Kunstaktion „BuntBissBirne“ Frische Farbe für das alte Bissendorfer Rathaus

Von Bärbel Recker-Preuin

Schüler der Oberschule am Sonnensee waren die Ersten, die bei der Aktion „BuntBissBirne“ Farbe an die Rathauswand brachten. Foto: Bärbel Recker-PreuinSchüler der Oberschule am Sonnensee waren die Ersten, die bei der Aktion „BuntBissBirne“ Farbe an die Rathauswand brachten. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Zugegeben: Bissendorf hatte noch nie ein besonders schönes Rathaus. Das ändert sich jetzt: Es wird immer bunter, immer individueller und immer einzigartiger. Eigentlich schade, dass diese Schönheit von begrenzter Dauer ist, oder? Weil direkt neben dem alten Haus ein neues Schmuckstück von Rathaus entsteht, sind die Tage des alten gezählt. Bevor die Abrissbirne kommt, ist es höchste Zeit für Farbe. Höchste Zeit für „BuntBissBirne“, ein außergewöhnliches Kunstprojekt für ein altes Rathaus, dem die Abrissbirne winkt.

Mit Trommelwirbel ging es um das Rathaus. Mit der Aktion „BuntBissBirne“ machten die Schüler der 6. , 9. und 10. Klassen der Oberschule am Sonnensee, Künstler aus dem Wohnheim Achelriede der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) und des Kulturvereins Bissendorf, kurz Kubiss, den Anfang, indem sie mit Pinsel und Farbe den Schriftzug „BuntBissBirne“ füllten. Außerdem brachte Werbegestalterin Verena Ratering das eigens entworfene, ebenso kunterbunte Logo der Aktion neben dem Haupteingang an.

Eine Giebelseite wird vom Kubiss, die andere von den Schülern der Oberschule gestaltet, an den Seitenwandbereichen werden Künstler mit Behinderung aktiv. „Es gibt noch viel freie Flächen“, kündigte Fachdienstleiterin Martina Storck an, „jeder Bürger kann das Rathaus bunter machen.“ Nur ein bisschen geordnet ans Werk gehen, damit die Einzelkunstwerke auch wirken können, wünschte sich die Verwaltungsmitarbeiterin. Einzelmaler oder Kreativgruppen sollten sich also bei ihr melden, damit sie ihr eigenes Rathausstück zum Bemalen und Spurenhinterlassen erhalten. Eine weitere Bitte kam von Bürgermeister Guido Halfter: „Bitte (noch) nicht die Fenster bemalen.“ Schließlich muss die Verwaltung dahinter noch zehn Monate arbeiten. „Leider können sich die Künstler hier nicht verewigen, aber es ist wohl ein einzigartiges Projekt“, so Halfter. Gisela Kascha, Schulleiterin an der Oberschule am Sonnsee, sieht sogar einen tieferen Sinn: „Es ist mehr als ein Kunstprojekt, es bietet auch den Anreiz, Gemeindearbeit kennenzulernen und politisch aktiv zu werden.“

Weil eine Wand des Verwaltungssitzes schnell Farbe annahm, baten Angelika Rothe, Vorsitzende des Kubiss, und Kunsterzieherin Holle Brandolini gleich um Spenden in Form von Farbe, Malutensilien, Bettlaken und Wolle. Wieso Bettlaken und Wolle? Holle Brandolini erläuterte ihre Idee: Das Rathaus soll bis zur Spitze mit Farbe eingepackt werden. Mit Laken können die alten Dachziegel wirkungsvoll bedeckt werden, außerdem können gehäkelte Blätter hübsch vom Dach herabrieseln.

Bei so viel Einfallsreichtum bei „BuntBissBirne“ sprach Guido Halfter sogleich eine Einladung zur Abrissparty aus und versprach vorab erweiterte Malmöglichkeiten im Rathausinnern. „Dann sehen auch alle, in welchen bescheidenen Räumen wir arbeiten mussten.“