Neue Klänge zu Weihnachten Volkslieder wie „Ihr Kinderlein kommet“ sind nun Teil des Gotteslobs

Eine Mischung aus neuen und bewährten Weihnachtsliedern bietet das neue Gotteslob. Archivfoto: Tobias BöckermannEine Mischung aus neuen und bewährten Weihnachtsliedern bietet das neue Gotteslob. Archivfoto: Tobias Böckermann

Bad Iburg/Bad Laer/Belm/Wallenhorst. Wenn an Weihnachten überall im Osnabrücker Land Gottesdienste gefeiert werden, freuen sich viele Gläubige vor allem auf eines: das gemeinsame Singen der Weihnachtslieder. Sie sind an den Feiertagen ein wesentlicher Teil der Liturgie. Allerdings werden in vielen katholischen Kirchen andere Melodien als bisher erklingen, denn zum runderneuerten Gotteslob gehören auch neue Advents- und Weihnachtslieder.

So stehen nun beispielsweise die populären Stücke „Kommet, ihr Hirten“ und „Ihr Kinderlein kommet“ im Gotteslob. „Das sind Volkslieder, die die Leute kennen und die man nicht erst einüben muss“, erklärt Pfarrer Maik Stenzel aus Bad Laer. Sie werden in diesem Jahr in einigen Gemeinden zum ersten Mal zu hören sein. Nicht unbedingt in den Hauptgottesdiensten, wie der Wallenhorster Pfarrer Carsten Heyer erklärt, denn da wollten die Gemeindemitglieder die traditionellen Weihnachtslieder wie etwa „Oh, du fröhliche“ oder „Menschen, die ihr wart verloren“ singen. Das bestätigen auch seine Kollegen aus den Gemeinden in Belm, Bad Iburg und Bad Laer. „Den Wunsch nach alten Schlagern muss man bedienen. Es gibt an Weihnachten Stücke, die unbedingt kommen müssen wie beispielsweise ,Stille Nacht‘“, sagt Pfarrer Maik Stenzel.

Zu den neuen Advents- und Weihnachtsliedern im Gotteslob gehört auch das Stück „Maria durch ein Dornwald ging“. „Das haben wir in der Adventszeit bereits viel gesungen. Obwohl es ein Volkslied ist und es jeder kennt, stand es bislang nicht im Gesangbuch drin. Das Lied ist wirklich eine tolle Bereicherung“, meint Michael Schmoll, Organist der katholischen Kirchengemeinde Icker. Neu ins Gotteslob aufgenommen habe man auch die Lieder „Das Licht einer Kerze“ und „Engel auf den Feldern singen“. Außerdem gebe es gängige Melodien, auf die man einen neuen Text gesetzt habe, erklärt der Musiker. Ein Beispiel dafür ist „Adeste fidelis“.

Nach Meinung von Michael Schmoll ist es wichtig, dass man in den Weihnachtsgottesdiensten eine gute Mischung von Bewährtem und Neuem bietet. „Man muss auch die alten Lieder pflegen, die sterben sonst“, betont Schmoll. Gerade bei Kindern und Jugendlichen seien Stücke wie „Adeste fidelis“ nicht mehr unbedingt bekannt. Um alte Lieder für die Jüngeren wieder attraktiv zu machen, helfen auch neue Versionen der Stücke. „Das Lied ,Gelobet seist du, Jesus Christ“ ist eines der ältesten Weihnachtslieder, aber es ist einfach cool. Da muss ein Popsong erst einmal hinterherkommen“, findet Schmoll. So wird in der katholischen Kirchengemeinde in Icker an den Feiertagen eine poppige Version des Chorals von Martin Luther erklingen, der im neuen Gotteslob unter der Nummer 252 zu finden ist. „Eine Gemeinde braucht auch immer ein paar neue Farben. Deshalb dürfen auch Elemente des 21. Jahrhunderts erkennbar sein, und Weihnachten ist schließlich ein Fest der Freude“, betont der Organist.


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