Neuer Investor und neue Chancen Ausschuss für Bebauungsplan „Kurgarten Schledehausen“

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Am Kurgarten in Schledehausen, hier eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2010, ist jetzt der Weg frei für eine Randbebauung, die städtebaulich aus einem Guss ist. Archivfoto; Gert WestdörpAm Kurgarten in Schledehausen, hier eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2010, ist jetzt der Weg frei für eine Randbebauung, die städtebaulich aus einem Guss ist. Archivfoto; Gert Westdörp

Bissendorf. In die Pläne für Stadthäuser mit barrierefreien Wohnungen am Kurgarten und Schledehausen ist Bewegung gekommen. Einstimmig votierte der Planungs- und Entwicklungsausschuss jetzt für eine neue Entwurfsplanung und die Auslegung der 4. Änderung des Bebauungsplans „Kurgarten Schledehausen“.

In der Schule am Berg hatte sich über ein Dutzend Zuhörer eingefunden. Zumindest für die Öffentlichkeit überraschend war die Mitteilung von Planer Johannes Eversmann und Bürgermeister Guido Halfter, dass Ende des Jahres 2014 der bisherige Investor, die Löcken Bau-Service GmbH aus Spelle, angesprungen war.

Brandneu auch die Information, dass jetzt das Grundstück Stagge zur Verfügung steht und in die Planung mit einbezogen werden kann: Die Verträge seien erst in den Tagen vor der Sitzung unterschrieben worden, berichtete der etwas verspätet zur Sitzung eingetroffene Stephan Zech vom neuen Investor, der Osnabrücker Wohnbau-GmbH planen + bauen. „Wir besitzen jetzt alle Flächen“, so Zech.

„Als die Firma Löcken sich zurückzog, waren wir erst einmal fassungslos“, beschrieb Bürgermeister Halfter die Situation Ende vergangenen Jahres, als die Planung noch ganz anders aussah, weil das genannte Grundstück da noch ausgespart bleiben musste. Doch aus dem Unglück sei eine glückliche Fügung geworden, denn jetzt habe man mit dem neuen Planer und Investor sowie der Sparkasse, die die Vermarktung übernimmt, und dem Grundstück „viele bessere Möglichkeiten“.

Eversmann erläuterte, dass Geltungsbereich, Ziele und Festsetzungen der jetzt zum siebten Mal diskutierten Bebauungsplanänderung weitgehend identisch seien: „Wir verschieben im Grunde nur die Baugrenzen.“ Noch abzustimmen sei die Zufahrt für die Müllabfuhr.

Zech stellte die Entwurfsplanung für die Bebauung der Randflächen des Kurparkes und der Baulücke an der Neuen Straße neben der Tankstelle und gegenüber dem Verbrauchermarkt vor. Dank des jetzt zur Verfügung stehenden Schlüsselgrundstücks sei eine städtebaulich einheitliche Planung möglich. Vorgesehen sind im Innenbereich zum Kurgarten hin vier zwei- bis dreigeschossige Stadtvillen mit jeweils fünf „handicapgerechten“, um die 100 Quadratmeter großen Miet- und Eigentumswohnungen, Aufzug und Loggia/Dachterrasse (Staffelgeschoss). An der stark befahrenen Neuen Straße (Landesstraße 85) soll ein „Gebäuderiegel“ für Gewerbe und Wohnen errichtet werden. „Wir werden mit den Stadthäusern anfangen. Parallel dazu läuft die Vermarktung über die Sparkasse“, sagte er. Für den Gebäudeblock gebe es einen zweiten Investor, der dort gewerbliche Nutzung anstrebe.

Bürgermeister Halfter hob hervor, dass mit dieser innerörtlichen Verdichtung und der „wunderbaren Anordnung der Gebäude“, die nach Südwesten ausgerichtet sein werden, ein exklusives Angebot barrierefreier Wohnungen geschaffen werde, das den Kurgartenbereich und das Zentrum Schledehausens aufwerte. Die Bevölkerung soll in einer gesonderten Veranstaltung noch über die Details informiert werden, kündigte er an.

Grünes Licht gab der Ausschuss auch für die Erweiterung der Bauflächen im Gewerbegebiet Kreuzbreite beiseits der Bad Essener Straße in Schledehausen und die entsprechenden Bebauungsplanänderungen. Wie Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Schleibaum erläuterte, dient dies der Standortsicherung zweier mittelständischer Betriebe. Die Landmaschinenfirma Tebbe (Bebauungsplan 147 Gewerbegebiet Kreuzbreite-Im Bruch) und die Möbelfabrik Pante (Bebauungsplan 128 Gewerbegebiet Kreuzbreite-Westrup) planen eine Erweiterung ihrer Betriebe.

Planer Johannes Eversmann wies unter anderem darauf hin, dass hier die Festsetzung „eingeschränktes Industriegebiet“ gelten soll und Einzelhandel, Vergnügungsstätten oder Bordelle nicht zugelassen seien. In beiden Fällen sind zur Entwässerung Regenrückhaltebecken eingeplant, im Bereich Westrup zudem ein Graben. Da die Kompensationsflächen der Firma Tebbe auf Meller Gebiet liegen, die Grünen aber Ausgleichsmaßnahmen innerhalb der Gemeinde Bissendorf bevorzugen, enthielten sich die beiden Grünen-Vertreter Claus Kanke und Marie-Dominique Guyard der Stimme.

Katrin Soffner vom Sanierungsträger BauBecon informierte über den Sachstand zur Ortskernsanierung , die sich bekanntlich in der Endphase befindet. Zu Mehrausgaben und Verzögerungen hätten die archäologischen Grabungen geführt, die sich fast ein Jahr hinzogen. Zu Beginn der Planung 2010 sei man von einem Kostenrahmen von rund 2,7 Millionen Euro ausgegangen, am Ende werden es voraussichtlich 3,1 Millionen sein, so Soffner. Es seien aber „keine Kostensteigerungen, die man hätte eindämmen können.“ Ein Drittel der Ortskernsanierung wird aus Städtebaufördermitteln finanziert, zwei Drittel sind Eigenanteil der Gemeinde.


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