Kult um Käfer in Bissendorf Nach dem Sturm lief auf der Bug-Biss alles rund

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Bissendorf. Zum Auftakt der „Bug-Biss 2015“ wurde das Wetter zur Zerreisprobe für jedes Flatterband. Am Nachmittag zog das Veranstaltungsteam um Helmut Korte schließlich die „Notbremse“.

„Gegen 15 Uhr haben wir uns für einen Abbruch entschieden. Das war traurig, aber die Sicherheit geht nun mal vor“, sagte Sylvia Bungenstock am wesentlich weniger windigen Folgetag. Bei einem ausgewogenen Mix aus Sonne und Wolken kamen Anhänger von VW-Käfer und anderer luftgekühlter Boliden rund um die markenoffene Rennstrecke für allerlei zwei und vierrädrige Unikate auf ihre Kosten.

Käfer-Fan Thomas Gelhaus (im Kreis Höxter daheim) hatte mit seinen Kindern Paula (9) und Felix (16) extra seinen Urlaub in Haren an der Ems unterbrochen, um erstmals in Bissendorf den Geruch von Benzin und Gummi zu schnuppern. Auf dem Gelände der Firma Heitbrink Recycling fand die Familie auch das sandrote Sondermodell von Daniel Weber vor. „Vorletztes Jahr war ich bei der Gleichgeschwindigkeitsprüfung Erster. Letztes Jahr habe ich den zweiten Platz belegt“, berichtete der junge Mann aus Lüdinghausen.

Zur Steigerung von 50 auf zirka 130 PS wurde sein Käfer (Baujahr 1985, Mexiko) einem Komplettumbau unterzogen – inklusive Aufbohren des Motors, anderer Nockenwelle, Doppelvergaser und Zylinderköpfen. Unterhalb der Kofferraumhaube im „Ratlook“ (einer bewusst auf alt getrimmten Optik mit lackiertem Rost) und dem Nummernschild war die genaue Produktionszahl zu lesen – dazu der Slogan „Bugs Never Die“ (Käfer sterben nie).

202 Meter in acht Sekunden

An einem Stand links der Rennstrecke traf man Dominik Möller, Marvin Kaja und weitere Fahrer an, die mit ihren Schaltkarts bei der Deutsch-Niederländischen Kartmeisterschaft mitmischen. Sie präsentierten zwei Modelle für Fahrer ab 16 Jahren, mit denen sie auch auf der markenoffenen 1/8-Meile starteten. Nach lauten Motorgeheule und etwas Qualm war die 202 Meter lange, gerade Strecke in weniger als acht Sekunden absolviert.

Direkt neben der Rennstrecke servierten Andree Holtz und Jenny Friedrich aus Bad Oeynhausen in ihrem „Kaffeeblitz“ (einem Feuerwehr-Oldie, Modell Opel Blitz, Baujahr 1871) den Besuchern traditionell geröstete Kaffeespezialitäten. Mit einem noch älteren Schätzchen (einer Zündapp KS 600, Baujahr 1939) trat Bernd Jürgenliemk mit Julian Mertsch im Beiwagen zum Wettbewerb an, bei dem es darum ging, möglichst drei Mal die gleiche Zeit zu fahren. „Ich kann mit den ganzen Karren hier nicht mithalten. Wir sind aus Spaß an der Freud dabei“, betonte der Fahrer aus Wellingholzhausen.

Wenige Meter weiter präsentierte Thomas Schmidt einen kompletten Eigenbau ganz anderer Art: Einen Dragster mit Automatikrollermotor, der aus Gründen der Leistungssteigerung mit eingespritztem Lachgas fährt. „Die letzten drei vier Jahre bin ich hier immer die schnellste Zeit gefahren“, sagte der Osnabrücker, der auch diesmal den Wettbewerb für sich entschied und eines der erstmals vergebenen Preisgelder einstrich.

Gleichbleibende Geschwinigkeit

Unter den mehrspurigen Fahrzeugen mit Schaltgetriebe und Kupplung (Klasse 1) machte in diesem Jahr Arne Jakobs (Startnummer 120) das Rennen. Die Differenz des Käferfahrers auf drei Fahrten betrug nur 0,0006 Sekunden. Platz zwei belegte Niko Pollak, Platz drei ging an Kevin Fassbender. Die beste Fahrt unter den Automatikfahrzeugen (Klasse 2) absolvierte Holger Obermüller. In seinem VW-Beatle kam der Fahrer mit der Startnummer 316 auf eine Differenz von 0,0011 Sekunden. Platz zwei ging an Sascha Stukenbrok, gefolgt von André Hartlage.

„Unser besonderer Dank gilt allen Sponsoren, ohne die das ganze Treffen wieder nicht möglich gewesen wäre“, betonte Sylvia Bungenstock nach der Preisverleihung und versprach, sich nächstes Jahr zum Zehnjährigen etwas Besonderes einfallen zu lassen.


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