Vorstand sucht Nachfolger Seifenkisten Gilde Schledehausen vor dem Aus

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Der Vorstand gibt das Lenkrad aus der Hand (von links): Andreas Stäbe, Henning Niemann, Edeltraud Zaun, Uwe Tholen und Wolfgang Glosemeyer. Foto: Stefanie PreuinDer Vorstand gibt das Lenkrad aus der Hand (von links): Andreas Stäbe, Henning Niemann, Edeltraud Zaun, Uwe Tholen und Wolfgang Glosemeyer. Foto: Stefanie Preuin

Bissendorf. „Seifenkisten machen immer Spaß“, sagt Uwe Tholen und Andreas Stäbe ergänzt: „Wenn wir könnten, würden wir garantiert weitermachen.“ Dennoch wollen der ehemalige und der amtierende Vorsitzende sowie alle Vorstandsmitglieder das Steuer aus der Hand legen. Wenn sich daran nichts ändert, bedeutet das das Aus für die Bissendorfer Seifenkisten Gilde zu Schledehausen (BSG).

Alljährlich organisiert die Seifenkisten Gilde ihr Rennen. Die Veranstaltung zieht Seifenkistenfahrer aus dem gesamten Bundesgebiet an. Einige Hundert Menschen kommen als Zuschauer und das Zentrum von Schledehausen wird zur Rennstrecke. An diesem Wettkampfsonntag, immer im Juni, fliegen die selbst gebauten Kisten motorlos über die Große Straße und viele haben ihr Vergnügen daran. Gut 60 Teilnehmer waren es noch in diesem Jahr – aber nur vier Aktive der Seifenkisten Gilde, die das ganze Spektakel organisierte. „Das ist nicht länger durchzuhalten“, sagte Andreas Stäbe. Der Vorsitzende der BSG und seine Mitstreiter berichten von den wochenlangen Vorbereitungen, denn von der Werbung, den Anmeldungen, Streckensicherung, Pokalen bis hin zum Aufbau der Startrampe und der Siegerehrung liegt alles in den Händen der Aktiven von der BSG. Wolfgang Glosemeyer führt den finanziellen Aspekt an: „5000 bis 6000 Euro kostet das Seifenkistenrennen. Der Verein muss den Betrag vorfinanzieren und trägt das Risiko.“ Deshalb zieht der Vorstand jetzt die Reißleine und tritt ab. Wenn sich bis zur nächsten Mitgliederversammlung kein Nachfolgevorstand gefunden hat, muss die BSG aufgelöst werden.

Start als Schützenverein

Dabei begann vor 14 Jahren alles so gut – allerdings auch mit ganz anderen Vorzeichen. 1999 wurde der Verein von Edeltraud Zaun, Uwe Tholen, Wolfgang Glosemeyer und anderen als Schützenverein „Bürgerschützen Gilde“ – ebenfalls BSG abgekürzt – gegründet. Die Initiatoren wollten dem Schützenwesen in Schledehausen neue Wege ermöglichen und dem Schützenfest mehr Bürgernähe geben. Einmal wurde im Kurgarten BSG-Schützenfest gefeiert, ein Fest für Schützen und Nichtschützen. Der Schützenverein Schledehausen zog nicht mit auf diesem Weg und eine Konkurrenz zum traditionsreichen Schützenverein wollte die BSG in jedem Fall vermeiden. Also überlegte die Bürgerschützen Gilde sich einen neuen Vereinszweck. „Der Name sollte in jedem Falle erhalten bleiben“, sagte Uwe Tholen. Da damals Seifenkisten voll im Trend lagen und Tholen Seifenkistenfahrer und -fan war, war etwas Neues schnell gefunden. Das „S“ im Vereinsnamen war neu besetzt, stand nun für Seifenkisten statt Schützen. Also änderte der junge Verein seinen Namen leicht und gab sich eine neue Aufgabe und neue Ausrichtung und hieß fortan „Bissendorfer Seifenkisten Gilde zu Schledehausen“.

Die Idee kam an. Über einhundert Teilnehmer meldeten sich meistens zu den Jahresrennen an. Der Verein erhielt Unterstützung von anderen Seifenkistenvereinen und -verbänden. Eltern bauten eigene Seifenkisten für ihre rennfreudigen Kinder, auch Mitglieder beteiligten sich an der vereinseigenen Seifenkistenschmiede.

Nur noch 23 Mitglieder

Dass der Boom der fliegenden Kisten allmählich verblasste, zeigte sich bei der BSG in den Mitgliederzahlen. Die ist heute auf 23 Förderer geschrumpft, aktiv sind lediglich vier Vorstandsmitglieder. So kommt es, dass acht hübsche Seifenkisten ungenutzt im Ellerbecker Schuppen stehen. Nach einer Überholung wären sie durchaus in der Lage, ihre Fahrer ins Ziel zu rollen. Bevor die Bissendorfer Seifenkisten Gilde aufgelöst wird, sollen sie verkauft werden.

Schweren Herzens entschlossen sich Andreas Stäbe, Wolfgang Glosemeyer und Henning Niemann, ihre Ämter niederzulegen. Die drei haben noch immer die Hoffnung, dass sich Nachfolger für die Vorstandsarbeit und die Ausrichtung der rasanten Rennen finden. „Wir würden gern bei einem Neuanfang mithelfen“, sagte Andreas Stäbe.


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