Zerschundenes Holz als Friedensstücke Mahnende Kunstinstallation vor dem Rathaus Bissendorf

Transparente der Bissendorfer Oberschüler und die Holzstelen der Wanderausstellung sind Mahnungen für den Frieden vor dem Bissendorfer Rathaus. Foto: Bärbel Recker-PreuinTransparente der Bissendorfer Oberschüler und die Holzstelen der Wanderausstellung sind Mahnungen für den Frieden vor dem Bissendorfer Rathaus. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Die Holzstelen vor dem neuen Bissendorfer Rathaus stehen für die Millionen Toten des Ersten Weltkrieges und auch für neue Partnerschaft und den Frieden. Sie sind die Brücken zum friedlichen Miteinander. Ihren vorübergehenden Standort an dieser Stelle erhielten sie begleitet von dem Friedensversprechen der Schüler der Oberschule am Sonnensee, die damit die Initiative des Künstlers Volker Johannes Trieb unterstützen. „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ so der Titel der Kunstinstallation mit den Holzstelen.

Die Schüler von sieben Gymnasien im Landkreis Osnabrück gestalteten Holzstelen, die ihnen Volker Johannes Trieb zur Verfügung gestellt hatte. Das Holz stammt von Bäumen, die in Hirtzbach im Elsass, dem Frontgebiet des Ersten Weltkrieges, wuchsen.

Sehen Sie einen Filmbeitrag über den Künstler Volker Johannes Trieb

Die Eichenstelen sind von Geschossen und Kerben zerschunden. In einem Projekt des Künstlers Volker Johannes Trieb in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Osnabrück und den Gemeinden sind die Stelen in einer Wanderausstellung in verschiedenen Gemeinden zu sehen. Die dritte Station ist das Bissendorfer Rathaus . Bis Januar 2016 sind sie hier aufgestellt.

Friedensbotschaften am Sonnensee

Auch die Schüler der Oberschule am Sonnensee haben mitgewirkt, damit altes, kaputtes Holz mahnend erzählt. Volker Johannes Trieb stellte den Schülern Endstücke der Eichenstelen zur Verfügung. Sie wurden gestaltet und als Friedensbotschaften am Sonnensee aufgestellt. „Es sind Holzstücke aus dem Zuwachs seit 1945, eben Friedensstücke“, sagte Holle Brandolini , didaktische Leiterin der Oberschule. Für die Wanderausstellung mit den Holzstelen stellten die Schüler die Verbindung zu ihrer Friedensaktion her. Ihre Mahnung, die sie in Texten und auf Transparenten deutlich machten, lautete: Anders? Egal! Miteinander Frieden sein!“

„An solchen Tagen wie heute verliert der Krieg an Bedeutung. Heute haben wir einen Sieg errungen.“ Mit diesen Worten dankte Volker Johannes Trieb für das Engagement der Schüler und ihren Beitrag zur Eröffnung der Wanderausstellung. „Ihr habt euch Zeit genommen für das ‚Nein‘ zum Krieg“, so Trieb.

Friedensaufgabe der Jugend

Überhaupt sind Jugendliche die wichtigsten Adressaten der Ausstellung. „Wir wollen mit der Holzstelen-Präsentation junge Menschen erreichen, denn sie werden den Frieden in Zukunft bewahren“, so Guido Halfter. An die Schüler gewandt sagte der Bürgermeister: „Seid wachsam und behütet den Frieden. Der Friede beginnt bei jedem von euch.“

Bis 2018 auf Wanderschaft

Für die sichtbare Mahnung gegen Krieg und Gewalt an exponierter Stelle vor dem Bissendorf Rathaus dankte Helmut Kemper, Leiter des Kulturbüros im Landkreis Osnabrück. Er erinnerte an die Greuel des Ersten Weltkrieges. Aus Anlass des 100. Jahrestages des Kriegsbeginns ist die Ausstellung von Volker Johannes Trieb konzipiert, von Schülern gestaltet worden und 2014 auf Wanderschaft durch die Gemeinden des Landkreises gegangen. Bis 2018 wird sie an als mahnendes Kunstprojekt zu sehen sein.

Frieden wird gebaut

Christoph Schare, Pastor der evangelischen Gemeinde Achelriede, erinnerte an die unrühmliche Rolle der Kirche während des Ersten Weltkrieges. Damals sei für den Sieg der Waffen gebetet worden. Damals wie heute sei der Friede der Auftrag aller Christen. Sein katholischer Amtsbruder Joby Thomas ergänzte: „Frieden ist ein handwerkliches Produkt, von uns gebaut aus Leben, Nähe und gegenseitigem Wohlwollen.“

Aktualität

Aus aktuellem Anlass stand die Ausstellungseröffnung im Zeichen der Ereignisse in Paris. „Es treffen uns Angriffe einer neuen Dimension, Angriffe auf die Gemeinschaft, auf unsere Lebensweise und Kultur“, so Halfter. Der Zeitpunkt der Wanderausstellung gegen Gewalt und Terror sei deshalb von besonderer Qualität.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN