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Im Frühjahr ziehen die Hunde ein Tierschutzhof Krevinghausen: Neuer Gebäudetrakt steht vor der Fertigstellung

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Bissendorf. Langsam, aber stetig geht es voran mit dem Ausbau des Tierschutzhofes in Krevinghausen: Schon seit einiger Zeit weist ein Schild an der Bad Essener Straße den Weg zum Tierheim. Das dazugehörige Areal ist schon fast vollständig eingezäunt, und der nächste Bauabschnitt, der ans Haupthaus angebaute Seitentrakt, ist fast fertig.

Bereits vor zwei Monaten bezogen wurden die vier Katzenzimmer mit eingezäunten Ausläufen, die später nach Fertigstellung eines dritten Gebäudetraktes einmal Kleintierstation werden sollen. „Das dauert aber noch ein paar Jahre“, dämpft Andreas Renner, Geschäftsführer der Stiftung Netzwerk für Tiere, allzu ehrgeizige Erwartungen. Denn die im Wesentlichen von einer privaten Geldgeberin getragene Stiftung finanziert Material und Bauarbeiten – „je nachdem, wie das Geld gerade da ist“, erläutert Renner.

Mehr Zusammenarbeit

Da die Stifterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, den Ausbau bezahlt, sucht sie auch das Material aus und bestimmt Baustil und Optik. Die Betreiber des Hofes – bisher sind dies die Tierschutzvereine Katzenschutzbund Osnabrück und Tierhilfe Osnabrück – sind lediglich Mieter. Angestrebt ist aber die Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzvereinen. „Der Bürgermeister und einige Kommunalpolitiker haben schon gesagt, hier wohnen die Tiere ja besser als viele Menschen“, berichtet der Stiftungsgeschäftsführer und betont: „Es soll eben alles hell, freundlich, hygienisch und leicht zu reinigen sein.“

Für die Katzen, die vor zwei Jahren aus der alten Auffangstation in Hellern nach Krevinghausen gezogen sind, hat sich das bereits bewährt: Bislang gab es keine Krankheiten, die sich ausgebreitet hätten. In den Jahren davor hatte der Katzenschutzbund aufgrund der hygienisch unzulänglichen räumlichen Situation fast jedes Jahr mit mindestens einer Epidemie zu kämpfen: Mal war es eine Pilzerkrankung, die durch den Bestand fegte und auch die Menschen befiel, die die Tiere versorgten, mal Durchfall oder der für Jungtiere meist tödliche Katzenschnupfen.

Bereits grün-weiß gefliest sind die Wände in den beiden großen Hunderäumen des neuen Traktes. Die Liege-Podeste, die für die Tiere an die Wände montiert werden sollen, sind ebenfalls schon da. Auch im Tierarztraum ist der Fliesenleger gerade fertig geworden; demnächst wird hier der Fußboden verlegt.

Statt Bodenfliesen sei in den Räumen, in denen Tiere untergebracht werden, grundsätzlich kratz- und säurefester Kunstharzboden vorgesehen, erklärt Renner: „Eine geschlossene Oberfläche ist hygienisch besser sauber zu halten. Bei Fliesen bleibt immer etwas in den Fugen sitzen, wenn da ein Tier hinpieselt.“

Im Rohbau fertig sind Schleuse zum Umkleiden, Wirtschaftsraum, Lager und Notaufnahme-Quarantänestation. Diese Räume liegen ebenfalls im Anbau, sind aber wie der Tierarztraum nicht über den Flur vom Haupthaus aus, sondern durch separate Eingänge von außen zu erreichen, um die nötige Quarantäne für Neuzugänge zu gewährleisten. Hinter dem neuen Gebäudetrakt ist ein großer Hundeauslauf abgezäunt, in dem drei Pavillons stehen, die ebenfalls schon im Rohbau fertig sind. „Die sind als Rückzugsmöglichkeiten für die Hunde gedacht“, sagt Andreas Renner. Wenn alles so klappt wie vorgesehen, kann der Tierschutzhof nach seinen Worten im Frühjahr die ersten Hunde aufnehmen. Der große Auslauf könne voraussichtlich im Sommer bezogen werden.

Derzeit beherberge der Tierschutzhof rund 45 Katzen und zwei Kaninchen, aber noch keine Hunde, Kleintiere oder Vögel. Ganz wichtig, so unterstreicht Andreas Renner: „Wenn wir Hunde aufnehmen, brauchen wir auch noch mehr Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren bei der Fütterung und Betreuung der Hunde, beim Saubermachen und Gassigehen. Das können Privatpersonen sein, aber auch Pflegestellen oder kleinere Tierschutzvereine, die Interesse haben, mit einzusteigen!“


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