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Neue Angehörigengruppe im Haus am Lechtenbrink Entspannter Umgang mit Demenz

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Zum Abschluss des Seminars Demenz erhielten die Teilnehmer eine Urkunde. Foto: Bärbel Recker-PreuinZum Abschluss des Seminars Demenz erhielten die Teilnehmer eine Urkunde. Foto: Bärbel Recker-Preuin

Bissendorf. „Der Umgang mit meinem demenzkranken Mann ist jetzt viel entspannter“, sagte eine Teilnehmerin. Diese oder andere Erleichterungen im Zusammenleben mit an Demenz erkrankten Angehörigen hatten alle aus der Gruppe gespürt. Sie hatten eine Schulungsreihe im Haus am Lechtenbrink durchlaufen, die viele Einsichten und neue Erfahrungen brachte. Damit dieser Erfolg weiter trägt, soll eine neue Angehörigengruppe gebildet werden. Das erste Treffen findet am 28. November statt.

„Wenn das Gedächtnis nachlässt“, so der Titel des Seminars, das an sieben Abenden, geleitet von Michael Thomsen, Altenpflegeexperte von „Wörheide-Konzepte rund ums Alter(n)“, stattfand. Der Kurs wurde in Kooperation mit der Barmer GEK angeboten.

Fast alle Teilnehmer hatten bereits ihre leidvollen Erfahrungen im Zusammenleben mit Demenzkranken gemacht. Mehr über die Krankheit erfahren und besser mit den Erkrankten leben können, so die Erwartungen an den Kursleiter.

Dass der Umgang mit Demenzpatienten in vielen Familien zum Martyrium werden kann, wurde vielfach bestätigt. Viele kranke Angehörige befinden sich dabei erst in der Anfangsphase mit unterschiedlichsten Symptomen. „Es gibt so viele Demenzverläufe, wie es Demenzkranke gibt“, erläuterte Michael Thomsen. 1,2 Millionen Menschen sind zurzeit in Deutschland an den verschiedenen Formen von Demenz erkrankt, und bis 2030 wird sich die Zahl verdoppelt.

Wer mit Demenzkranken zusammenlebt und sie pflegt, sollte die Krankheit kennen und den Umgang mit den Erkrankten üben, so Michael Thomsen. Im Kurs brachte er die Teilnehmer auf den Weg dorthin. In den Unterrichtsmodulen ging er auf typische Anzeichen der Demenz, Krankheitsverläufe ein, er gab Hinweise und praktische Beispiele zu Betreuungsrecht und Patientenverfügung, weitere Themen waren die Pflege der Angehörigen, Entlastungsmöglichkeiten der Pflegenden bis hin zu Abschiedsritualen. Und natürlich die Übung des entspannten Miteinanders. Psychopharmaka seien kein geeigneter Weg, auch keine Belehrung oder zu hohe Erwartungen, so Thomsen. Allerdings sollte der Demenzkranke stetig gefordert werden. Das Üben von häuslichen Abläufen könne das Fortschreiten der Demenz hinausziehen.

„Ich muss meine Rolle als Tochter neu definieren, ich übernehme jetzt für meinen Vater die Führung“, sagte eine Teilnehmerin, und sie berichtete von ihrem langen Weg, die Veränderungen des Vaters zu erkennen und neue Umgangsstrategien umzusetzen.

Demenz ist nicht heilbar, und die Erkrankung der Angehörigen der Teilnehmer wird fortschreiten. Aus diesem Grund wurde die Anregung von Michael Thomsen gern aufgenommen, in einer neuen Angehörigengruppe den Austausch zu pflegen. Denn die Erfahrungsberichte der letzten sieben Treffen hatten viele Tipps und Anregungen gebracht.

Die Angehörigengruppe Demenz trifft sich zum ersten Mal am Montag, 28. November, um 19 Uhr im Haus am Lechtenbrink. Die Abende werden abwechselnd von Michael Thomsen und Maria Schulz, Leiterin der Diakonie Sozialstation Belm-Bissendorf, geleitet. Neue Teilnehmer und Interessierte sind willkommen. Infos unter Telefon 05402/98450.


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