Zwischen Vergangenheit und Zukunft Nachhaltige 2. Bissendorfer Landpartie

Von Stefanie Preuin


Bissendorf. Die zweite Auflage der Bissendorfer Landpartie spannte einen Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft. An drei Standorten informierten sich die Besucher über nachhaltiges Leben, stöberten in alten Relikten und kosteten das Landleben voll aus.

Station für Station konnten die Besucher auf dem Hof Eickhoff in Natbergen alte Maschinen und ihr modernes Pendant entdecken. Neben der Sense fand sich so ein Rasenmäher-Roboter. Auch Stand 11 zeigte die Geschichte der Technik. Monika Hinz animierte zum Kleidungwaschen mit dem Waschbrett und führte die „Schummel“ vor. „Wir haben die 16 Stationen mit einem Quiz verbunden, zum Beispiel wird in der Schusterwerkstatt nach einem bekannten Sprichwort zum Thema gefragt“, erklärte Uwe Bullerdiek vom Heimat- und Wanderverein Bissendorf.

Besucher durften selbst ans Werk

Schlag für Schlag schmiedete Schülerin Maya das glühende Eisen bei den Vereinsschmieden und konnte schnell einen selbstgemachten Nagel ihr Eigen nennen. Nebenan ging die „Fummelei“ mit der Dezimalwaage weiter und Ingrid Hellmann bot Blumendekorationen an alten Zangen und Schuhleisten an. Die Besucher durften auch hier selbst ans Werk. Unter Anleitung der Floristmeisterin entstanden bunte Blumenkränze. „Es bindet heute kaum noch jemand Kränze. Ich bringe das Handwerk näher, bisher hat das super geklappt“, freute sich Hellmann. Außerdem wurde Telekommunikation und die elektrische Antriebstechnik hautnah erlebbar. Ein Schätzchen aus dem Jahr 1922, ein Schweizer Militärfahrrad, reihte sich neben einen alten Drahtesel von WNS, Willy Nollmann Schledehausen – vergangene Qualität aus der Region.

Nachhaltige Baustoffe

Neben dem Heimat- und Wanderverein nahm auch der Verein „Saubere Energie für Bissendorf“ an der Landpartie teil. An der alten Fassfabrik zeigten verschiedene Firmen ihr Angebot an nachhaltigen Baustoffen, Innovationen und energiegeladenen Tricks. Die achtjährige Katharina interessierte besonders das Angebot der Kindergruppe des Vereins. „Obwohl die Batterie schon leer ist, leuchtet die Taschenlampe noch“, staunte Katharina. Aber auch die Luftballon- und Solarfahrzeuge beeindruckten die Jüngsten.

Respektvoller Umgang mit der Natur

Weniger technisch gingen Brigitte Denker und Andrea Lüdeke-Dalinghaus am dritten Standort in Nemden vor. Alte Leinensäcke peppten sie zur Trendtasche auf. Neue, unifarbene Stoffe verzierten sie mit alter Spitze und Jeanssäume bastelten die Frauen zum textilen Armschmuck. „Wir wollen alten Stoffen neues Leben einhauchen. Eigentlich brauchen wir nichts neu kaufen“, erklärte Brigitte Denker. Auf dem Hof „Leben und Lernen“ von Christiane Wiebens-Kessener wurden außerdem verschiedene Strategien für den respektvollen Umgang mit der Natur gezeigt.

Lernen im Mittelpunkt

Darunter informierte der Hof Pente über „Solidarische Landwirtschaft“, Wildkräuter wurden gesammelt und im großen Zelt gefilzt. „Wir wollen ein Gefühl für die Arbeit schaffen, die hinter den Produkten steht. Das Lernen mit dem konkreten Tun steht im Mittelpunkt“, erzählte Wiebens-Kessener. Auch bei Habicht Rala steht das konkrete Tun auf dem Tagesplan – während der Landpartie unterstützte sie allerdings Falkner Kai Brandhorst bei der Erklärung seines Hobbys. Die aktive Jagdzeit startet für Rala erst später im Jahr. Der imposante Vogel saß geduldig auf dem Arm und durfte mit einer Feder gestreichelt werden.

Die zweite Landpartie wechselte zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Genuss und Information und lockte die Besucher von Ort zu Ort, um Neues zu entdecken.