des Monuments zu bewirken, ohne dabei die „Grabesruhe“ zu stören. „Wichtig ist mir auch, das die Natur die Installation durch Sonne, Wind und Regen weiter gestaltet“, so Dasenbrock, der auf dem freien Feld der kleinen Bauerschaft eine durchaus schwer bespielbare Fläche vorfand. Mit einem kleinen Zeitenwortspiel leitete der Künstler von der Trichterbecherkultur und den Anfängen sesshaften Lebens mit dem Bier auf eine andere, jetzt 6000 Jahre alte „Becherkultur“ und damit zum geselligen Teil der Veranstaltung über. Leider wurde letzterer von einem satten Hagelschauer überschattet.

Installation „Zeitenkorrespondenz“

Die Installation „Zeitenkorrespondenz“, deren Umsetzung auch von der Firma Sanders Textilien aus Bramsche und der Ortsfeuerwehr Jeggen unterstützt wurde, ist, sofern das Wetter mitspielt, noch bis zum 31. Juli zu sehen.


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