Gewerbegebiet am Beetkamp beschlossen Bissendorfer Rat ebnet Weg für Runge

Meine Nachrichten

Um das Thema Bissendorf Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Vor zwei Jahren stellten die Gemeinde Bissendorf und die Firma Runge die Umsiedlungspläne von Osnabrück nach Natbergen zum ersten Mal vor. Auf dem Foto gruppieren sich Oliver Runge (Zweiter von links) und Vertreter der Verwaltung sowie Fraktionen um eine Bank der Marke Runge, die seit Jahren vor dem Haus Bissendorf steht. Foto: MartensVor zwei Jahren stellten die Gemeinde Bissendorf und die Firma Runge die Umsiedlungspläne von Osnabrück nach Natbergen zum ersten Mal vor. Auf dem Foto gruppieren sich Oliver Runge (Zweiter von links) und Vertreter der Verwaltung sowie Fraktionen um eine Bank der Marke Runge, die seit Jahren vor dem Haus Bissendorf steht. Foto: Martens

Bissendorf. Es fehlt nur noch die Genehmigung durch den Landkreis Osnabrück, dann könnte die Osnabrücker Firma Runge in Natbergen loslegen und einen neuen Firmensitz nördlich der Autobahnmeisterei an der A30 errichten. Der Bissendorfer Rat hat den entsprechenden Bebauungsplan für das Gewerbegebiet „Beetkamp“ beschlossen – und zwar einmütig, auch mit den Stimmen der Grünen.

Die Fläche ist 6,1 Hektar groß, davon dürfen knapp 4,5 Hektar bebaut werden, auf der übrigen Fläche sind für ein Regenrückhaltebecken und Grünpuffer geplant. Runge werde voraussichtlich knapp 1,8 Hektar im südlichen Bereich bebauen, sagte Bürgermeister Guido Halfter, der Rest sei dann noch vermarktbar, sodass sich dort weitere Unternehmen niederlassen könnten.

Wann und wie Runge konkret loslegt, dazu will die Firma sich in Kürze äußern, sagte Geschäftsführer Oliver Runge auf Anfrage. Das Familienunternehmen produziert bislang im Osnabrücker Stadtteil Fledder unter anderem Parkbänke, Abfallbehälter und Fahrradständer.

„Als Gesamtpaket ist das eine gelungene Sache und relativ konfliktarm“, sagte Claus Kanke (Grüne) zur Ausweisung des Gewerbegebiets „Beetkamp“. Mitglieder seiner Partei hatten in der Bauausschuss-Sitzung im Vorfeld allerdings Bedenken wegen der aus ihrer Sicht unzureichenden Kompensationsmaßnahmen geäußert. Wenn eine Gemeinde an einer Stelle Gewerbe- oder Baugebiete ausweist und Flächen versiegelt, muss sie an anderer Stelle etwas für die Natur tun – das bedeutet Kompensation . Als Ausgleichsflächen für das Gewerbegebiet „Beetkamp“ will die Gemeinde unter anderem Flächen an der Waldakademie in Schledehausen nutzen. Das funktioniert über ein kompliziertes Punktesystem.

Doch für Kanke und seine Parteikollegin Marie-Dominique Guyard sind die Flächen dort schon viel zu hochwertig. Sie stellen den ökologischen Nutzen in Frage. Guyard: „Wir verstehen Kompensation so, dass Naturschutz hinzugefügt wird. Hier wird eine Fläche genommen, die bereits sehr hochwertig ist und dafür werden Punkte kassiert.“ Helmut Ellermann (SPD) verteidigte das Vorhaben. „Es sind sehr hochwertige Flächen, das stimmt, die Maßnahmen sind aber okay. Das Wertesystem ist aber so.“ Volker Buch (CDU) betonte: „Die CDU begrüßt diese moderate gewerbliche Entwicklung in Bissendorf. Ich finde, wir haben hier einen guten Weg gefunden. Dass man die eine oder andere Kröte schlicken muss, ist okay.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN