Tag der offenen Tür Kinderhaus Schledehausen hilft ins Leben zurück

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Im Kinderhaus Schledehausen wurde beim Tag der offenen Tür der Sinnespfad freigegeben von (von links) Sozialpädagogin Ramona Feil, Guido Halfter, Daniela Weiher, Landfrau Almut Detert, Tim Elmer (Geschäftsführer Kinderhaus Wittlager Land) und Ratsherr Helmut Ellermann. Foto: Recker-PreuinIm Kinderhaus Schledehausen wurde beim Tag der offenen Tür der Sinnespfad freigegeben von (von links) Sozialpädagogin Ramona Feil, Guido Halfter, Daniela Weiher, Landfrau Almut Detert, Tim Elmer (Geschäftsführer Kinderhaus Wittlager Land) und Ratsherr Helmut Ellermann. Foto: Recker-Preuin

Bissendorf. Jonas (Name geändert) ist mächtig stolz: Auf dem Erlebnisparcours im großen Garten des Kinderhauses Schledehausen hat er ein eigenes Feld. Er half, es anzulegen und es mit Sand zu füllen. Jetzt zeigt er es allen Gästen, die zum ersten Tag der offenen Tür in die intensivpädagogische Einrichtung gekommen sind. Vier Jungen und vier Mädchen leben zurzeit im Kinderhaus Schledehausen und bereiten sich auf das Leben vor.

„Das Kinderhaus läuft gut, mit acht Plätzen sind wir ausgebucht“, berichtete Einrichtungsleiterin Daniela Weiher. Kleine Wohneinheiten mit zweimal vier Plätzen – das spricht für eine intensive Betreuung, und auf die sind die Kinder zwischen 5 und 15 Jahren auch angewiesen.

In ihren Familien gab es Probleme, ihre Eltern waren mit der Erziehung überfordert, viele wurden vernachlässigt. Im Kinderhaus werden sie jetzt ins Leben zurückgeholt, ihre Beziehungsfähigkeit wird wiederaufgebaut, damit sie den Alltag meistern können. Das Kinderhaus Schledehausen ist eine sogenannte „intensivpädagogische Einrichtung für Kinder mit Bindungsstörungen“.

„Der Standort ist für ein Kinderhaus ideal“, betonte Daniela Weiher. „Wir haben nette Nachbarn, Kindergärten und Schulen in der Nähe, und vor Ort gibt es kaum Möglichkeiten, aus der Bahn zu kommen.“

Damit besonders diese Nachbarn, aber auch andere Jugendhilfe- und Bildungseinrichtungen die jungen Bewohner, das Haus und seine Aufgabe näher kennenlernen konnten, luden die Sozialpädagogen ein gutes Jahr nach der Eröffnung zum Tag der offenen Tür ein. Blicke in die gemütlichen Zimmer und Aufenthaltsbereiche waren erwünscht, und natürlich wurde auf dem Spielparcours im großen Garten zum Mitmachen eingeladen.

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter erhielt dabei eine besonders ehrenvolle Aufgabe: Er durchtrennte ein Band, das zu einem neuen Sinnespfad führte. „Jedes Kind, das in diesem Haus lebt, erhält sein eigenes Feld“, erläuterte Daniela Weiher.

Hauptakteur beim Anlegen des Sinnespfades war Praktikant Steven Lehmann. Er bereitete den Untergrund, legte die Felder an und füllte sie mit den unterschiedlichen Belägen für Barfußerfahrungen auf. Weitere Hilfe erhielt das Kinderhaus von den Landfrauen Schledehausen. Sie hatten mit einer Spende die Anschaffung von Spielgeräten und Material für den Sinnespfad ermöglicht. Auch beim Tag der offenen Tür halfen die Landfrauen mit. Sie bewirteten die Gäste mit frisch gebackenen Waffeln und Kuchen.

Wie alles begann

Das Schledehauser Kinderhaus ist eine Einrichtung des Kinderhauses Wittlager Land. Der Verein mietete vor gut einem Jahr das Privathaus an und richtete es für acht Kinder und zwei getrennte Wohngruppen ein. Aufgenommen werden Kinder zwischen 5 und 18 Jahren, die nicht bei ihren Familien leben können oder dürfen. Die Kinder gehen in die örtlichen Kindergärten und Schulen und leben zumeist einige Jahre in der Jugendhilfeeinrichtung. Das Ziel der intensiven und individuellen 24-Stunden-Begleitung der Sozialpädagogen ist es, neue Beziehungsfähigkeit aufzubauen und damit fit für das eigenständige Leben zu machen.


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