Inklusiver Spielekreis trifft sich Karten klopfen im Ellerbecker Feuerwehrhaus

Von Bärbel Recker-Preuin

Einmal im Monat trifft sich der Spielekreis Ellerbeck im Feuerwehrhaus bei Skip Bo und „Mensch ärgere dich nicht“. Foto: Bärbel Recker-PreuinEinmal im Monat trifft sich der Spielekreis Ellerbeck im Feuerwehrhaus bei Skip Bo und „Mensch ärgere dich nicht“. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Ilse Würfel, 80 Jahre alt, wird gerade „rausgeschmissen“ und grummelt deshalb ein wenig. Else Wiesehahn hat schon wieder alle Karten abgelegt und ist überlegene Gewinnerin an diesem Nachmittag. Es geht lebhaft zu im Ellerbecker Feuerwehrhaus. An jedem ersten Donnerstag im Monat werden hier Karten geklopft, Puppen, Hände und Lippen bewegt. Eine Abwechslung, die sich die rund 15 Spielerinnen nicht entgehen lassen.

Seniorin der Gruppe ist mit 88 Jahren Marie Luise Thies, die Jüngste ist die 63-jährige Brigitte Hemminghaus. Sie ist Initiatorin, Leiterin, Köchin, Gastgeberin, Ideengeberin, Mitspielerin und Kartengeberin mit Gefühl und Geschick. Wenn sie den Stapel mischt und die einzelnen Karten mit gekonntem Schwung in die Runde wirft, dürften manchem Croupier die Augen tränen, bei den Damen des Spielkreises erhöht das die Spannung auf’s nächste Match. Gespielt wird „Mensch ärgere dich nicht“ und Skip Bo. „Wir haben viele Spiele ausprobiert, kommen aber immer auf diese beiden“, sagte Brigitte Hemminghaus. Von anspruchsvolleren Partien wie Skat oder Schach halten die Frauen nicht viel. „Schließlich wollen wir nebenbei viel Lippengymnastik betreiben“, erklärt die Spielleiterin, sprich: neben dem Spiel wird geklönt, gequatscht und gelacht was das Zeug hält. Das Ganze mindestens zwei Stunden lang. Um 15 Uhr trifft man sich im Feuerwehrhaus Ellerbeck bei Kaffee, kalten Platten und Getränken. Außerdem steht immer eine Leckerei aus der Hemminghaus’schen Küche auf dem Tisch, an diesem Nachmittag eine köstliche Käse-Lachsrolle.

Aus Handarbeit wird Spiel

Seit ca. 15 Jahren gibt es den Spielekreis Ellerbeck. Er entstand aus einem Handarbeitskreis, der schon vor rund 25 Jahren die Nadel hieß laufen ließ. Als bei einigen Damen der Spaß an der Nadelarbeit nachließ, bzw. die Hände nicht mehr so mitmachten, lud Brigitte Hemminghaus zum Spielenachmittag ein, denn aufgeben wollte die Gemeinschaft niemand. Zunächst traf man sich im Gasthaus „Zum grünen Jäger“, seit März dieses Jahres im Ellerbecker Feuerwehrhaus.

Inklusive Gruppe

Der Spielekreis ist übrigens eine inklusive Gruppe, obwohl den Damen diese offizielle Bezeichnung fern liegt. Schon immer spielten Bewohnerinnen des Ellernhofes mit Linnnerinnen, Schledehauserinnen und Ellerbeckerinnen, ganz normal eben. Auch die Spielgruppen werden jedes Mal neu gemischt. Jede spielt mit jeder, so wie es sich ergibt. Fast alle Damen waren schon dabei, als noch gehandarbeitet wurde. „Natürlich freuen wir uns über neue Spieler, wir sind immer offen“, ermutigt Brigitte Hemminghaus.

Else Wiesehahn gehört zu den ehrgeizigen Spielerinnen. „Auch beim Skip Bo muss man sich konzentrieren“, meint sie. „Wenn nicht, verliert man ja ständig“, ergänzt ihre Cousine Ilse Wiesehahn. Beim Spielen fordern die Damen Kopf und Kommunikation. „Ich komme der Geselligkeit wegen und weil es ganz viel Spaß macht“, versichert Elli Hermann.

Croupière ist Gastgeberin

Einmal im Jahr verläuft der Spielenachmittag Anfang des Monats anders als üblich. Dann wird erst gespielt und um 17 Uhr gegessen. Im Advent werden die Teilnehmerinnen eingeladen. „Dann ist Brigitte die Wirtschaft“, sagt Marie Luise Thies aus Linne. „Das macht sie immer ganz toll“, ergänzen die anderen Damen. Denn ihre Croupière ist auch leidenschaftliche Köchin. Ein Drei-Gänge Menü vom Feinsten wird dann zum Höhepunkt des Spielerinnenlebens.

Das nächste Treffen des Spielekreises Ellerbeck findet statt am Donnerstag, 6. August um 15 Uhr im Feuerwehrhaus Ellerbeck.