68 Prozent sagen „Ja“ Große Mehrheit für Gewerbegebiet in Natbergen

68 Prozent der Wähler in Bissendorf stimmten für die Fortführung der Gewerbegebietsplanung auf dem Natberger Feld.68 Prozent der Wähler in Bissendorf stimmten für die Fortführung der Gewerbegebietsplanung auf dem Natberger Feld.

Bissendorf. Die Bürgerbefragung zum Natberger Feld brachte ein deutliches Ergebnis: 67,99 Prozent aller Bissendorfer Wähler über 16 Jahren möchte, dass das 21 Hektar große Gebiet in Natbergen für Gewerbeansiedlungen genutzt wird. Ob jetzt allerdings Ruhe in dieser Sache einkehrt, ist zu bezweifeln, denn beide Initiativen, pro und contra Gewerbegebiet, sehen das Abstimmungsergebnis als Auftrag weiterzuarbeiten.

Um kurz vor 20 Uhr ging aus den 22 Wahlbezirken (inklusive Breifwähler) das letzte Ergebnis ein. Die Mehrheit der Bürger sieht keinen Grund, von den bisherigen Planungen zur Ausweisung eines Gewerbegebietes abzuweichen. 73,87 Prozent der Bevölkerung nutzte die Möglichkeit der ersten Bürgerbefragung in der Gemeinde Bissendorf.

Wie zu erwarten, gab es die größte Ablehnung in Natbergen-Süd (67,86 Prozent). Schon in Natbergen-Nord schlägt die Stimmung um auf 56,22 Ja-Stimmen und 43,78 Nein-Stimmen. Fast die Waage halten sich Gegner oder Befürworter eines Gewerbegebietes in Uphausen-Eistrup (50,24 Ja- und 49,76 Prozent Nein).

Die Zustimmung für eine Gewerbeansiedlung steigt nicht unbedingt mit der Entfernung zum strittigen Natberger Feld. Im benachbarten Wahlbezirk Bissendorf-West stimmten 77,98 Prozent mit Ja, im entfernteren Wulften 78,13 Prozent und in Wissingen-Süd sind 77,02 Prozent dafür.

Guido Halfter äußerste sich zufrieden über das deutliche Ergebnis. Der Bürgermeister wertete die hohe Zustimmung als deutlichen Planungsauftrag für die Politik und als ein Signal an die örtliche Wirtschaft. Die Argumente der Gegner eines Gewerbegebietes im Natberger Feld werden ernst genommen, versicherte Halfter. Er wünschte sich die sachbezogene Auseinandersetzung, auch die Akzeptanz der politischen Mehrheit. Auch wenn Solarlux inzwischen den Wegzug aus Bissendorf perfekt gemacht hat, sei die Bürgerbefragung zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Jetzt geht es um die gewerbliche Entwicklung der Gemeinde und nicht allein um ein Unternehmen“, so Guido Halfter.

Günter Korte, Sprecher der Initiative „Schönes Natbergen“, zeigte sich „ein wenig enttäuscht“ aber nicht entmutigt. Wenn ein Drittel der Bürger gegen eine Gewerbeansiedlung stimme, habe die Bürgerinitiative den klaren Auftrag weiterzumachen. „Schönes Natbergen“ werde alles dafür tun, das Gebiet ohne Gewerbe zu erhalten. Das Ergebnis war laut Korte vorhersehbar, da leider in der Flächengemeinde ein „Inseldenken“ vorherrsche. Je weiter Natbergen von der eigenen Wohnung entfernt sei, desto weniger seien die Bürger von der Problematik berührt. „‚Schönes Natbergen‘ wird weiterhin bestehen und uneingeschränkt weiterarbeiten“, versicherte Günter Korte.

Jürgen Krenitz, Mitglied der Initiative „Pro Gewerbegebiet Natberger Feld“, hofft, dass im Vorfeld der Bürgerbefragung nicht zu viel Porzellan zerschlagen wurde. Jetzt müsse die Planung zügig voran gebracht und dabei konstruktive Gespräche mit den Ansiedlungsgegnern geführt werden. Daran werde sich seine Initiative beteiligen, denn der Einsatz seiner Mitstreiter sei keine Momentaufnahmen zum Zweck der Bürgerbefragung gewesen. Fast 70 Prozent sind für Krenitz eine breite Mehrheit. Dieses Votum müsse jetzt von der Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“ angenommen und akzeptiert werden. „Gar nichts machen, geht jetzt gar nicht mehr“, so Jürgen Krenitz.


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