Landart zieht viele Besucher an Wenn neben der Schledehauser Kirche eine Reeperbahn entsteht

Von Bärbel Recker-Preuin


Bissendorf. Ein strahlend schönes Wochenende in Schledehausen - die Landart machte es möglich. Zwei Tage und eine Sommernacht lang strahlten die Aussteller und Besucher mit der Sonne um die Wette. Besonders Organisatorin Katharina Brückner. Die 10. Landart war ein großer Erfolg und Publikumsmagnet. „Eine super Veranstaltung mit einer ganz besonderen, tollen Atmosphäre“, bestätigte Besucherin Ulrike Stevens und mit ihr wohl viele 100 andere Gäste.

An den Ständen mit den zumeist selbst gemachten kulinarischen Spezialitäten lief am Samstagabend spätestens ab 22 Uhr nichts mehr. Das hatte für die Standbesatzungen den Vorteil, dass sie sich ihr Feierabendgetränk gönnen konnten, der Nachteil war, dass noch reichlich mehr hätte über die Tresen gehen können. Grund des Engpasses war die riesige Resonanz und das ideale Wetter. Weil die Landart eine Schau der Lebensfreude ist , feierten die Besucher auch ohne Landbier weiter, beim Schlendern durch die Gassen begleitet von den legendären Queen-Liedern der Royal Squeez Box.

Köstlichkeiten ausverkauft

Zu diesem Zeitpunkt hatte Ulli Schmedt und seine Mitstreiter vom Laurentius-Team bereits 240 Liter Landbier gezapft und den Steaks fehlten Brötchen und Krautsalat. Ähnlich ging es den Rittern der Tafelrunde . Ihnen gingen Scampis und Rinderfilet aus. Am Sonntagmorgen wurde eiligst nachgeordert und neu vorbereitet. 4, 50 Euro für eine Handvoll feinster Krustentiere mit selbst gemachtem Aioli bekommt man schließlich nicht überall. „Das ist nur möglich, weil wir alles ehrenamtlich machen und viel Spaß am Kochen haben“, erklärte Hans Dieter Lührmann, der die schweißtreibende Aufgabe an der Grillplatte am Stand für gehobene Kochkultur übernahm.

Auch gegenüber, am Stand des MGV, wurde aus lauter Freude am Sommervergnügen nachgelegt. Wer wollte, heizte bei 25 Grad im Schatten mit einem „Sex on the Beach“ ein oder gönnte sich einen sanften „Yellow Runner“.

Backmischungen gefragt

Erstmals an neuem Standort in der Dürerstraße präsentierten sich die Landfrauen Schledehausen mit Kuchen und frischem Hugo. Auch mit Backmischungen. „Es kommen viele Gäste aus der Stadt, und die möchten schnell und einfach backen“, erläuterten die Mischerinnen Monika und Ramona Feil. Weil Landfrauen praktisch veranlagt sind, gab es an ihrem Stand die einzige wirksame Wespenfalle: Kaffeemehl und Nudeln, das Ganze dann mit Spaghetti zum Kokeln bringen – diesen Duft mögen Wespen und Bienen gar nicht.

Auch Renate Niekamp war Sonntagmorgen früh auf den Beinen. Hagebutten suchen, so die Aufgabe zur frühen Stunde. Denn ihre Sonnenblumensträuße mit eben dieser Deko waren weggegangen wie warme Semmeln.

Wenn sich 95 Aussteller zur Landart treffen, kommen immer gute Ideen und Außergewöhnliches dabei heraus: textile Kostbarkeiten, Glasmalereien, Keramik, Körbe, Bürsten, Duftiges. Ein Besucher aus Stuttgart wurde fündig: er erstand einen Reisstroh-Besen, fegte damit zur Probe gleich die Große Straße und stellte zufrieden fest: „So etwas gibt es bei uns nicht.“

Landart und der Verschönerungsverein Westerhausen-Föckinghausen machten es sogar möglich, dass im idyllischen Luftkurort eine Reeperbahn viele Besucher anzog. Neben der Laurentius-Kirche wurden Reepen, also Seile, gedreht. Auch gegenüber bei den Kollegen des Heimat- und Wandervereins Bissendorf ging es heiß her. Hier wurde das alte Schmiedehandwerk präsentiert.