Kultiges Treffen Jeggen leuchtet weihnachtlich auf

Von Frank Muscheid

„Jeggen lebt“ seit sieben Jahren – auch beim 7. Jeggener Leuchten, bei dem Lothar Niekamp (rechts) gern mit den Gästen beim Glühwein plaudert. Foto: Frank Muscheid„Jeggen lebt“ seit sieben Jahren – auch beim 7. Jeggener Leuchten, bei dem Lothar Niekamp (rechts) gern mit den Gästen beim Glühwein plaudert. Foto: Frank Muscheid

Bissendorf. „Jeggener Leuchten“ ist in die Feuertonne vorm Hoftor Kröger geschnitten und leuchtet durch das prasselnde, wärmende Feuer. Zur 7. Auflage des gleichnamigen, kultigen Vorweihnachtsabend der Interessengemeinschaft „Jeggen lebt ’07“ zog es am Freitagabend wieder rund 250 Menschen aus Jeggen und den Nachbarorten zum Quatschen, Austauschen und Glühwein genießen.

Die Jeggener wissen auch ohne historischen Kirchplatz einen Mittelpunkt zu schaffen. Eine treibende Kraft hinter dem jährlichen Glanzlicht des Bissendorfer Ortsteils ist Lothar Niekamp. Er und die Interessengemeinschaft wissen zu mobilisieren – diesmal auch wieder den Posaunenchor Wissingen, der unter Leitung von Ralf Kameier Weihnachtsklassiker wie „Tochter Zion, freue dich“, „Fröhliche Weihnacht“ oder auch „Morgen Kinder wird’s was geben“ spielte. Mit einigen zauberhaften Tricks und den Kindern auf die Suche nach dem Weihnachtsmann begab sich der als Clown aufspielende Oliver Mieth aus Osnabrück. Mit Erfolg: Der Nikolaus bescherte anschließend wirklich. „Wir haben den Bolzplatz an der Brinkstraße, Ecke Wüstenweg mit einem Pavillon hergerichtet“, beschreibt Niekamp die Bescherungen und Aktivitäten von „Jeggen lebt“. „Und wir pflegen das Hünengrab und die Jeggener Glocke.“ Die inzwischen auf Wunsch auch zu Geburten läute. Positiv denken, so das Signal. Mit den Einnahmen aus 5000 Jahre Jeggen, so Niekamp, hat „Jeggen lebt ’07“ einen Behindertenstuhl für das Haus am Lechtenbrink gekauft. Der „Schnatgang“ 2015 soll zur Bäckerei Brinkhege führen.

Positive Beispiele, die auch nach dem Jeggener Leuchten auf und über die Dorfgemeinschaft hinaus ausstrahlen werden, findet Bürgermeister Guido Halfter, der beim gemütlichen Netzwerken mitmachte: „Damit schafft die Interessengemeinschaft Identität und Gemeinschaftsgefühl für den Ort. Jeggen lebt seit sieben Jahren spürbar, nicht nur in der Weihnachtszeit.“ Auch die aus Meppen stammende Maria Schulte zieht es nach Jeggen, auf dem elterlichen Hof ihres Freundes Stefan Kröger steigt gerade die „Party“: „Ich bin hier, um neue Leute kennenzulernen und mich einzuleben“, sagt sie. Er komme wegen der Gemeinschaft, sagt der Jeggener Heiko Anderka, „um mit den richtigen Leuten Glühwein zu trinken“.