Neue Heimat für Jugendpflege Oberschule am Sonnensee wird zur Schnittstelle

Der Schülertreff in der Oberschule am Sonnensee  wird demnächst wieder regelmäßig in den Pausen und mittags geöffnet sein. Um den Kicker scharen sich (von links): Chantal, Lena, Schulleiterin Gisela Kascha, Jugendpflegerin Kerstin Meyer zu Lösebeck, Schulsozialpädagoge Marcus Wolf, Joshua und Philipp. Foto: Angelika HitzkeDer Schülertreff in der Oberschule am Sonnensee wird demnächst wieder regelmäßig in den Pausen und mittags geöffnet sein. Um den Kicker scharen sich (von links): Chantal, Lena, Schulleiterin Gisela Kascha, Jugendpflegerin Kerstin Meyer zu Lösebeck, Schulsozialpädagoge Marcus Wolf, Joshua und Philipp. Foto: Angelika Hitzke

Bissendorf. Die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich aufhalten – dieses Ziel verfolgen Jugendpflegerin Kerstin Meyer zur Lösebeck, die Oberschule am Sonnensee, die Gemeinde Bissendorf und die Awo als Träger von Schulsozialarbeiter Marcus Wolf jetzt mit der Verlagerung der „Jugendarbeitszentrale“ an die Bildungseinrichtung mit gymnasialem Angebot.

Der räumliche Wechsel der „Schnittstelle“ von Jugendarbeit und Schulsozialarbeit für die gesamte Gemeinde vom Anfang Mai wegen mangelnder Nachfrage geschlossenen Jugendtreff in Wissingen zur Bissendorfer Oberschule bedeute aber nicht, dass in den anderen Ortsteilen keine aufsuchende Jugendarbeit mehr stattfinde, betonte Ordnungsamtsleiter Bernd Stegmann beim Pressegespräch in der Schule.

Bürgermeister Guido Halfter berichtete, dass die Idee von der Jugendpflegerin kam und die Schule sofort offen dafür gewesen sei.

„Nach den Sommerferien letztes Jahre war die Nachfrage rückläufig. Bis Weihnachten hatte sich das nicht groß geändert“, erklärte Kerstin Meyer zu Lösebeck. Deshalb habe sie im Gespräch mit dem Bürgermeister und der Gemeinde nach alternativen Lösungen gesucht – und in der Kooperation mit der Oberschule gefunden.

Denn die Einrichtung, die in diesem Sommer ihr gymnasiales Angebot startet, hat sich schon seit mittlerweile acht Jahren mit einem allgemeinen Projekt zur Bildung der Persönlichkeitsstruktur ab der 5. Klasse den Ausbau der Prävention im weitesten Sinne auf ihre Fahnen geschrieben und verfügt mit Schülertreff, Küche, Sporplatz und Turnhalle auch über räumliche Kapazitäten für ein Angebot übe den Unterrichtsalltag hinaus. „Prävention ist bei uns viel mehr als Sucht- und Gewaltprävention“, betonte Kascha. Das Konzept „Lions Quest“ umfasse Sozialtraining mit Modulen wie zum Beispiel „Nein sagen in bestimmten Situationen“, Verantwortung übernehmen, aufeinander zugehen, Umgang mit Geld oder Medienkompetenz.

Da trifft es sich gut, dass mit der Verknüpfung von allgemeiner Jugendarbeit und Schulsozialarbeit unter einem Dach auch die Ziele des Präventionsrates der Gemeinde aufgegriffen und mit Schulsozialarbeiter Marcus Wolf als Koordinator und Teamleiter auch noch ein Medienpädagoge mit im Boot sitzt. „Eine ideale Kombination“, schwärmte denn auch der Bürgermeister von der gefundenen Lösung, die auch von der Politik einhellig befürwortet wurde.

Für Kerstin Meyer zu Lösebeck, die aber auch noch einen Stuhl im neuen Rathaus haben wird, werde sich in den Büros der Schule ein Arbeitsplatz finden, meinte die Schulleiterin. Sie freit sich besonders auf möglicherweise ergänzende künftige Angebote am Nachmittag für den Ganztagsbetrieb, die über das, was Schule leisten kann, hinausgehen. So soll der Schülertreff in den Pausen und in der Mittagszeit betreut und regelmäßig geöffnet werden. Außer den „Crazy Girls“, einer AG für Mädchen ab 5. Klasse im Ganztag, soll nach den Sommerferien auch eine Koch-AG an den Start gehen, so Marcus Wolf. Geplant seien auch Kreativangebote und weitere offene Angebote am Nachmittag.

Zu den Aufgaben der Jugendpflegerin gehören neben der Präventions- und Jugendarbeit in den Räumen der Schule auch die Ferienspaßaktionen und natürlich auch weiterhin die bestehenden Angebote für Kinder und Jugendliche in den Ortsteilen: Montags betreut Kerstin Meyer zu Lösebeck eine Gruppe für Kinder ab 8 Jahren im katholischen Gemeindehaus Wissingen. „Mittwochs spiele ich mit einer großen Gruppe Fußball auf dem Schulhof in Wissingen. Das hat sich in den letzten drei Wochen spontan ergeben“, berichtete sie. Und freitags gibt es oft von 19 bis 22 Uhr im katholischen Pfarrheim an der Bergstraße in Schledehausen ein Angebot für Jugendliche ab zwölf Jahren.

Klar sei aber auch, dass es in einer Flächengemeinde wie Bissendorf mit 13 Ortsteilen nicht in jedem einen Jugendtreff oder auch nur ein eigenes Angebot geben könne, so Bürgermeister Halfter. Die Oberschule biete sich als zentraler Ort an, denn es sei effizienter, dass die Jugendpflege hier eine „Grundheimat“ bekomme: „Wichtig ist, dass ein Großteil der Klientel hier erreichbar ist“, unterstrich auch Bernd Stegmann.


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