Jeggen und Wissingen im Fokus Bissendorfer Ortsteile sollen attraktiver werden

Auch der Bahnhof Wissingen mit seinem Umfeld steht im Fokus der Dorferneuerung. Foto: Archiv/WestdörpAuch der Bahnhof Wissingen mit seinem Umfeld steht im Fokus der Dorferneuerung. Foto: Archiv/Westdörp

Bissendorf. In den Ortsteilen Wissingen und Jeggen lässt es sich naturnah leben, es gibt Schule, Kindertagesstätte und Einkaufszentrum. Dieser Wohlfühlcharakter kann gesteigert werden, meinte Landschaftsarchitektin Astrid Vieth. 16 Bürger hatten überlegt, was sich ändern könnte. Finanziell möglich werden diese Optimierungen durch die Förderung des Dorferneuerungsprogramms. Der Bissendorfer Rat stimmte jetzt für einen Maßnahmenkatalog zur Dorferneuerung.

Mitte 2012 waren die Ortsteile Wissingen und Jeggen in das Förderprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Seitdem rauchten in drei Arbeitskreisen die Köpfe. Es wurden Ideen entwickelt, die die Orte lebenswerter und insgesamt den ländlichen Raum interessanter machen. Dieser Findungsprozess ist jetzt abgeschlossen, wie Astrid Vieth, Ingenieurplanung Wallenhorst, berichtete.

Maßnahmenkatalog beschlossen

Nach ihrem Vortrag stimmte der Rat für den erarbeiteten Maßnahmenkatalog zur Dorferneuerung und reichte ihn beim Amt für Regionale Raumordnung ein. Welche Ideen bewilligt und umgesetzt werden, wird der Entscheid zeigen. Astrid Vieth geht von einer siebenjährigen Umsetzungsphase aus. 54 Veränderungen schlugen die Mitglieder der Arbeitskreise vor. Dazu gehören die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, neue Räumlichkeiten für geselliges Dorfleben, bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr, Familienfreundlichkeit, generationenübergreifende Angebote und zukunftsfähige Grundversorgung.

Wirtschaftsplan in der Diskussion

Zu Beginn der Ratssitzung war die Beschlussfassung über die Flächenänderung eines Landschaftsschutzgebietes in Holte von der Tagesordnung genommen worden. Albert Brunsmann (UWB) hätte sich – wie die Vertreter der Grünen – auch eine Aufschiebung des Beschlusses zur Genehmigung des Wirtschaftsplanes 2015 für die Gemeindewerke Bissendorf Netze GmbH &Co.KG gewünscht. Doch sein Antrag auf Vertagung wurde mehrheitlich abgelehnt. Der vorgelegte Wirtschaftsplan weise einen Ertrag aus, der um 20 Prozent unter den Erwartungen aus den ursprünglichen Angebotszahlen der RWE von vor zwei Jahren lägen, sagte Brunsmann. Deshalb sei es seine Bitte, die Zahlen genauer zu hinterfragen und den Punkt zu verschieben.

Kein Zweifel an Zahlen

Gemeindekämmerer Andre Middelberg sah keine Notwendigkeit, an den Zahlen zu zweifeln. Der Wirtschaftsplan ergebe sich aus dem feststehenden Vertragswerks der Gesellschaft. „Die in den Verträgen garantierte Rendite bezogen auf das eingesetzte Kapital ist im Wirtschaftsplanentwurf abgebildet“, so Middelberg. Die niedrigen Erträge resultierten aus dem geringeren Sachanlagevermögen der Gesellschaft. Beides entwickele sich im gleichen prozentualen Verhältnis. Es bestehe also kein Grund zur Sorge. Die meisten Ratsmitglieder ließen sich überzeugen und verabschiedeten den Wirtschaftsplan.

Über Entwicklung in Natbergen nachdenken

Diskussionsbedarf wird sich auch aus einer Bauvoranfrage einer Natberger Gärtnerei ergeben. Der Betrieb möchte sich Optionen für eine mögliche Erweiterung offen halten. Claus Kanke (Grüne) sieht in der Bauvoranfrage die Chance, über die Entwicklung des Ortsteiles Natbergen nachzudenken. Ortsbild und Verkehrsbelastung müssten im Hinblick auf eine mögliche Erweiterung der Gärtnerei bedacht werden. Kanke bat um eine Sondersitzung des Planungs- und Entwicklungsausschusses zu diesem Thema.

Grünes Licht für Erweiterungen

Grünes Licht für das weitere Verfahren gab der Rat für Erweiterungsabsichten von zwei Betrieben im Gewerbegebiet Kreuzbreite in Schledehausen, indem er der Änderung der Flächennutzung zustimmte. Demnach besteht die Möglichkeit, landwirtschaftliche Flächen für die gewerbliche Erweiterung zu nutzen.

Geldsegen für Bissendorf

Über einen Geldsegen informierte Bürgermeister Guido Halfter. Durch das niedersächsische Kommunalinvestitionsgesetz zur Förderung finanzschwacher Kommunen erhält die Gemeinde Bissendorf 174000 Euro, diese Summe ist mit einem Eigenanteil von 18500 Euro zu ergänzen.


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