Süßeste Süßwassermatrosen Blasorchester Borgloh bei „Pop meets Classic“ umjubelt

Von Stefanie Preuin


Bissendorf. Leise spielten die Querflöten, die Klarinetten gaben ein Solo wie auf Samtpfoten, wuchtig setzten die Schlagzeuger ihre Akzente und sorgten so für eine Klangwelt, die das voll besetzte Solarlux-Forum begeisterte. Das Sahnehäubchen bildeten die Gastsänger Karina Linnemann und Paul Larkin. Das Solarlux-Herbstevent stand unter dem Motto „Pop meets Classic“.

Zwei Monate Übungsphase liegen hinter dem Blasorchester Borgloh . Bekannte Lieder wurden aufgefrischt und perfektioniert. „Wir sind gut drauf“, erzählte Oliver Meyer kurz vor dem Auftritt. Als Gastgeber und Teil des Blasorchesters begrüßte Stefan Holtgreife das gespannte Publikum. Kräftige Paukenschläge donnerten durch den Raum, die Trompeter kitzelten alles aus ihrem Instrument heraus: „Zarathustra 2000“ erstrahlte im neuen Glanz. Moderator André Kaumkötter führte charmant durch den Abend und gab schon beim ersten Lied Hilfestellung: „Ja genau, das ist das Lied aus der Warsteiner Werbung.“

Kraftvoll und dennoch mit der Extraportion Gefühl sang Karina Linnemann „Hallelujah“ von Leonard Cohen, die Klarinetten umschmeichelten ihre Stimme. Das Publikum jubelte, die Musiker setzten das erste Ausrufezeichen des Abends. Neben Strauss, Mercury und Tschaikowsky zauberte das Blasorchester zusammen mit Sänger Paul Larkin auch ein Medley in die gläserne Umgebung. „Wir sind nicht sehr entscheidungsfreudig, deswegen gibt es vier Lieder von Joe Cocker“, erklärte Moderatorin Eva Uthoff. Nachdem Paul Larkin seine facettenreiche Stimme voll entfaltet hatte und versprach „You can leave your hat on“, stürmten plötzlich Bauarbeiter die Bühne. Aus beweglichen Rohren zauberte Schlagzeuger Oliver Meyer mit seinen Kollegen erstaunliche Töne à la Blue Man Group.

Kurz darauf zog ein Sturm auf, hoch über den Köpfen des Publikums schwankte André Kaumkötter im Ostfriesennerz an der „Reling“. Wasser spritzte, und auf der Bühne bewiesen vier Musiker, dass sie auch Stimme haben. Mit derben Seemannsliedern von Santiano brachten die „süßesten Süßwassermatrosen“ das Publikum zu frenetischem Beifall. Ebenso fulminant endete der Abend. Mit „Let me entertain you“ machte sich das Blasorchester die Sexiness und Unterhalterqualität eines Robbie Williams endgültig zu eigen. Kurz nachdem die Glitzer-Konfetti-Kanone ihre Munition verschossen hatte, stand das Publikum auf. Stehende Ovationen für großartige Musiker, eine spektakuläre Show und ausgezeichnete Sänger.