Umzug ins neue Rathaus Himmlisch gute Adresse für Bissendorfer Verwaltung

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Bissendorf. Eine ganz besondere Woche liegt hinter den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung Bissendorf. Jede Menge Unvorhergesehenes, jede Menge Stress, jede Menge Schweiß, jede Menge Vorfreude. Hammerhart war die Woche, dabei wurde kein Schreiben aufgesetzt, kein Antrag genehmigt. Die Gemeindeverwaltung verließ die ehemalige Landwirtschaftliche Berufsschule, ein Provisorium, das der Sitz seit 1968 gewesen war, und bezog das neue Rathaus am Kirchplatz.

Mittwoch, 10.30 Uhr: Stefan Hülsmann hat ein wichtiges Etappenziel erreicht, die Gemeindeverwaltung Bissendorf ist wieder telefonisch erreichbar. Zur Entspannung greift der Systemadministrator der Gemeinde zum Staublappen und säubert seinen Schreibtischstuhl. Im Büro von Chefsekretärin Barbara Westerbusch herrscht absolute Leere, somit ist ihr ein Plausch mit ihrer Kollegin, Personalsachbearbeiterin Kerstin Püttker, vergönnt. Diese kleine Auszeit bleibt nicht unentdeckt, weil es keine Innentüren im neuen Rathaus gibt. Ralf Haina ist zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht ansprechbar, er hastet vom Erd- ins Obergeschoss. Hier ist gerade ein bauliches Problem aufgetreten. Derweil bittet Umzugsorganisatorin Martina Storck zum Gespräch, findet jedoch erst im zweiten Anlauf einen Stuhl. Auf dem Schrank steht ein schlichter Präsentkorb, ein Geschenk des Personalrates, mit folgendem Inhalt: Müsliriegel, Mineralwasser, Deo und Kopfschmerztabletten, eben mit allem, was man beim Umzug so braucht. Inmitten des Gewusels im neuen Bissendorfer Rathaus wird geflucht, aber meistens gelacht. „Die Stimmung ist richtig gut, wir freuen uns sehr“, so Martina Storck, Leiterin des Fachdienstes 1.

Der Letzte macht das Licht aus

Einwohnermeldeamts-Mitarbeiterin Anja Schmidt hat es noch einmal an ihre alte Wirkungsstätte im alten Rathausgebäude gezogen, dorthin, wo sie 1986 ihre Verwaltungsausbildung begann. „Der Letzte macht das Licht aus.“ Diesen Hinweis befestigte Anja Schmidt an der alten Rathaustür im Freeden. Die neue Adresse der Gemeindeverwaltung lautet Kirchplatz 1., eine himmlisch gute Adresse. „An das alte Rathaus sind viele schöne Erinnerungen geknüpft“, so Anja Schmidt, „jeder Chef hat vieles beigetragen, was uns die Arbeitsbedingungen erleichterte. Jetzt wird endlich alles richtig gut.“

 

Bauliche Verzögerungen

Der Umzug sei von Anfang an ein knapp gestrickter Zeitplan gewesen, meinte Martina Storck am Dienstag, als um Punkt sieben Uhr morgens die Spediteure vor der Tür standen. „Keine Frage, bis Freitag schaffen wir das,“ so Martina Storck. Ursprünglich war der Rathausumzug Mitte Juni geplant gewesen. Bis Ende Juli musste das Ganze dann trotz baulicher Verzögerungen über die Bühne gehen. In den Sommerferien soll die Einarbeitungszeit abgeschlossen werden, schon Anfang September findet die erste Veranstaltung im neuen Bürgersaal statt und Anfang Oktober ist offizielle Eröffnung.

Während die Spediteure Dienstag und Mittwoch ausräumten, Lkw beluden, immer dieselbe kurze Runde fuhren und am Kirchplatz einräumten, kümmerten sich die 35 Mitarbeiter der Verwaltung um ihre Arbeitsunterlagen und –materialien, die PC-Anlagen und die persönliche Ausstattung ihrer neuen Büros. Nach dem Ampelsystem – grün-gelb-rot – markiert kam Büro für Büro ins neue Haus. Jeder Mitarbeiter hatte zu dem skizziert, wo Schränke, Regale und Schreibtisch zu stehen haben.

Lesen Sie hier über die Kunstaktion am alten Rathaus.

Die heiße Phase begann schon vier Wochen vor dem Umzug, berichtete Martina Storck. Alle Unterlagen, auch die Mengen an alten Akten auf dem Dachboden im Freeden wurden gesichtet, verpackt, bzw. aussortiert. Drei Baucontainer voll geschredderter Akten gingen über einen Bautunnel in die Mulden. Beim Aufräumen gab es wie bei jedem Umzug Überraschungen, gefunden wurde zum Beispiel ein uralter Umbauplan für einen Kindergarten.

Ständig erreichbar

Am Mittwoch hatte sich das alte Rathaus weitgehend geleert und das neue gefüllt. Henning Niemann, Fachdienst Ordnung und Soziales, und Standesbeamter Reinhard Nüße gehörten zu den ersten, die ihr Büro einräumen konnten. Als letzter Fachdienst zogen die Mitarbeiter des Bauamtes um und als allerletzter fuhr Stefan Hülsmann seinen PC im Freeden runter. Kurz vorher die deutliche Aussage von Ute Jahn, Leiterin des Kinder- und Familienservicebüros: „Allein bleibe ich hier auch nicht.“ Sie zog vom Haus Bissendorf in die neue Adresse.

Die Gemeinde muss möglichst immer erreichbar bleiben, so definierte EDV-Fachmann Stefan Hülsmann sein Ziel und zugleich seine Herkulesaufgabe. Er nahm den Hauptserver vom Netz, damit war die Gemeinde offline. Aber nur für wenige Stunden, dann ging Stefan Hülsmann PC für PC wieder online. Schon am Dienstag hatte er mit Unterstützung des Telefonanbieters die Telefonanlage komplett „verlagert“. Erreichbar war die Gemeindeverwaltung zu jeder Zeit. Dafür sorgten eine Rufumleitung, ein Notfallhandy und natürlich das Bürgerbüro in Schledehausen. „Auch in Bissendorf gab es in dieser Woche sogar einige Bürgerberatungen“, erzählte Martina Storck. Wenn sich einige Bissendorfer trotz „Land unter“ nicht abhalten ließen, wurde eben zwischen Tür und Angel weitergeholfen.

Den reibungslosen, baulichen Ablauf garantierten Christian Schwarz und Ralf Haina. Während Haina dem Problem im Obergeschoss nachlief, wanderte der Blick von Christian Schwarz, Leiter des Tiefbauamtes, hinauf in die Spitze des Bürgersaales. Hier fehlten die letzten Dachpanelen. „Das muss dringend gemacht werden, damit die Beleuchtung angebracht werden kann,“ sagte Schwarz und genehmigte sich einen Schokoriegel.

Büro mit Durchblick

Donnerstag, 14 Uhr: Die Spediteure pendeln zum letzten Mal zwischen neuem und altem Rathaus. Der Freeden ist Geschichte, die Abrissbirne naht. Das neue Rathaus ist wunderschön. „Besonders der Blick aus meinem Büro,“ sinniert Bürgermeister Guido Halfter. Vom Schreibtisch aus sieht er alles – die Spichern- und Wissingerstraße, den terrassierten Garten, den Bürgersaal, die Kirche, den Kirchplatz, das Eingangsfoyer, jeden, der die Treppe hinauf- oder hinuntergeht. „Ich habe den kompletten Durchblick“, bekräftigte der Bürgermeister.

Vielleicht war es beim geordneten Umzugschaos sogar hilfreich, dass die Arbeit im neuen Rathaus mit „Tagen der offenen Tür“ begann. Die Innentüren werden erst Dienstag eingesetzt. Gestern hatten die Mitarbeiter und Handwerker alle Hände voll zu tun, um einzuräumen und die Büro funktions- und bürgerfähig zu machen.

Freitagnachmittag: Martina Storck hatte Recht: Der Umzug war so gut wie erledigt. Geschafft und strahlend verabschiedete sich Guido Halfter für eine Urlaubswoche: „Ich freue mich riesig. Wir sind endlich im neuen Zuhause angekommen.“

Ab Montag, 3. August ist die Gemeindeverwaltung, Kirchplatz 1, wieder besetzt. Tel. 05402/4040.  


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