Rathausstürmer gehen in die Ferien Kommunalpolitik ist viel Arbeit im Hintergrund

Lisa-Marie Prause und Lukas Streib lernten mit weiteren 14 Schülern der Oberschule am Sonnensee als Rathausstürmer die Gremienarbeit der Kommunalpolitik kennen. Koordinatorin des Projektes ist Konrektorin Anke Schröder. Foto: Bärbel Recker-PreuinLisa-Marie Prause und Lukas Streib lernten mit weiteren 14 Schülern der Oberschule am Sonnensee als Rathausstürmer die Gremienarbeit der Kommunalpolitik kennen. Koordinatorin des Projektes ist Konrektorin Anke Schröder. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Seit Anfang des Jahres sind die Rathausstürmer in Bissendorf unterwegs. Gemeint sind 16 Schüler der Oberschule am Sonnensee, die während des letzten Schulhalbjahres von Kommunalpolitikern bei ihren Besuchen in Ratsgremien begleitet wurden. Vor den Sommerferien zogen Anke Schröder, Konrektorin der Oberschule und Koordinatorin der Rathausstürmer, und die Neuntklässler Lisa-Marie Prause und Lukas Streib eine erste Bilanz ihres freiwilligen Einsatzes.

Frau Schröder, wie kam es zum Projekt Rathausstürmer?

Auf Initiative der Jungen Union stellten Vertreter des Rates, der Verwaltung und Jungsozialisten das Projekt „Rathausstürmer – Bissendorf in junge Hände“ in unserer Politik-AG vor. Ziel war es, junge Menschen für die Kommunalpolitik zu interessieren. Die Resonanz war überraschend groß. 23 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen machten mit, davon wurden 16 Schüler von einem „Paten“, also einem Mitglied des Gemeinderates, begleitet. Die Oberschule am Sonnensee koordinierte dann die erste Zusammenkunft zwischen Ratsmitgliedern und Schülern. Ich freue mich sehr über das Engagement der Schüler, denn alles fand in ihrer Freizeit statt. Unser Dank geht natürlich auch an die Paten und an Bürgermeister Halfter, der von den Schülern interviewt wurde.

 Wer war denn euer Pate?

Lisa-Marie: Ich habe Wilfried Langhans, Ortsvorsteher in Bissendorf, zu einigen Sitzungen begleitet. Herr Langhans hat mir vieles vorher und danach erklärt. Unsere Paten haben uns zu den Sitzungen gefahren und alles geregelt.

Lukas: Mein Pate war Jürgen Wiesehahn aus Ellerbeck. Ich habe ihn zu einem offiziellen Spatenstich begleitet.

 Welche Sitzungen hast du mit Herrn Langhans besucht, Lisa-Marie?

Lisa-Marie: Ich habe an Sitzungen des Planungs- und Entwicklungsausschusses und an einer Ratssitzung teilgenommen.

 

Planungs- und Entwicklungsausschuss ist doch ziemlich schwierig, oder?

Lisa-Marie: Ja, das ist es. Zuerst habe ich nicht viel verstanden. Es ging um ein Bauvorhaben im Schledehauser Kurgarten. Ein Bürger meldete sich zu Wort, und es wurde heftig diskutiert. Herr Langhans hat mir hinterher erklärt, worum es ging.

 

Lukas, welchen offiziellen Termin hattest du?

Lukas: Es war der erste Spatenstich für das Neubaugebiet „Nördlich der Achelriede“. Hier werden 42 Häuser gebaut, ohne breite Straßen und ohne Parkplätze. Alle Ratsmitglieder freuten sich darüber. Die Siedlung wird sicherlich sehr schön.

 

Interessiert euch denn das Thema Bauen?

Lukas: Ich wäre lieber zu einer Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses gegangen, aber das ging leider in den letzten Wochen nicht.

 

Warum gerade in diesen Ausschuss?

Lukas: Weil ich Fußballer bin und mich die Sportanlagen in Bissendorf sehr interessieren. In Schledehausen und Wissingen wurden die Plätze erneuert, und das ist richtig gut geworden.

Lisa-Marie: Ich wäre auch lieber in den Sozial-, Sport- und Kulturausschuss gegangen, weil es da um die Belange der Jugendarbeit geht. Ein Thema, das mich auch sehr interessiert, ist die Flüchtlingspolitik. Ich möchte gern wissen, wo Flüchtlinge in Bissendorf leben können und was Politiker für die Menschen tun.

Anke Schröder: Das wird sicherlich im neuen Schuljahr ein wichtiges Thema an der Oberschule. Vielleicht ergeben sich dann auch Kontakte zu Flüchtlingsfamilien.

 

Möchtet ihr im neuen Schuljahr Rathausstürmer bleiben?

Lisa-Marie: Ich weiß es noch nicht.

Lukas: Ich mache weiter.

 Könnt ihr euch vorstellen, selbst in der Kommunalpolitik mitzuarbeiten?

Lukas: Ja, das kann ich mir vorstellen. Das Gute daran ist, dass man wichtige Dinge für die Gemeinde mitentscheiden kann.

Lisa-Marie: Das kann ich mir auch vorstellen. In der Kommunalpolitik kann man seine eigene Meinung einbringen und durch seine Stimme etwas bewirken.

 

Was war das Beste in eurer Zeit als Bissendorfer Rathausstürmer?

Lukas und Lisa-Marie: Der Besuch im Niedersächsischen Landtag in Hannover. Wir konnten mit den Osnabrücker Abgeordneten sprechen.

Lukas: Herr Halfter hat uns außerdem zu einer Besichtigung des neuen Rathauses eingeladen.

Lisa-Marie: Wenn man in die Kommunalpolitik hineinschnuppert, merkt man, wie viel im Hintergrund gearbeitet wird. Es gehört wesentlich mehr dazu als die offiziellen Reden und Feste.

 

Was sollten die Kommunalpolitiker als Nächstes für die Gemeinde tun?

Lukas: Kleinere Ortsteile wie Wulften und Holte sollten schnelleres Internet bekommen.

Lisa-Marie: Die Busverbindungen zwischen den Ortsteilen sind sehr schlecht, das sollte sich ändern. 

 

Lukas: Kleinere Ortsteile wie Wulften und Holte sollten schnelleres Internet bekommen.

Lisa-Marie: Die Busverbindungen zwischen den Ortsteilen sind sehr schlecht, das sollte sich ändern.

 


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