Kein Platz am Standort Fledder Osnabrücker Firma Runge zieht nach Bissendorf

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Firmenchef Oliver Runge präsentiert zwischen einigen typischen Produkten die Pläne mit den Außenansichten der geplanten neuen Gebäude. Baubeginn im Bissendorfer Gewerbegebiet Beetkamp soll kurz nach Ostern sein. Foto: Angelika HitzkeFirmenchef Oliver Runge präsentiert zwischen einigen typischen Produkten die Pläne mit den Außenansichten der geplanten neuen Gebäude. Baubeginn im Bissendorfer Gewerbegebiet Beetkamp soll kurz nach Ostern sein. Foto: Angelika Hitzke

Bissendorf. Der erste Spatenstich für das neue Gewerbegebiet Beetkamp an der Lüstringer Straße steht unmittelbar bevor. Erster Bauherr und Ankerbetrieb dort wird die Osnabrücker Firma Runge sein: Warum der Stadtmöblierer vom Fledder in die Gemeinde Bissendorf umzieht, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Oliver Runge.

Weil dem mehr als 100 Jahre alten, seit vielen Jahrzehnten immer wieder mit Goldmedaillen und Designpreisen ausgezeichneten Familienunternehmen das 7100-Quadratmeter-Grundstück am Großen Fledderweg schlicht zu eng geworden sei, habe man seit 2011 nach einem neuen Standort gesucht, berichtet der Firmenchef in dritter Generation. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir unseren Umsatz verdoppelt“, erklärt er.

Wenig Erweiterungsmöglichkeiten

Leider seien die Erweiterungsmöglichkeiten in Osnabrück trotz aller Bemühungen der Stadt sehr begrenzt. Deshalb sei man dem Landkreis und vor allem der Gemeinde Bissendorf dankbar, dort in unmittelbarer Nähe zur Stadtgrenze mit Anbindung an die Autobahn und die Stadtbus-Endehaltestelle ein geeignetes Areal gefunden zu haben.

Auf einem knapp zwei Hektar großen Grundstück wird der Hersteller von Bänken, Tischen, Abfallbehältern und Fahrradparkbügeln für Plätze, Parks und andere öffentliche Einrichtungen rund 7200 Quadratmeter bebauen und 4300 Quadratmeter Fläche befestigen, um dort von der Außenausstellung über Büroräume für Produktentwicklung und Verwaltung bis zur Fertigung, Veredelung und Lagerung alles unter einem Dach unterzubringen.

Investitionsvolumen bei fünf Millionen Euro

Das Investitionsvolumen beziffert Runge auf „deutlich über fünf Millionen Euro“. Ziel sei, den traditionsreichen Familienbetrieb mit derzeit 32 Mitarbeitern für die nächsten Generationen nachhaltig zu sichern und für die Zukunft mit Erweiterungsoptionen aufzustellen.

Mit den Erdarbeiten werde die münstersche Niederlassung des Systemgewerbebauunternehmens Goldbeck aus Bielefeld in der 16. Kalenderwoche, also der zweiten Woche nach Ostern, beginnen. „Die Firma ist dafür bekannt, dass sie während der Erdarbeiten schon die Bauteile vorfertigt“, sagt der Runge-Chef. Er geht deshalb davon aus, dass die Hochbauarbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein werden und die neuen Räume Anfang 2016 bezogen werden können.

Fotovoltaikanlage in der Planung

Gebäude und Hallen sind nach seinen Worten durch viele Fenster, Dachfenster, eine mit den eigenen Holzabfällen betriebene Heizungsanlage, Hebehilfen für Beton- und Stahlteile, Aufzug, zusätzliche Innenausstellung und einen gemeinsamen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter aus Produktion und Büro personal- und umweltfreundlich konzipiert.

„Wir denken auch über eine Fotovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung nach“, so der Firmenchef. Angedacht sei auch ein Modell zur Förderung der E-Bike-Nutzung bei den Mitarbeitern. Der Landkreis wolle 2016 mit dem Radwegbau an der Lüstringer Straße starten.

Generationswechsel

Viele Mitarbeiter sind schon seit 30 oder gar 40 Jahren, zum Teil schon in zweiter Generation, im Unternehmen beschäftigt. Weil sie in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, steht ein Generationswechsel bevor. Deshalb sei man offen auch für neue, junge Leute. Die müssten vor allem handwerkliches Geschick und Erfahrungen im Umgang mit Massivholz oder mit Stahl und Aluminium für die „industrielle Manufaktur“ und im Logistikbereich Engagement, Organisationstalent und Zuverlässigkeit mitbringen, betont Runge.


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