Gedankenspiele zur Dorferneuerung Skateranlage am Wissinger Bahnhof gewünscht

Im Bahnhofsumfeld könnte eine Skaterbahn eine echte Attraktion für Jugendliche sein. Foto: Gemeinde BissendorfIm Bahnhofsumfeld könnte eine Skaterbahn eine echte Attraktion für Jugendliche sein. Foto: Gemeinde Bissendorf

Bissendorf. Ideen gibt es viele, und alle habe das Ziel, die Ortsteile Wissingen und Jeggen zu verschönen. Allerdings wird noch unbestimmte Zeit vergehen, bis eine davon umgesetzt wird. Die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung Wissingen/Jeggen haben also noch Zeit für Visionen. Während dieses Prozesses haben Städteplanerin Astrid Vieth und Arbeitskreissprecher Hans Dieter Schleibaum die schwere Aufgabe, den Ideenreichtum des Kreises zu beflügeln und gleichzeitig die Mitglieder auf dem Boden der Tatsachen zu halten.

Zum siebten Mal tagte der Arbeitskreis „Dorferneuerung Wissingen/Jeggen“ in großer Runde. In den Projektgruppen Handel und Wandel, Ortsbildgestaltung und soziale Belange war zuvor Detailarbeit geleistet worden, das heißt, es wurde das zusammengetragen, was sich verändern müsste. Zuviel Detailarbeit ist allerdings zurzeit kontraproduktiv, wie Astrid Vieth, Ingenieurplanung Wallenhorst (IPW), und Hans Dieter Schleibaum immer wieder anmahnten. In der jetzigen Planungsphase geht es noch immer um Visionen, die später verworfen oder verändert umzusetzen sind. „Wenn die Dorferneuerung konkret wird, ist es gut, Pläne in der Schublade zu haben“, ergänzte Bürgereister Halfter. Dabei muss der Arbeitskreis das Risiko eingehen, dass mancher Plan für immer in der Schublade verschwindet, weil er nicht umzusetzen ist.

Zwei konkrete Dinge gab es aber doch: Im zweiten Anlauf wird am 11. März 2014 zu einem Unternehmerfrühstück eingeladen. Denn Dorferneuerung bedeutet nicht nur, Gebäude und Straßen zu verändern, sondern vor allem Menschen zusammenzuführen. Ein erster Versuch, Gewerbetreibende an einen Tisch zu bringen, endete in einer Enttäuschung, wie Schleibaum feststellte. Von 100 Eingeladenen kamen nur fünf.

Jetzt will der Arbeitskreis mit dem Unternehmerfrühstück einen neuen Versuch starten. Die Bürger der Ortsteile sollen sich und ihren Ort kennenlernen und damit voneinander profitieren. Die zweite konkrete Absprache ist eine Fahrt des Arbeitskreises in den Mehrgenerationenpark im westfälischen Lengerich. Dort erhofft man sich Anregungen, denn die Anlage einer solchen Einrichtung in Wissingen steht ganz oben auf der Liste.

Um Netzwerke geht es auch der Projektgruppe „Soziale Belange“, teilte Sprecherin Angelika Rothe mit. Bei diesem Thema besteht bereits viel Positives, zum Beispiel die Kontakt- und Informationsgruppe, in der sich alle Vereine zusammenfinden und ein jährliches Fest ausrichten. Daran soll mit einem weiteren Bürgerfest, bei dem Informationen über die Angebotsvielfalt im Vordergrund stehen, angeknüpft werden.

Knackpunkt der Dorferneuerung sind die Landesstraßen durch Wissingen, bzw. Jeggen. Der „Rennstreckencharakter“ der Bahnhofstraße und der Mindener Straße muss mit der Dorferneuerung verhindert werden, so der Arbeitskreis. Jetzt wurden Fußwege und Überquerungen am Sportgelände, die Sicherung des Kreisels für Fußgänger und der Gehwegausbau an der fünf Kilometer langen Strecke bis Natbergen diskutiert.

Wenn es nach den Städteplanern der IPW geht, könnte der Bahnhofsvorplatz irgendwann ein Schmuckstück mit Aussichtscafè, Geschäften, Skateranlage und erweiterten Parkmöglichkeiten werden. Ob diese Idee später aus der Schublade geholt wird oder im Papierkorb landet, ist ungewiss und hängt nicht vom Willen des Arbeitskreises ab. Im Zuge der Automatisierung kleiner Bahnübergänge wie in Wissingen, würde das Stellwerkhäuschen nicht mehr gebraucht. Statt abzureißen, kann vorhandene Bausubstanz genutzt werden, so Astrid Vieth. Blickfang wäre nach ihren Vorstellungen ein Café oder Bistro im ersten Stockwerk des jetzigen Bahnhäuschens.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung können noch einige Monate lang Visionen entwickeln. „Das erste Geld des Dorferneuerungsprogramms wird frühestens 2015 fließen“, so Hans Dieter Schleibaum.


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