Auch Männer lassen sich gern führen Wanderführerin Helga Hartmann-Pfeiffer aus Wersche mit vielfältigem Aufgabengebiet

Von Bärbel Recker-Preuin

Helga Hartmann-Pfeiffer kennt als Wanderführerin die schönsten Strecken im Hasetal wie den Zusammenfluss von Wierau und Hase in Wersche. Foto: Bärbel Recker-PreuinHelga Hartmann-Pfeiffer kennt als Wanderführerin die schönsten Strecken im Hasetal wie den Zusammenfluss von Wierau und Hase in Wersche. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. Ein Paar Wanderschuhe läuft Helga Hartmann-Pfeiffer in jedem Jahr ab. Ihre Wege führen meistens durch das Hasetal, das Wiehengebirge oder den Teutoburger Wald. Allein läuft die 68-Jährige so gut wie nie. Häufig ist Hündin Kotta an ihrer Seite und einmal im Monat die Wandergruppe des Heimat- und Wandervereins Bissendorf. Helga Hartmann-Pfeiffer begleitet die Gruppe ehrenamtlich durch Felder und Wälder.

„Durch das Wandern bin ich hier in Bissendorf wieder heimisch geworden“, berichtet die Werscherin. Das liegt wohl auch daran, dass sie dieses Hobby mit vielen anderen teilt. Mit dem Beginn des Ruhestandes zog die Psychologin zurück in ihr Elternhaus nach Wersche und entdeckte die Landschaft im Hasetal aufs Neue. Helga Hartmann-Pfeiffer schloss sich der Wandergruppe des Heimat- und Wandervereins Bissendorf an und wurde Mitglied. Schon bald machte sie einen Wanderführerlehrgang des Deutschen Wanderverbandes und übernahm die Leitung der Wandergruppe. Mit 19 Teilnehmern bei ihrer Debütwanderung gelang Helga Hartmann-Pfeiffer damals ein neuer Start für die Gruppe.

Seitdem alle Wanderer das Rentenalter erreicht haben, wird montag- oder mittwochnachmittags gewandert. Mit dem Alter der Teilnehmer verändern sich auch die Ansprüche, weiß die Wanderführerin. Sie geht gern darauf ein und plant entsprechend die Strecken. Zehn Wanderungen stehen in der Saison auf dem Programm, eine davon führt die Wanderer des HWV in Gebiete außerhalb von Bissendorf. Acht bis zehn Kilometer läuft die Gruppe bei jedem Treffen. Zwischendurch und am Schluss hat Helga Hartmann-Pfeiffer eine Besonderheit parat: eine Besichtigung, ein Imbiss, eine Naturerkundung oder ein Kaffeetrinken. Wenn ihre Wanderer zufrieden sind, ist es auch die Wanderführerin. „Wandern durchlüftet den Kopf“, so ihre Philosophie.

Die meisten Touren läuft Helga Hartmann-Pfeiffer mit Kotta vor. Trotzdem gibt es häufig Überraschungen, die jede Wanderung umso interessanter machen. Bei allen Streckenführungen verlässt sich die Werscherin auf Wanderkarten, und das klappt bislang zuverlässig.

Die Wanderführerin sagt, wo es langgeht, und ihre Wanderer vertrauen ihrem Orientierungssinn, auch die Männer. „Bis jetzt sind noch alle Männer dabei geblieben, und keiner ist weggelaufen“, sagt Helga Hartmann-Pfeiffer.

Wer so engagiert ist, wird im Ehrenamt meistens nach mehr gefragt. So auch im Heimat- und Wanderverein Bissendorf. Seit gut einem Jahr ist die 68-Jährige auch Vorstandsmitglied im HWV. Sie verstärkt die Kontakte zu den überregionalen Wandervereinen, unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit und sorgt für den Zusammenhalt. Helga Hartmann-Pfeiffer erklärt das: Mitglieder des HWV sind in verschiedenen Ortsteilen aktiv, und da ist es gut, wenn jemand diese Aktivitäten zusammenführt.

Dann gibt es noch ein unbestelltes Feld in der Vereinsarbeit, die Inventarisierung der Exponate im Heimatmuseum. An diese Aufgabe macht sich Helga Hartmann-Pfeiffer dann am besten im Winter, wenn ihre Wanderer pausieren und auch Kotta gern zu Hause in Wersche bleibt.