Im Unterricht kreative Felder bestellen Gymnasialer Zweig an Bissendorfer Oberschule?

Soll ein gymnasialer Zweig an der Bissendorfer Oberschule am Sonnensee eingerichtet werden? Ab Freitag werden dazu die Eltern befragt. Symbolfoto: dpaSoll ein gymnasialer Zweig an der Bissendorfer Oberschule am Sonnensee eingerichtet werden? Ab Freitag werden dazu die Eltern befragt. Symbolfoto: dpa

Bissendorf. Nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser werden könnte. Bei den Elternabenden in Bissendorf und Wissingen wurden die Vorzüge der Oberschule am Sonnensee geschildert und auch die steigenden Schülerzahlen sprechen für sich. Ein gymnasiales Angebot wäre gewissermaßen das Sahnehäubchen in der Bissendorfer Schullandschaft. Dafür wird zurzeit intensiv geworben. Ab Freitag sind die Eltern der Grundschüler aufgerufen, ihre Meinung zur Einrichtung eines gymnasialen Zweiges an der Oberschule abzugeben.

Rat, Verwaltung und Schulleitungen sind sich seit längerer Zeit einig, dass ein gymnasiales Angebot an der Oberschule Bissendorf (OBS) den Schulstandort attraktiver macht und ausschließlich Vorteile bringt. Im zweiten Anlauf soll dieses Vorhaben gelingen und der Antrag Erfolg haben.

Kinder aller Leistungsstufen seien an der OBS willkommen, jedes Kind erhalte seine Wertschätzung, versicherte Gisela Kascha, Rektorin der OBS. Vor drei Jahren war das Konzept der Oberschule an der ehemaligen Haupt- und Realschule umgesetzt worden, was den Schülern viele Extras im Unterricht, an Freiarbeit und besonderen Angeboten bietet.

Eine Oberschule mit gymnasialem Zweig würde noch mehr bringen. Allerdings: „Wir möchten die Eltern nicht überreden, sondern überzeugen,“ so Bürgermeister Halfter, der darum bat, sich der Elternbefragung anzuschließen. Diese Befragung bedeute keine Anmeldung und keine verbindliche Festlegung, sie diene lediglich der Erhebung eines Meinungsbildes, ob die Eltern ein gymnasiales Angebot nutzen würden. Im positiven Fall des Elternentscheids hätte die gymnasiale Stufe gute Chancen, im Schuljahr 2015/2016 umgesetzt zu werden. Dann würden die heutigen 130 Viertklässler erstmals davon profitieren.

Ein gymnasialer Zweig führt auf „sanfte Weise“ nach der zehnten Klasse direkt auf das Gymnasium der Wahl. Gisela Kascha erläuterte einige Vorteile: In einer überschaubaren Schule lässt sich Lernfreude entwickeln, es gibt kurze Schulwege und alle Leistungsstufen sind vor Ort, die Identifikation mit dem Ort Bissendorf wird gestärkt und Überforderung vermieden, es wird im Sinne der Berufsorientierung unterrichtet und das System ist durchlässig. Das heißt: Kinder haben die Möglichkeit, zwischen den Leistungsstufen zu wechseln, ohne dass ein Schulwechsel nötig wird. Für einige Eltern könnte allerdings die Wahl der zweiten Fremdsprache ein Hindernis sein, denn ab der 6. Klasse, wird neben Englisch nur Französisch angeboten.

Holle Brandolini, didaktische Leiterin der OBS, möchte an einer Oberschule mit gymnasialem Zweig ein „kreatives Lernfeld“ bestellen. Die Kinder sollen ihre Persönlichkeit und ihr Leistungspotential entdecken lernen und entwickeln. Dazu sind mehr als Vokabeln und Matheformeln nötig. Die Pädagogin setzt auf kulturelle Bildung, auf lebhafte Kooperationen mit Gemeinde und Unternehmen und auf Umwelterziehung. „Die Oberschule liegt gigantisch gut, der Lernstandort „Natur“ ist direkt vor der Klassentür,“ so Brandolini.

Am Donnerstag, 16. Oktober findet der dritte Informationsabend zur Einrichtung eines gymnasialen Angebots statt: 20 Uhr, Grundschule Schledehausen. Der Fragebogen wird ab Freitag über die Grundschulen verteilt. Er kann bis zum 22. Oktober abgegeben werden.


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