Projekte werden gefördert Startschuss für die Dorferneuerung Wissingen-Jeggen

Ganz oben auf der Prioritätenliste für öffentliche Maßnahmen steht die Neugestaltung des Wissinger Bahnhofs mit Parkplätzen, Grünflächen, evtl. einer Skateranlange Foto Jörn MartensGanz oben auf der Prioritätenliste für öffentliche Maßnahmen steht die Neugestaltung des Wissinger Bahnhofs mit Parkplätzen, Grünflächen, evtl. einer Skateranlange Foto Jörn Martens

Bissendorf. Als die Ortsteile Wissingen und Jeggen vor drei Jahren in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurden, war die Freude darüber so groß wie die Kreativität der Bürger, die ihren Ort mit Fördermitteln verschönen wollten. Es wurde intensiv in den Arbeitskreisen geplant, kürzlich stimmte der Rat dafür, den Maßnahmenkatalog einzureichen. Was noch fehlte, war die Zusage auf Förderung. Die kam jetzt passgenau zur zweiten Bürgerversammlung. Die Umsetzungsphase der Dorferneuerung kann beginnen.

Elf Arbeitssitzungen liegen hinter den Projektgruppen Handel und Wandel, Soziale Belange und Ortsbildgestaltung. Es wurden 54 öffentliche Projekte aufgenommen und in die Prioritätenliste eingestuft, erläuterte Astrid Vieth von der Ingenieurplanung Wallenhorst, IPW, die den Findungsprozess fachlich begleitet hatte. Alle möglichen Maßnahmen haben das Ziel, die Ortsteile Wissingen und Jeggen für alle Generationen lebenswert zu machen, die Infrastruktur zu stärken und nicht zuletzt den typisch dörflichen Charakter deutlicher zu machen, fasste Astrid Vieth zusammen.

Fördermittel zugesagt

Die dreijährige Planungsphase ist beendet, die auf ca. sieben Jahre angelegte Umsetzung kann beginnen. Weil das Geld kostet, wurde die Rede von Norbert Wencker, Dezernatsleiter des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, mit Spannung erwartet. Er überbracht wie erhofft die frohe Botschaft: für Wissingen und Jeggen können Fördermittel im Sinne des Dorferneuerungsprogramms abgerufen werden. In welcher Gesamthöhe sich die Förderung beläuft, sagte Wencker nicht. Nur so viel: die Fördertöpfe sind gut gefüllt. Das Gesamtvolumen richte sich nach den jeweiligen privaten Anträgen und Bezuschussung der öffentlichen Vorhaben, so Norbert Wencker. Die Geldmittel fließen aus drei „Töpfen“, dem Amt für Agrarstruktur und Küstenschutz, dem EU Landwirtschaftsfond und aus Landesmitteln.

Bürgermeister Guido Halfter und Hans Dieter Schleibaum sehen deshalb keinen Grund für Bescheidenheit. „Es ist immer gut, ein paar Pläne fertig in der Schublade zu haben, die man dann bei Bedarf herausgeholt“, so Halfter. Diese Schubladen sind in Wissingen und Jeggen vollgestopft, wie Astrid Vieth erläuterte, denn die Bürger haben viele Wünsche geäußert.

Private Maßnahmen

Die Städteplanerin erläuterte förderungswürdige private Maßnahmen. Ca. 30 Prozent der jeweiligen Investitionssumme kann gefördert werden, maximal mit 50 000 Euro und einer Mindestinvestitionssumme von 2 500 Euro. Die Antragstellung läuft über die Gemeinde, Jahresfrist ist jeweils am 15. Februar. Ganz wichtig: keine private Maßnahme vor der Bewilligung beginnen.

Astrid Vieth erläuterte an Beispielen, wann und wo die Förderung einsetzen kann. Es kommen Projekte in Frage, die den dörflichen Charakter unterstreichen, das heißt: Sanierung von Fassaden, Dächern, Fenstern, Türen und Hofeinfahrten, auch Baumaßnahmen zur Umnutzung.

Haus für Feuerwehr, DRK und Gemeinschaft

Zur Dorferneuerung gehören auch öffentliche Maßnahmen. Schon vor drei Jahren war ein neues Feuerwehrhaus ganz oben auf die Wunschliste gesetzt worden. Heute brennt dieser Wunsch noch stärker. Astrid Vieth sieht die besten Voraussetzungen, dass er in Erfüllung geht und sogar -teilweise - in die Dorferneuerung passt. Damit machte Bürgermeister Halfter erstmals die Pläne bekannt, die seit langem im Verborgenen kursieren, nämlich eine Rettungszentrale in Jeggen, ein gemeinsames Haus für die Feuerwehr Jeggen und das DRK Bissendorf, das im Sinne der Dorferneuerung auch als Dorfgemeinschaftshaus nutzbar ist. Halfter stimmte hoffnungsvoll: „Dieses Vorhaben erlebt zurzeit eine wunderbare Dynamik im Rat“.

Ganz oben auf der Prioritätenliste für öffentliche Maßnahmen steht die Neugestaltung des Wissinger Bahnhofs mit Parkplätzen, Grünflächen, evtl. einer Skateranlange. Dann könnte die Dorferneuerung bewirken, dass die Ortseingänge einladender gestaltet werden. Die Fläche am Wissinger Kreisel bietet sich für einen Mehrgenerationenpark an.


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