Jan Korus schult Selbstsicherheit Kinder mittels Training aus der Opferrolle herausholen

In der Selbstsicherheitsschule von Jan Korus können auch schon die Kleinsten zeigen, dass man sie nicht so leicht in die Tasche stecken kann. Foto: Johanna KollorzIn der Selbstsicherheitsschule von Jan Korus können auch schon die Kleinsten zeigen, dass man sie nicht so leicht in die Tasche stecken kann. Foto: Johanna Kollorz

Bissendorf. „Mein größtes Anliegen ist es, den Kindern das Bewusstsein zu vermitteln, dass sie keine Opfer sind“, sagt Jan Korus, Leiter der gleichnamigen Selbstsicherheitsschule.

Dass schon die Kleinsten dank Körperspannung und sicherer Stimme ausdrücken können: Ich bin stark, leg dich nicht mit mir an!, zeigt eine Trainingsstunde in Schledehausen.

Die Stunde beginnt im Sitzkreis. Erwartungsvoll blicken Tom, Noah, Tamme, Leon, Henning, Finn, Max und Lennert zu ihrem Trainer. „Heute üben wir alle für Leon“, sagt Jan Korus und weist damit auf eine in Kürze anstehende Gürtelprüfung hin. Die Gruppe besteht aus neun Jungen zwischen fünf und sieben Jahren, die seit knapp einem Jahr immer mittwochs in der Turnhalle der Kita Schelenburg trainieren. Mädchen haben bisher nur reingeschnuppert, sind aber herzlich willkommen.

„Nach vielen Jahren als Trainer für Karate und Selbstverteidigung im Asahi-Telgte, in dem ich immer noch ehrenamtlicher Vorsitzender bin, war mir bei meinem Schritt in die Selbstständigkeit eine klare Abhebung von der Kampfsportschiene wichtig“, sagt Korus. Beim Warmlaufen geht es anschließend vorwärts, rückwärts, im Seitgalopp und hüpfend durch die Halle. Verschiedenen Übungen für Koordination und Gleichgewicht folgt die Präsentation einzelner Abwehrtechniken.

Hierzu haben sich Kids und Trainer eine kleine Geschichte ausgedacht: Auf 1 und 2 wird mit den Händen die Tür zum Bahnhof aufgestoßen, bei 3 und 4 gegen den klemmenden Fahrscheinautomaten geschlagen, auf 5 und 6 brausen sie zusammen mit den Großeltern zum Training. Auf 7 und 8 wird, dort angekommen, ein Brett durchschlagen und zu 9 und 10 jemand in den Hintern getreten, der sie geärgert hat.

„Oberstes Gebot ist es natürlich, immer erst mit Abwehr, statt mit Gegengewalt auf körperliche Angriffe zu reagieren“, betont Korus kurz vor der Partnersuche. Ausgestattet mit Schlagpolstern, gilt es, kniend kräftige Fußtritte abzuwehren. „Rakete“ heißt eine Übung, bei der die Kinder nach lauten „Lass mich los!“-Rufen die Arme hochreißen, um sich abwechselnd aus festen Schultergriffen zu befreien.

Dann stellen sich die Kinder tief hin, um dem Körpergewicht ihres Trainers standzuhalten. Der Schwarzgurtträger versucht sie wegzudrücken und wirkt im Vergleich zu den kleinen Jungen wie ein Riese. Beendet wird das Training mit einer kleinen Meditation.

„Ein halbes Jahr nach dem Kursstart ist unser Sohn auf einmal viel offener geworden und hatte deutlich weniger Hemmschwellen“, sagt Daniela Wallenhorst. „Die Jungs haben viel mehr Körperspannung und können hier super ihrem Bewegungsdrang nachgehen. Außerdem ist es einfach toll, wie der Trainer mit ihnen umgeht“, ergänzen Esther Grothaus und Christina Spiegel.

Die Selbstsicherheitsschule von Jan Korus ist nicht örtlich gebunden. Neben dem Angebot in Schledehausen bietet der junge Familienvater auch Kinder- und Erwachsenenkurse im Raum Wallenhorst und Bramsche an.


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