Eltern brauchen Medienkompetenz „Likes“ können krank machen – Fortbildung für Eltern in Bissendorf

Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Bissendorf. Kinder und Jugendliche sind liebend gern unterwegs – unterwegs im weltweiten Netz. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern diesen Weg mitgehen können und wollen. Eine Fortbildung an der Oberschule in Bissendorf soll Abhilfe schaffen.

Sie brauchen Medienkompetenz, um Gefahren zu erkennen und, wenn nötig, die Notbremse zu ziehen. An der Oberschule am Sonnensee werden Fortbildungen unter der Überschrift „Als Eltern fit fürs Netz“ des Instituts für Internetpädagogik Osnabrück angeboten.

Eltern müssen auch fit für‘s Internet sein

Surfen macht Spaß, eine App ist schnell geladen, und bei Facebook wird die Schar der Freunde immer größer. Kinder und Jugendliche erkennen nicht immer die Gefahren, die in Internet und technischen Möglichkeiten an Smartphones und Tablet-PCs lauern. Damit Eltern diese erkennen und handeln können, sollten sie im Umgang mit dem Internet ebenso fit sein wie ihre Kinder. Deshalb lädt die Oberschule Bissendorf zu einem Elternforum Medienkompetenz ein.

Das Smartphone als Gefahr

Dass das Thema „Umgang mit dem Internet“ unter den Nägeln brennt, wissen Schulleiterin Gisela Kascha und Holle Brandolini, didaktische Leiterin der Oberschule, aus dem Schulalltag. Denn auch an der Oberschule gab es Fälle, in denen das Smartphone zur Gefahr wurde. Dass zur ersten Fortbildung nur wenige interessierte Eltern kamen, ist ein Wermutstropfen für die Pädagoginnen.

Internet kann Kinder krank machen

Beim Einführungsabend gab Medienpädagogin Susanne Häring zunächst grundsätzliche Informationen zu sozialen Medien. Dabei ging es nicht nur um nette Fertigkeiten wie Gruscheln, Twittern, Tweets und Downloads, sondern auch um Abo-Fallen, falsche Freundschaften im Netz und Cybermobbing. Wenn nämlich die Abfrage der Whatsapp-Nachrichten und die Facebook-„likes“ zu viel des Guten werden, kann das Internet Kinder krank machen, warnte Susanne Häring.

Verantwortung der Eltern

Bereits 96 Prozent der 6- bis 13-Jährigen haben Zugang zu Smartphones und Tablets. Oft sind sie mehrere Stunden am Tag online. Kinder und Jugendliche sind eingeloggt in sozialen Netzwerken und versenden Nachrichten. Mit Whatsapp kommuniziert man und tauscht auch schulische Nachrichten aus. „Die Anzahl der Freunde und die „likes“ sind ein Statussymbol“, so Susanne Häring. Sie hinterfragte auch, was geschieht, wenn der „Daumen nach unten“ zeigt, keine Nachricht mehr erscheint oder sogar im Internet gemobbt wird. Der Internetzugang liegt in der Verantwortung der Eltern, so die deutliche Aussage der Medienpädagogin. Deshalb müssen Eltern wissen und nachvollziehen können, wie ihre Kinder im Internet unterwegs sind

Grenzen als Erziehungsauftrag

Gisela Kascha ergänzte: „Kein Handy sollte unbeschränkt genutzt werden. Grenzen setzen ist unser Erziehungsauftrag.“ Präventionsbeauftragte der Polizei werden in den Jahrgängen 5 und 6 die Schüler über die Gefahren des Internets aufklären.

Für Eltern bietet die Oberschule in Zusammenarbeit mit dem Institut für Internetpädagogik weitere Elternabende an: Mittwoch, 25. Februar, 19 Uhr, Thema „Cybermobbing“, Donnerstag, 5. März, 19 Uhr, Thema „Computerspiele“. Außerdem finden Workshops statt, in denen am PC geübt werden kann: Montag, 2. März, Montag, 9. März, und Montag, 23. März, jeweils um 18.30 Uhr. Anmeldung unter E-Mail info@obs-bissendorf.de oder 05402/93030.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN